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Desk­top-Au­dio

Nach­dem Ma­ckie sein Port­fo­lio be­reits um Kopf­hö­rer­ver­stär­ker und In-Ears er­wei­tert hat, kommt jetzt pas­send da­zu auch ei­ne Se­rie güns­ti­ger Kopf­hö­rer.

- Von Jan Wil­king Wireless Technology · Tech

Al­les, was auf dem Desk­top nütz­lich ist

Beim ge­tes­te­ten MC-250 han­delt es sich um ei­nen ohr­um­schlie­ßen­den Kopf­hö­rer in ge­schlos­se­ner Bau­wei­se, der trotz des güns­ti­gen Prei­ses von un­ter 100 Eu­ro auch Stu­dio­an­sprü­chen ge­nü­gen soll. Er ist über­wie­gend aus Kunst­stoff ge­fer­tigt und mit 265 g re­la­tiv leicht aus­ge­fal­len, macht aber den­noch ei­nen ro­bus­ten Ein­druck und dürf­te auch mal ei­nen Sturz vom Desk­top un­be­scha­det über­ste­hen. Die Ohr­mu­scheln las­sen sich zum er­leich­ter­ten Trans­port platz­spa­rend nach in­nen klap­pen, ei­ne pas­sen­de Ta­sche ist im Lie­fer­um­fang ent­hal­ten. Das De­sign des schwar­zen Ge­häu­ses ist bis auf das Ma­ckie-Lo­go un­auf­fäl­lig und zeit­los. Der Kopf­hö­rer sitzt dank ver­stell­ba­rem Bü­gel an­ge­nehm auf dem Kopf, oh­ne zu stark zu pres­sen oder zu lo­cker zu sit­zen und zu ver­rut­schen. Le­dig­lich Men­schen mit sehr gro­ßen Köp­fen könn­ten hier an das Li­mit der Ver­stell­bar­keit kom­men. Die Pols­te­rung des Kopf­bü­gels und der Ohr­mu­scheln ist aus ei­ner Art wei­chem Kunst­le­der und er­mög­licht auch län­ge­res Ar­bei­ten oh­ne un­an­ge­neh­mes Druck­ge­fühl. Ins­ge­samt sind Hap­tik und Kom­fort dem Preis an­ge­mes­sen, der MC-250 fühlt sich we­der bil­lig noch be­son­ders hoch­wer­tig an. Das ein­sei­tig an­ge­brach­te Kabel ist ab­nehm­bar und lässt sich so bei Be­schä­di­gung leicht aus­tau­schen, ei­ne Ba­jo­nett­ver­rie­ge­lung schützt vor ver­se­hent­li­chem Her­aus­rut­schen. Das ge­ra­de Kabel ist et­wa 3 Me­ter lang und en­det auf ei­nen ver­gol­de­ten Mi­ni­k­lin­ke-Ste­cker. Ein Ad­ap­ter auf

6,3-mm-Klin­ke wird mit­ge­lie­fert. Wei­te­re Kabel hat Ma­ckie der­zeit nicht im Pro­gramm, ins­be­son­de­re ein Spi­ral­ka­bel en­dend auf gro­ße Klin­ke wä­re für den Stu­dio­ge­brauch durch­aus in­ter­es­sant.

Mit­tel­mä­ßi­ge Däm­mung

Die tech­ni­schen Da­ten wei­sen kei­ne gro­ßen Be­son­der­hei­ten auf. Der Kopf­hö­rer be­sitzt 50mm Trei­ber, die ei­nen Fre­quenz­gang von 10 Hz bis hin­aus zu 20 kHz er­lau­ben sol­len. We­nig über­ra­schend folgt Ma­ckie dem all­ge­mei­nen Trend zu nied­ri­gen Im­pe­dan­zen auch bei Stu­dio­kopf­hö­rern, mit 38 Ohm lie­fert der MC250 auch an­ge­schlos­sen an mo­bi­le De­vices wie Smart­pho­ne und Ta­blet oh­ne zu­sätz­li­chen Kopf­hö­rer­ver­stär­ker aus­rei­chen­de Laut­stär­ke. Hier­bei ist aber zu be­ach­ten, dass der MC-250 trotz der ge­schlos­se­nen Bau­wei­se nicht voll­stän­dig dämmt. Bei hö­he­rer Laut­stär­ke dringt die Mu­sik durch­aus hör­bar auch nach au­ßen, was den Sitz­nach­barn in der Bahn stö­ren könn­te. Im Stu­dio­ge­brauch spielt dies vor al­lem bei Auf­nah­men von Ge­sang oder lei­ser akus­ti­scher In­stru­men­te ei­ne Rol­le, da bei lau­tem Play­back über die Kopf­hö­rer die­ses un­er­wünsch­te Si­gnal mit auf­ge­nom­men wird. Auch bei Auf­nah­me lau­ter In­stru­men­te wie ei­nem Akus­tik­schlag­zeug ist dies ein Nach­teil, da so die Au­ßen­ge­räu­sche das Play­back, al­len vor­an das Click-Si­gnal für das rich­ti­ge Ti­ming über­tö­nen kön­nen. Als Auf­nah­me­kopf­hö­rer ist der MC-250 al­so nur be­dingt ge­eig­net. Als Kopf­hö­rer zum Pro­du­zie­ren, Mi­schen und Mas­tern spielt dies al­ler­dings we­ni­ger ei­ne Rol­le, dort emp­fan­den wir die nur mit­tel­mä­ßi­ge Däm­mung so­gar ganz an­ge­nehm, weil da­durch auch das un­an­ge­nehm wir­ken­de Ge­fühl der akus­ti­schen Iso­la­ti­on ab­ge­min­dert wird.

Ehr­li­cher Klang

Klang­lich über­zeugt der MC-250 mit ei­nem über­ra­schend ehr­li­chen Bass. Der Kopf­hö­rer kann auch tie­fe und vol­le Bäs­se ab­bil­den, wenn die­se Fre­quenz tat­säch­lich im Mix vor­han­den ist. Un­na­tür­lich auf­ge­bauscht und be­tont wird da­bei al­ler­dings nicht, Ma­ckie hat ei­ne gu­te Ab­stim­mung zwi­schen der über­trie­be­nen Bass­wie­der­ga­be vie­ler mo­der­ner Kopf­hö­rer für den Mu­sik­kon­sum und der Bas­sar­mut ei­ni­ger Mo­ni­tor­kopf­hö­rer ge­fun­den. Mitt­le­re und ho­he Fre­quen­zen ma­chen ei­nen of­fe­nen und rea­lis­ti­schen Ein­druck und er­mög­li­chen auch das Hö­ren von De­tails, oh­ne un­an­ge­nehm spitz zu wir­ken. Im Ver­gleich zum par­al­lel ge­tes­te­ten ADAM SP-5 hört man zwar schon Un­ter­schie­de in Be­zug auf die Auf­lö­sung der Hö­hen und auch der Mit­ten­be­reich wirkt beim ADAM vol­ler, al­ler­dings kos­tet er mit 550 Eu­ro auch mehr als das Fünf­fa­che. Auch in Sa­chen räum­li­che Ab­bil­dung kann der Ma­ckie-Kopf­hö­rer nicht ganz mit­hal­ten, dies ist aber ein be­kann­ter Schwach­punkt güns­ti­ger ge­schlos­se­ner Kopf­hö­rer. Das Im­puls­ver­hal­ten des MC-250 ist da­ge­gen über­durch­schnitt­lich gut, Tran­si­en­ten wer­den kna­ckig und kom­pres­si­ons­frei wie­der­ge­ge­ben.

Fa­zit

Ma­ckie MC-250 ist ein güns­ti­ger Stu­dio­kopf­hö­rer, der mit ei­nem aus­ge­gli­che­nen Klang­bild punk­tet. Vor al­lem die ehr­li­che Bass­wie­der­ga­be, die un­an­ge­streng­ten Hö­hen so­wie die Im­pul­streue sind für die­se Preis­klas­se über­durch­schnitt­lich gut. Als Mo­ni­tor­kopf­hö­rer für das Desk­top-Stu­dio ist der MC-250 un­ein­ge­schränkt emp­feh­lens­wert, bei Auf­nah­men muss al­ler­dings die für ei­nen ge­schlos­se­nen Kopf­hö­rer re­la­tiv ge­rin­ge akus­ti­sche Ab­schir­mung be­ach­tet wer­den.

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Der Kopf­hö­rer lässt sich für den Trans­port platz­spa­rend ein­klap­pen, ei­ne pas­sen­de Ta­sche ist auch da­bei.
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