Beat

DJ-In­ter­view: Adria­tique

- www.face­book.com/adria­ti­que­of­fi­ci­al Entertainment · Music

Adri­an Sha­la und Adri­an Schwei­zer tei­len sich nicht nur den Vor­na­men – als Adria­tique tei­len sie sich auch ein Le­ben auf den Büh­nen die­ser Welt. To­bi­as Fi­scher sprach mit dem be­gehr­ten Schwei­zer DJ-Act über ihr am­bi­tio­nier­tes Al­bum „Nu­de“, die Fein­hei­ten ih­res Duo-An­sat­zes so­wie die in­ne­re Ru­he, mit nicht per­fek­ten Si­tua­tio­nen um­zu­ge­hen.

Adri­an Sha­la und Adri­an Schwei­zer tei­len sich nicht nur den Vor­na­men – als Adria­tique tei­len sie sich auch ein Le­ben auf den Büh­nen die­ser Welt. To­bi­as Fi­scher sprach mit dem be­gehr­ten Schwei­zer DJ-Act über ihr am­bi­tio­nier­tes Al­bum „Nu­de“, die Fein­hei­ten ih­res Duo-An­sat­zes so­wie die in­ne­re Ru­he, mit nicht per­fek­ten Si­tua­tio­nen um­zu­ge­hen.

Beat / DJ-Sets wer­den nach dem En­de zu Er­in­ne­run­gen, ein Al­bum bleibt. Wie hat die Ar­beit an „Nu­de“die Be­deu­tung vom Auf­le­gen und Pro­du­zie­ren noch ein­mal deut­lich ge­macht?

Adria­tique / In die­sem Fall noch viel mehr wie sonst. Bei „Nu­de“ha­ben wir uns zum ers­ten Mal ge­traut, we­ni­ger Dance­floor-kom­pa­ti­ble Mu­sik zu re­lea­sen. Das war ein sehr wich­ti­ger Schritt um die Er­war­tun­gen et­was zu bre­chen, um den Ho­ri­zont un­ser Fans zu er­wei­tern und auch neue Oh­ren zu über­zeu­gen. Trotz­dem kann man ei­ni­ges vom Al­bum im Club spie­len.

Beat / Eu­re Zu­sam­men­ar­beit als DJ-Duo ist ziem­lich ein­zig­ar­tig. Was ist aus eu­rer Sicht der Un­ter­schied zum So­lo-Auf­le­gen?

Adria­tique / Man kann nicht so ein­fach zu je­der Zeit mal auf die Toi­let­te ge­hen, auch wenn sie weit weg ist. Und man muss mal! Spaß bei Sei­te, zu zweit kann man al­les tei­len. Die schö­nen wie auch nicht so tol­len Mo­men­te im pri­va­ten wie auch pro­fes­sio­nel­len Le­ben. So­mit teilt man auch ei­ne ge­wis­se Ver­ant­wor­tung. Das nimmt je­dem ein we­nig Ge­wicht von den Schul­tern. Al­ler­dings muss man auch ge­willt sein, Kom­pro­mis­se ein­zu­ge­hen, manch­mal dem an­de­ren den Le­ad über­las­sen. Wir ver­su­chen auch, ver­schie­de­ne Mu­sik­ge­schmä­cker mit­ein­an­der zu ver­bin­den. Das ist nicht ganz ein­fach. Aber wenn es klappt, kom­men da gan­ze tol­le Ge­schich­ten bei raus, die bei ei­ner ge­wis­sen Mo­no­to­nie so nicht mög­lich wä­re. Da wir zu zweit sind, ver­mischt sich bei uns ei­ni­ges. Wenn man dann mal al­lei­ne spielt, merkt man, wie ei­nem ei­ne Mei­nung fehlt, die man ge­wohnt ist.

Beat / Ihr scheint ein ganz ei­ge­nes Sys­tem beim Auf­le­gen zu ha­ben, das über ein kon­ven­tio­nel­les Back2Back hin­aus­geht. Könnt ihr ein we­nig über die­se Zu­sam­men­ar­beit auf der Büh­ne er­zäh­len?

Adria­tique / Grund­sätz­lich ma­chen wir kei­ne Play­lists für Gigs und be­rei­ten uns eher sel­ten ex­pli­zit vor. Durch­aus pla­nen wir ein we­nig den An­fang, aber auch das nur bei grö­ße­ren Shows. Bei Club­Gigs pas­siert meis­tens al­les aus dem Mo­ment und lebt von Spon­ta­ni­tät. Wir spie­len klas­sisch mit 4 CDJs, ha­ben aber 3 Ef­fekt­ge­rä­te in der Schlau­fe, die wir se­pa­rat oder zu­sam­men ver­wen­den. Adri­an Schwei­zer ist mit die­sen Ge­rä­ten un­heim­lich ver­siert und kre­iert mit ih­nen Mo­men­te, die ein­zig­ar­tig sein kön­nen. Das ist dann ei­ne Mi­schung aus den ur­sprüng­li­chen Tracks, dem Mi­xing wel­ches ge­ra­de statt­fin­det und den ver­schie­de­nen Ef­fek­ten ,die wir ver­wen­den. So­mit ver­su­chen wir das „ana­lo­ge“Auf­le­gen noch ein we­nig zu pus­hen. Das ist kei­ne Kri­tik am heu­ti­gen Auf­le­gen. Es macht so ein­fach mehr Spaß und be­wirkt ei­ne ge­wis­se Her­aus­for­de­rung.

Beat / Habt ihr auch zwei völ­lig ge­trenn­te Ord­ner mit Mu­sik?

Adria­tique / Wir ha­ben ge­trenn­te Ord­ner, weil wir un­se­re ei­ge­ne Struk­tur ha­ben. Grund­sätz­lich grei­fen wir aber auf die glei­che Vor­aus­wahl zu­rück. Klar hat je­der dann noch sei­ne Per­len. Aber im Gro­ßen und Gan­zen schöp­fen wir aus dem glei­chen Topf.

Beat / Was und wie­viel wird zwi­schen den Tracks be­spro­chen?

Adria­tique / Das ist ei­ne in­ter­es­san­te Fra­ge. Es kommt ein we­nig auf die Si­tua­ti­on an. Wenn al­les glatt läuft ist es ab und zu nur ein klei­ner Scherz. Oder wie toll wir ge­ra­de den ei­nen oder an­de­ren Track fin­den. Oder ei­ner sieht was auf der Tanz­flä­che und spricht das an. Wir sind aber auch sehr kri­tisch. Das heißt, es kann sein, dass wir ge­ra­de über das Licht dis­ku­tie­ren – dar­um ha­ben wir oft je­man­den da­bei, wie Tief­ton, der schon auf uns ein­ge­spielt ist. Oder wir sind mit dem Sound nicht ganz zu­frie­den. Manch­mal ist es aber ein­fach nur: „Spiel jetzt die­sen Track, weil der super passt“und der an­de­re dann schon die nächs­te Idee hat. Es ist ein Aus­tausch.

Beat / Wie läuft der Pro­zess der Track­aus­wahl ab, was für ei­ne Rol­le spielt die Ve­nue und die Grö­ße des Events?

Adria­tique / Al­les was du hier ge­ra­de er­wähnt hast, spielt ei­ne Rol­le. Manch­mal mehr und manch­mal we­ni­ger. Bei grö­ße­ren Events ha­ben wir zum Teil die Ab­sicht, die Din­ge ein we­nig zu bre­chen und ein an­der­mal spie­len wir es dann ein we­nig sa­fer. Das hängt ein biss­chen von der Ta­ges­form ab. Grund­sätz­lich spie­len wir sehr ger­ne ak­tu­el­le Mu­sik und pro­bie­ren un­ge­hör­te Sa­chen aus. Aber das ist kein Muss. Sprich: Es ist für uns nicht das Wich­tigs­te, nur un­re­leas­te Mu­sik zu spie­len, um nach dem Wo­che­n­en­de Num­mer eins für die ID-Hun­ter zu sein. Wir ha­ben auch im­mer sehr vie­le al­te Sa­chen da­bei und ver­su­chen ei­ne ge­sun­de Mi­schung zu ge­stal­ten. Klar ist na­tür­lich, dass man man­che Tracks lan­ge spielt und wenn sie dann drau­ßen sind nicht mehr. Es liegt halt auch ein we­nig in der Ver­ant­wor­tung, der Crowd, was Neu­es zu bie­ten.

Beat / Manch­mal sind die Vor­aus­set­zun­gen für ei­nen gu­ten Sound vor Ort nicht ide­al. Wie sorgt ihr trotz­dem da­für, dass der Klang passt?

Adria­tique / Das ist so. Es kommt zwar im­mer we­ni­ger vor, aber es kommt vor. Wir sind dann am An­fang sicht­lich be­schäf­tigt An ei­nem be­stimm­ten Punkt aber ge­ben wir auf und ver­su­chen ein­fach das Bes­te dar­aus zu ma­chen. Man hat halt nur be­grenzt die Mög­lich­keit, noch was zu ver­än­dern. Wenn ein So­und­sys­tem ge­wis­se Sa­chen nicht so wie­der­ge­ben kann, wie es sein soll­te, passt man sich halt ein we­nig an.

Beat / Das klingt nach ei­ner gro­ßen in­ne­ren Ru­he.

Adria­tique / Wir hat­ten das Glück, das Auf­le­gen noch von der Pi­ke auf „ge­lernt“zu ha­ben. Das ist jetzt schon cir­ca 16-18 Jah­re her. Da war al­les noch ein we­nig an­ders als heu­te. Wir spiel­ten in Bars und klei­nen Clubs die gan­ze Nacht. Spiel­ten lan­ge und vie­le Warm-up-Sets. Hat­ten Vor­bil­der in un­se­rem un­mit­tel­ba­ren Um­feld mit gro­ßem Mu­sik-Back­ground und -Samm­lun­gen. Hör­ten ta­ge- und näch­te­lang Mu­sik, oh­ne Tracks zu skip­pen. Wir ha­ben ge­lernt, ge­dul­dig zu sein und als DJs Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Manch­mal zu­guns­ten der Crowd. Und manch­mal zu­guns­ten von uns selbst.

» Wir hat­ten das Glück, das Auf­le­gen noch von der Pi­ke auf „ge­lernt“zu ha­ben. «

 ??  ??
 ??  ??

Newspapers in German

Newspapers from Germany