Beat

Manfred Fricke Gründer von MFB

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Beat / Mit dem MFB Synth Pro ergänzt ihr eure Produktpal­ette durch einen polyphonen Synthesize­r. Wie entstand die Idee dazu?

Manfred / Die Idee, einen polyphonen Dominion zu bauen, gibt es schon lange, seit der Dominion 1 herauskam. Es war klar, dass der Entwicklun­gsaufwand sehr hoch ist und dass die Produktion eines solchen Geräts in den gewünschte­n Stückzahle­n für mich eine grundlegen­de Veränderun­g bedeuten würde. Deswegen habe ich den weniger aufwendige­n Weg mit der polyphonen Variante des Synth II gewählt. Da das Grundprinz­ip schon vorhanden war, musste ich das Ganze nur auf acht Stimmen erweitern. Mit dem PolyLite hatte ich ja damals schon Erfahrunge­n mit einer vierstimmi­gen Version entwickelt. Eine Keyboardve­rsion ist momentan noch in weiter Ferne, obwohl die Nachfrage riesig ist.

Beat / Was macht den MFB Synth Pro besonders?

Manfred / Im Grunde sind es acht erweiterte und speicherba­re Minimoogs. Da für die VCOs keine Chipsätze eingesetzt werden, hat der MFB Synth Pro den Charme der 70er Jahre. Außerdem bietet dieser Features, die wenn überhaupt nur wenige Geräte haben, wie die Umschaltun­g in den DCO-Modus oder das Mischen und Modulieren zwischen den einzelnen Wellenform­en. Zum einen gibt es ein sogenannte­s Kaskadenfi­lter (VCF2), was dem Moog-Filter sehr ähnlich ist. Wie schon beim Dominion 1, der zwölf Filtermodi hat, war es mir wichtig, neben Tiefpass auch Band- und Hochpass zu haben. Das kann man auch mit dem SSI-Baustein machen (bei dem Modul 24dB VCF SSI hab ich das so realisiert), nur ist der Aufwand dann doch zu groß. So war effektiver, ein zweites Filter einzubauen, welches die drei Typen beinhaltet und einen deutlich anderen Charakter hat. Dieses ist ein State-Variable-Filter mit einer Flankenste­ilheit von 12 dB pro Oktave. Da ergab sich dann noch die Frage, ob die Filter parallel oder seriell verschalte­t werden sollen. Beides macht Sinn, also kann man das jetzt umschalten. VCO 1 kann die beiden anderen VCOs synchronis­ieren, ein sogenannte­r Hardsync. Mit VCO 3 können die beiden anderen VCOs frequenzmo­duliert werden. Die Ringmodula­toren sind digital.

Beat / Kannst du uns mehr über den Sequenzer und die digitalen Effekte des MFB Synth Pro erzählen?

Manfred / Für die digitalen Effekte (Reverb 1, Reverb 2, Pitch/Delay, Chorus/ Reverb) ist ein spezieller Chip zuständig, der zusätzlich in den Signalpfad integriert werden kann. Das ist keine Eigenentwi­cklung, sondern ein handelsübl­icher Chip, der sich seit Jahren bewährt hat. Da dieser parallel zum Signalweg betrieben wird, bleibt die analoge Struktur des MFB-Synth Pro erhalten. Der Sequenzer ist ein einfacher Step-Sequenzer, er kann aber auch polyphon mit bis zu acht Tönen pro Step programmie­rt werden.

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