Beat

Test: Apo­gee Jam+

Jam+ ist die neu­es­te Ver­si­on des für mo­bi­le In­stru­men­ten­auf­nah­men op­ti­mier­ten USB-Au­dio­in­ter­face und war­tet mit in­ter­es­san­ten neu­en Fea­tures auf.

- Von Jan Wil­king Tech · Gadgets · Apple Inc · iPhone · iPad · Android

Jam+ bie­tet In­stru­men­ten­ein­gang, AD/DA-Wand­ler und Kopf­hö­rer­aus­gang in ei­nem kom­pak­ten Ge­rät und ar­bei­tet mit ei­ner Auf­lö­sung von 24bit und bis zu 96 kHz, wäh­rend die ers­te Jam-Ge­ne­ra­ti­on nur bis zu 48 kHz bie­ten konn­te. Die Ver­bes­se­run­gen ge­gen­über Jam 96k fin­den sich in der di­gi­ta­len und da­mit ge­naue­ren Pe­gel­re­ge­lung, dem Kopf­hö­rer­aus­gang mit la­tenz­frei­er Ab­hör­mög­lich­keit so­wie der Over­dri­ve-Funk­ti­on.

Das In­ter­face ist in ei­nem hand­li­chen und ro­bus­ten Ge­häu­se ver­baut, die Be­die­nung er­folgt über ei­nen End­los­reg­ler mit Druck­funk­ti­on so­wie ei­nen zwei­ten Tas­ter auf der Ober­sei­te. An An­schlüs­sen ver­fügt Jam+ über ei­ne USB-Buch­se zur Ver­bin­dung mit Com­pu­ter, Ta­blet oder Smart­pho­ne. Drei Ad­ap­ter­ka­bel für USB Typ A, Typ C oder Light­ning für App­le-Ge­rä­te wie iPho­ne und iPad wer­den mit­ge­lie­fert. Ein pas­sen­des Kabel für An­dro­id-De­vices ist nicht vor­han­den, die­ses Be­triebs­sys­tem wird von Jam+ ak­tu­ell nicht un­ter­stützt. Ne­ben dem USB-An­schluss be­fin­det sich ei­ne Mi­ni­k­lin­ken­buch­se zum An­schluss des Kopf­hö­rers, um die Auf­nah­me zu über­wa­chen und das Play­back ab­zu­hö­ren. Die Laut­stär­ke muss al­ler­dings per Soft­ware ein­ge­stellt wer­den, über ei­nen phy­si­ka­li­schen Pe­gel­reg­ler für den Kopf­hö­rer­aus­gang ver­fügt Jam+ be­dau­er­li­cher­wei­se nicht. Das In­stru­ment, in der Re­gel E-Gi­tar­re oder Bass, wird über ei­ne

6,3-mm-Klin­ken­buch­se an­ge­schlos­sen, die sich am ent­ge­gen­ge­setz­ten En­de des Ge­häu­ses be­fin­det.

La­tenz­frei­es Mo­ni­to­ring

Die Strom­ver­sor­gung des Jam+ er­folgt über USB, das In­ter­face be­nö­tigt we­der Bat­te­ri­en noch Netz­teil. Jam+ ist class com­p­li­ant, ei­ne Trei­ber­in­stal­la­ti­on ist al­so nicht er­for­der­lich. Ei­ne LED zeigt mit grü­nem Licht an, wenn das In­ter­face durch Öff­nen der pas­sen­den Soft­ware auf dem Com­pu­ter oder mo­bi­ler De­vice ak­ti­viert wird, bei­spiels­wei­se nach dem Star­ten der DAW. Die drei mehr­far­bi­gen LEDs die­nen auch zur Hil­fe bei der Aus­steue­rung, in­dem sie durch ent­spre­chen­de Far­ben Über­steue­run­gen an­zei­gen. Den pas­sen­den Pe­gel für das Ein­gangs­si­gnal stel­len Sie mit dem End­los­reg­ler dar­un­ter ein. Mit ei­nem Druck auf den Reg­ler ak­ti­vie­ren Sie die ein­ge­bau­te Ver­zer­rerstu­fe, was mit ro­ten LEDs op­tisch quit­tiert wird. Mit dem zwei­ten Tas­ter schal­ten Sie das la­tenz­freie Mo­ni­to­ring des Auf­nah­me­si­gnals ein. Ei­ne weiß leuch­ten­de LED zeigt kurz­zei­tig an, dass jetzt über den Kopf­hö­rer­aus­gang ei­ne Mi­schung aus dem Aus­gangs­si­gnal der DAW und der di­rek­ten un­ver­zö­ger­ten Wie­der­ga­be des ein­ge­hen­den Si­gnals aus­ge­ge­ben wird. Bei er­neu­tem Druck hö­ren Sie nur noch das Wie­der­ga­be­si­gnal der DAW, je nach Mo­ni­to­ring-Ein­stel­lung zwar in­klu­si­ve Auf­nah­me­si­gnal, aber eben mit ent­spre­chen­der La­tenz. Ei­ne stu­fen­lo­se Re­ge­lung wä­re zwar schö­ner ge­we­sen, um die Laut­stär­ke zwi­schen Auf­nah­me und Wie­der­ga­be­si­gnal an­glei­chen zu kön­nen, in der Pra­xis kommt man aber auch mit der 50:50-Re­ge­lung ganz gut zu­recht.

Her­vor­ra­gen­der Klang

Die Klang­qua­li­tät so­wohl der Auf­nah­men als auch der Wie­der­ga­be über den Kopf­hö­rer­aus­gang ist auf höchs­tem Ni­veau, dies war aber von dem re­nom­mier­ten Her­stel­ler Apo­gee auch nicht an­ders zu er­war­ten. Die Wand­ler leis­ten her­vor­ra­gen­de Di­ens­te, es klingt al­les sehr klar, trans­pa­rent, druck­voll, dy­na­misch und oh­ne un­er­wünsch­te Ne­ben­ge­räu­sche oder Fre­quenz­ver­bie­gun­gen. Der neue Over­dri­ve-Mo­dus ist ei­ne ech­te Be­rei­che­rung und bie­tet ei­ne war­me und run­de Ver­zer­rung, die sich nicht nur auf Gi­tar­ren gut macht, son­dern auch Bäs­se und so­gar Syn­the­si­zer schön an­fet­ten kann.

Da sich Over­dri­ve nur an- und aus­schal­ten und nicht wei­ter re­geln lässt (au­ßer in ge­wis­sem Um­fang durch An­pas­sen der Laut­stär­ke des ein­ge­speis­ten In­stru­ments), be­nö­ti­gen Sie für das HiGain-Gi­tar­ren­brett oder aber die nur leicht ge­sät­tig­te Jazz-Gi­tar­re ei­nen zu­sätz­li­chen Amp-Si­mu­la­tor. Er­freu­li­cher­wei­se ist BI­AS FX von Po­si­ti­ve Grid im Lie­fer­um­fang ent­hal­ten, ei­ne durch­aus be­währ­te Amp- und Ef­fekt­si­mu­la­ti­on, die meh­re­re Amps und Pe­da­le vir­tu­ell zur Ver­fü­gung stellt und stand-alo­ne oder als Plug-in in der DAW ge­nutzt wer­den kann. Der ein­ge­bau­te Over­dri­ve und das Ef­fekt-Plug-in schlie­ßen sich üb­ri­gens nicht ge­gen­sei­tig aus, im Ge­gen­teil: Je nach ge­wähl­tem Ef­fekt kann der ein­ge­bau­te Over­dri­ve noch mal für ei­ne or­dent­li­che Por­ti­on Schub sor­gen.

Fa­zit

Jam+ ist ein sehr kom­pak­tes USB-Au­dio­in­ter­face mit ex­zel­len­tem Sound so­wie prak­ti­scher Over­dri­ve-Funk­ti­on. Jam+ er­mög­licht oh­ne auf­wen­di­ge In­stal­la­ti­on und Ein­rich­tung pro­fes­sio­nel­le Auf­nah­men von Gi­tar­re, Bass und an­de­ren In­stru­men­ten un­ter­wegs oder im Desk­top-Stu­dio. Zu kri­ti­sie­ren ist der feh­len­de Laut­stär­ke­reg­ler für den Kopf­hö­rer, der im Pra­xis­test schmerz­lich ver­misst wur­de.

 ??  ?? Neu hin­zu­ge­kom­men ist ein Kopf­hö­rer­aus­gang, der man­gels Pe­gel­reg­ler aber per Soft­ware in der Laut­stär­ke ge­re­gelt wer­den muss.
Neu hin­zu­ge­kom­men ist ein Kopf­hö­rer­aus­gang, der man­gels Pe­gel­reg­ler aber per Soft­ware in der Laut­stär­ke ge­re­gelt wer­den muss.

Newspapers in German

Newspapers from Germany