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Test: Ga­me­ch­an­ger Plus Pe­dal

Das Plus Pe­dal kom­bi­niert in in­no­va­ti­ver Wei­se die Tech­nik ei­nes Lo­o­pers mit der Be­die­nung ei­nes Sustain-Pe­dals und er­mög­licht auf die­se Wei­se bei al­len In­stru­men­ten ei­ne lan­ge, re­gel­ba­re Aus­kling­pha­se.

- Von Jan Wil­king Nashville Sounds · Printer's Row, Chicago, IL · Auch

Lo­oper und cle­ve­rer Li­ve-Hel­fer

Das Plus Pe­dal wur­de in ers­ter Li­nie für Gi­tar­ris­ten ent­wi­ckelt, da­mit die­se nicht im­mer nei­disch auf das Sustain-Pe­dal des Pia­nis­ten oder Key­boar­ders schau­en müs­sen. Für ex­pe­ri­men­tier­freu­di­ge Mu­si­ker, vor al­lem aus dem Am­bi­ent-Be­reich, bie­tet das klei­ne Pe­dal aber auch in Ver­bin­dung mit Syn­the­si­zern und an­de­ren In­stru­men­ten ei­ne Spiel­wie­se mit je­der Men­ge ei­gen­stän­di­ger Sounds.

In­spi­riert vom Sustain-Pe­dal

Plus Pe­dal sitzt in ei­nem ro­bus­ten Ge­häu­se aus schwar­zem Alu­mi­ni­um, die ver­gol­de­te Pe­dal­zun­ge weckt so­fort Er­in­ne­run­gen an ein klas­si­sches Sustain-Pe­dal für E-Pia­no & Co.. An der Sei­te fin­den Sie zwei Schal­ter. Hier­mit schal­ten Sie den Be­triebs­mo­dus zwi­schen ei­nem (Sin­gle) und bis zu fünf über­ein­an­der ge­schich­te­ten Lay­ern (Group) um, zu­dem kön­nen Sie den Aus­gän­gen nur das Ef­fekt­si­gnal zu­ord­nen und das Ori­gi­nal­si­gnal kom­plett aus­blen­den (Split).

An An­schlüs­sen gibt es di­ver­se Klin­ken­buch­sen für Ein­gangs- und Aus­gangs­si­gnal (bei­des nur mo­no, schließ­lich wur­de das Ge­rät in ers­ter Li­nie für Gi­tar­ris­ten ent­wi­ckelt), ei­ne Send-Re­turn-Schlei­fe so­wie ei­nen Aus­gang für das un­be­ar­bei­te­te Ori­gi­nal­si­gnal. Die letzt­ge­nann­te Buch­se er­füllt ei­ne Dop­pel­funk­ti­on, hier­an kön­nen Sie auch ei­nen op­tio­na­len Fuß­tas­ter an­schlie­ßen. Ha­ben Sie mit den ver­schie­de­nen Lay­ern ei­nen schö­nen Klang­tep­pich er­stellt, schal­ten Sie mit die­sem Fuß­tas­ter das Ori­gi­nal­si­gnal stumm und ar­bei­ten nur noch mit dem Ef­fekt­si­gnal an den Aus­gän­gen. Der Dry-Aus­gang bleibt da­bei aber er­hal­ten, da der Tas­ter ihn durch­schleift. Mit Hil­fe der Split, Mix und Wet-Op­tio­nen las­sen sich durch­aus in­ter­es­san­te Ste­reo-Ef­fek­te er­zie­len, auch wenn das Pe­dal eigentlich mo­no aus­ge­legt ist. Für die Strom­ver­sor­gung wird ein Netz­teil be­nö­tigt, das aber nicht im Lie­fer­um­fang ent­hal­ten ist. Bat­te­rie­be­trieb ist lei­der nicht mög­lich.

Lo­oper

Plus Pe­dal ori­en­tiert sich zwar an der Funk­ti­on von Lo­opern, geht aber ei­nen et­was an­de­ren Weg. Denn das ein­ge­hen­de Si­gnal wird nicht erst ab Ak­ti­vie­rung durch das Pe­dal auf­ge­zeich­net, son­dern per­ma­nent ab­ge­tas­tet. Wenn Sie das Pe­dal tre­ten, wird das zu­letzt auf­ge­nom­me­ne Au­dio­si­gnal qua­si ein­ge­fro­ren und in Schlei­fe ab­ge­spielt und kann dann durch die vier schi­cken Po­tis auf der Ober­sei­te be­ar­bei­tet wer­den. Mit dem Blend-Reg­ler pas­sen Sie das Misch­ver­hält­nis zwi­schen dem ein­ge­hen­dem und dem in Lo­op ge­spiel­tem Au­dio­ma­te­ri­al an. Sie kön­nen al­so ei­ne ge­spiel­te Pas­sa­ge lan­ge aus­klin­gen las­sen und neue Me­lo­di­en über den Klang­tep­pich spie­len. Der Sustain-Reg­ler be­stimmt da­bei, wie lan­ge die Klang­schlei­fe aus­klin­gen soll, vom kur­zen Nach­hall bis zum un­end­li­chen Aus­klin­gen ist hier al­les mög­lich. Im Group-Mo­dus be­stim­men Sie mit dem Sustain-Reg­ler die An­zahl der gleich­zei­tig er­klin­gen­den Lay­er und da­mit die Dich­te und Kom­ple­xi­tät des Ef­fekts. Für flie­ßen­de Über­gän­ge sorgt der Tail-Reg­ler, der den Zei­t­raum des Ab­klin­gens der Sustain-Lo­op nach Los­las­sen des Pe­dals ein­stellt. Auch hier ist ein un­end­li­ches Aus­klin­gen selbst nach Los­las­sen des Pe­dals mög­lich, wei­te­re Lay­er kön­nen dann über die­sen Klang­tep­pich hin­zu­ge­fügt wer­den. Das Ge­gen­stück zu Tail bil­det der Ri­se-Reg­ler, mit dem Sie die Zeit des Ein­fa­dens der Sustain-Lo­op nach Drü­cken des Pe­dals be­stim­men.

Pe­dal mit drei Po­si­tio­nen

Das Pe­dal kann in zwei Po­si­tio­nen ge­hal­ten wer­den. Halb durch­ge­drückt klingt die Sustain-Lo­op et­was dump­fer und lei­ser, was ge­ra­de bei meh­re­ren ge­schich­te­ten Lo­ops für mehr Va­ria­tio­nen sorgt. Ein schnel­ler Tritt auf das Pe­dal löscht al­le ak­ti­ven Sustain-Lo­ops im Sti­le ei­nes Kill-Swit­ches, ein schnel­ler Tritt nur bis zur mitt­le­ren Po­si­ti­on löscht nur das letz­te auf­ge­nom­me­ne Lay­er (dies er­for­dert al­ler­dings ei­ne ge­wis­se Übung). Ei­ne LED auf der Ober­sei­te zeigt mit ver­schie­de­nen Hel­lig­keits­stu­fen an, ob das Pe­dal halb oder voll ge­drückt ist.

Fa­zit

Wenn Sie ei­nen Stry­mon Bi­gSky er­war­ten, der aus ein­ge­hen­den Tö­ne woh­lig-spa­ci­ge Klang­tep­pi­che macht, dann sind Sie beim Plus Pe­dal falsch. Man hört schon deut­lich die kur­zen, ge­loop­ten Pas­sa­gen und auch die Re­du­zie­rung der Klang­qua­li­tät durch die 26 kHz Sam­pling-Ra­te. Es er­for­dert zu­dem ei­ni­ge Er­fah­rung und Übung, um das Pe­dal kon­trol­liert an der rich­ti­gen Stel­le ein­zu­set­zen. Da­für wird man aber auch mit ein­zig­ar­ti­gen Er­geb­nis­sen be­lohnt, die in die­ser Art wohl kein an­de­res Ef­fekt­ge­rät er­zeu­gen kann. Glit­chi­ge At­mo­sphä­ren, Clus­ter-Sounds, herr­lich schrä­ge Ar­peg­gi­os – der Fan­ta­sie sind kaum Gren­zen ge­setzt, zu­mal al­le Pa­ra­me­ter dy­na­misch per Fuß und Hand an­ge­passt wer­den kön­nen. Dies macht Plus Pe­dal zu ei­nem au­ßer­ge­wöhn­li­chen Per­for­mance-Tool für ex­pe­ri­men­tier­freu­di­ge Mu­si­ker.

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Über vier Reg­ler auf der Ober­sei­te lässt sich die Sustain-Lo­op an­pas­sen.

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