Beat

BYOME

- The Presets · IRCAM

Der Na­me Un­fil­te­red Au­dio steht für in­no­va­ti­ve Ef­fek­te mit ho­hem Krea­tiv­po­ten­zi­al. Mit BYOME prä­sen­tiert die Soft­ware-Schmie­de ihr mäch­tigs­tes Plu­gin: Ei­nen mo­du­la­ren Mul­tief­fekt, in dem Sie über 40 ver­schie­de­ne Ef­fekt­bau­stei­ne frei kom­bi­nie­ren kön­nen. An Bord sind Hall-, De­lay-, Dis­tor­ti­on- Gra­nu­lar- und Mo­du­la­ti­ons­ef­fek­te so­wie Fil­ter, Dy­na­mik­pro­zes­so­ren und vie­les mehr. Un­ter der Hau­be wer­keln da­bei die be­währ­ten Al­go­rith­men aus frü­he­ren Plug-ins des Her­stel­lers. Be­son­ders be­ein­druckt ha­ben uns der Gra­nu­la­tor, der epi­sche Hall­ef­fekt Deep Re­verb so­wie die Re­so­na­tor­bank, mit der Sie auch ge­räusch­haf­tem Au­dio­ma­te­ri­al har­mo­ni­sche Tex­tu­ren ent­lo­cken kön­nen.

Wie man es von Un­fil­te­red Au­dio ge­wohnt ist, war­tet auch die­ses Plug-in mit fle­xi­blen Mo­du­la­ti­ons­mög­lich­kei­ten auf: Als Mo­du­la­to­ren ste­hen da­bei u. a. Hüll­kur­ven, LFOs, ein S&H-Ge­ne­ra­tor, En­ve­l­opeund Spek­tral-Fol­lo­wer, Ma­cro-Reg­ler, Step- und Ga­te-Se­quen­zer und ein Pro­ba­bi­li­ty Ga­te zur Aus­wahl. Für Si­de­chain-Ef­fek­te und die Fol­lo­wer-Mo­du­la­to­ren kön­nen auch ex­ter­ne Si­de­chain-Si­gna­le ge­nutzt wer­den. Die schnells­te Fre­quenz der LFOs und auch an­de­rer Mo­du­la­to­ren liegt bei 20 Hz – ei­ne Au­dio­ra­ten­mo­du­la­ti­on ist da­mit lei­der nicht mög­lich.

Das Er­stel­len ei­ge­ner Ef­fekt­ket­ten mit BYOME geht schnell und ein­fach von der Hand: Ein neu­es Mo­dul lässt sich durch An­kli­cken der Plus-Schalt­flä­che hin­zu­fü­gen, die Ver­knüp­fung ver­schie­de­ner Baustei­ne er­folgt durch das Zie­hen von Ka­beln. Bei Be­darf wer­den kur­ze Be­schrei­bun­gen der Mo­du­le an­ge­zeigt, wenn man mit der Maus über die ent­spre­chen­den Ti­tel­leis­ten fährt. Klas­se: Durch Nut­zung der ver­schie­de­nen Mo­du­la­to­ren las­sen sich mit dem Krea­tiv­werk­zeug be­mer­kens­wert le­ben­di­ge und dy­na­mi­sche Ef­fek­te er­zie­len. Mit dem Ste­reo-Image-Mo­dul kön­nen Sie auch das Mit­ten- und Sei­ten­si­gnal in­di­vi­du­ell be­ar­bei­ten. Das Er­stel­len ei­nes par­al­le­len Si­gnal­wegs oder Mul­ti­band-Ef­fek­te sind je­doch lei­der nicht oh­ne Wei­te­res mög­lich. Toll ist hin­ge­gen, dass für die ein­zel­nen Ef­fek­te und Mo­du­la­to­ren Pre­sets und Zu­falls­funk­tio­nen ge­bo­ten wer­den. Sehr ge­lun­gen sind fer­ner die über 400 Pre­sets, die von re­nom­mier­ten Sound­de­si­gnern wie Richard De­vi­ne und Glitchma­chi­nes er­stellt wur­den. Da­bei wer­den nicht nur ex­pe­ri­men­tel­le Ef­fek­te ab­ge­deckt, son­dern auch ei­ne Viel­zahl an Stan­dards mit ho­hem mu­si­ka­li­schen Nutz­wert.

Fa­zit

Kei­ne Fra­ge, BYOME ist das bis­he­ri­ge Meis­ter­werk von Un­fil­te­red Au­dio. Ob Sie aus ein­zel­nen Pia­no-No­ten schim­mern­de Klang­te­xu­ren er­zeu­gen, Beats rhyth­misch zer­ha­cken, fu­tu­ris­ti­sche Stot­ter­und Glitch-Ef­fek­te er­schaf­fen oder kom­plet­te Songs in Echt­zeit re­mi­xen möch­ten: Das Plug-in ist ein ech­tes Traum­werk­zeug für Sound­de­si­gner so­wie ex­pe­ri­men­tier­freu­di­ge Pro­du­zen­ten und Re­mi­xer. Es punk­tet da­bei mit ei­ner ge­wohnt ex­zel­len­ten Klang­qua­li­tät, hoch­wer­ti­gen Ef­fek­ten, ei­ner fle­xi­blen Mo­du­la­ti­ons­ab­tei­lung so­wie ei­ner über­sicht­li­chen und in­tui­ti­ven Be­di­en­ober­flä­che. Im Hin­blick auf das rie­si­ge An­ge­bot an Ef­fek­ten geht auch der auf den ers­ten Blick ho­he Preis des Plug-ins voll in Ord­nung.

IRCAM TS macht die ex­zel­len­ten Trans­po­si­ti­ons- und Ti­me-Stret­ching-Al­go­rith­men des welt­be­kann­ten For­schungs­in­sti­tuts für Akus­tik und Mu­sik in ei­ner ein­fach be­dien­ba­ren Stan­da­lo­ne-Soft­ware ver­füg­bar. Da­bei kommt ei­ne Pha­ser-Vo­coder-En­gi­ne so­wie ex­zel­len­te Ana­ly­se- und Syn­the­se­funk­ti­on zum Ein­satz. Nach dem La­den ei­ner Au­dio­da­tei wird das Ma­te­ri­al zu­nächst ana­ly­siert. Da­nach ist ei­ne Trans­po­si­ti­on so­wie ein Ver­schie­ben der For­man­ten um bis zu 24 Halb­tö­ne nach oben oder un­ten mög­lich. Der Ti­meS­tretch-Fak­tor ist in ei­nem wei­ten Be­reich zwi­schen 0,50 und 10 x re­gel­bar.

TS bie­tet acht Vor­ein­stel­lun­gen für mo­no­pho­nes und po­ly­pho­nes Klang­ma­te­ri­al. Bei Be­darf kön­nen Sie die Ana­ly­se-Ein­stel­lun­gen auch im De­tail an­pas­sen. Die er­zeug­te Au­dio­da­tei lässt sich im WAV- oder AIF-For­mat ex­por­tie­ren. Ein High­light ist die Mög­lich­keit, die to­na­len und die ge­räusch­haf­ten Klan­g­an­tei­le so­wie die Tran­si­en­ten zu tren­nen. So kön­nen Sie mit we­ni­gen Maus­klicks z. B. Ge­sang in Flüs­tern ver­wan­deln. Die wich­tigs­ten Pa­ra­me­ter von TS las­sen sich in Echt­zeit mit­tels MIDI-Con­trol­ler steu­ern.

Fa­zit

Wenn Sie ein ein­fach be­dien­ba­res Werk­zeug für Ti­me-Stret­ching so­wie Pitch- und For­mant-Shif­ting be­nö­ti­gen, ist IRCAM TS ei­ne sehr gu­te Wahl. Um die bes­ten Er­geb­nis­se zu er­zie­len, ist meist ein we­nig Ex­pe­ri­men­tie­ren er­for­der­lich. Die Re­sul­ta­te kön­nen sich al­ler­dings hö­ren las­sen – selbst ra­di­ka­le Be­ar­bei­tun­gen klin­gen er­staun­lich gut. Sound­de­si­gner wer­den zu­dem die Mög­lich­keit schät­zen, die Tran­si­en­ten so­wie ge­räusch­haf­te und to­na­le Si­gnal­an­tei­le zu iso­lie­ren. Scha­de nur, dass sich kei­ne Ver­läu­fe ein­zeich­nen las­sen und dass es kei­ne Plug-in-Ver­si­on der Soft­ware gibt.

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