Ge­fahr lau­ert am Tun­nel­ein­gang

Bergische Morgenpost Hueckeswagen - - WUPPERTAL KOMPAKT - VON ANDRE­AS BOLLER

Der Wunsch nach mehr Licht in den Tun­neln der Nord­bahn­tras­se wird laut. Doch es stellt sich die Fra­ge: Ge­fähr­det das die dort le­ben­den Fle­der­mäu­se? Die Lö­sung könn­ten wei­te­re Kom­pro­mis­se sein. Die Prü­fung hat be­gon­nen.

Wer auf der Nord­bahn­tras­se un­ter­wegs ist, der muss sich auf wech­seln­de Licht­ver­hält­nis­se ein­stel­len. Be­son­ders krass ist der Kon­trast am Ein­gang der Tras­sen­tun­nel. Ist die Be­leuch­tung aus­rei­chend? Wür­de der Schutz der in den Tun­neln le­ben­den Fle­der­mäu­se durch ei­ne stär­ke­re Be­leuch­tung ge­fähr­det? Mit die­sen Fra­gen wer­den sich die Mit­glie­der des Ver­kehrs­saus­schus­ses nach der Som­mer­pau­se in der Fol­ge ei­nes Bür­ger­an­trags be­schäf­ti­gen müs­sen. Und sie müs­sen da­bei Si­cher­heits­as­pek­te und Fra­gen des Na­tur­schut­zes ge­gen­ein­an­der ab­wä­gen.

Im Haupt­aus­schuss war die Ent­schei­dung über ei­nen Bür­ger­an­trag ver­tagt und an den Fach­aus­schuss über­wie­sen wor­den. In dem Bür­ger­an­trag wird die Ver­wal­tung auf­ge­for­dert, die Tun­nel­be­leuch­tun­gen auf der Nord­bahn­tras­se dem heu­ti­gen Stand der Tech­nik an­zu­pas­sen und da­durch so zu ver­bes­sern, „dass ei­ne nicht durch die schlech­te Sicht be­ding­te Ge­fähr­dungs­si­tua­ti­on bei der Be­geg­nung der zahl­rei­chen un­ter­schied­li­chen Tras­sen­nut­zer ent­steht“.

Die Ver­wal­tung hat­te den Rats­frak­tio­nen vor­ge­schla­gen, die­sen Bür­ger­an­trag ab­zu­leh­nen und in der Be­grün­dung auf den auf­wen­di­gen Ab­stim­mungs­pro­zess zwi­schen der Be­zirks­re­gie­rung Düsseldorf, dem Lan­des­amt für Na­tur-, Um­welt- und Ver­brau­cher­schutz, den Um­welt­ver­bän­den, den be­tei­lig­ten Fach­gut­ach­tern, Ver­kehrs­ex­per­ten und der Stadt­ver­wal­tung beim Bau der Nord­bahn­tras­se hin­ge­wie­sen. Die­sen müh­sam ge­fun­de­nen Kom­pro­miss will die Ver­wal­tung of­fen­sicht­lich nicht ge­fähr­den.

Wei­te­re Kom­pro­mis­se könn­ten al­ler­dings die Lö­sung sein. So schlug der CDU-Stadt­ver­ord­ne­te Lud­ger Ki­ne­ke im Haupt­aus­schuss vor, ei­ne stär­ke­re Be­leuch­tung nur tags­über und spe­zi­ell an den Tun­nel­ein­gän­gen vor­zu­neh­men. Nun muss ge­prüft wer­den, ob sich die­ser An­satz mit der har­ten Li­nie der Be­zirks­re­gie­rung ver­ein­ba­ren lässt. Die hat­te auf An­fra­ge der Wup­per­tal­be­we­gung al­len Ve­rän­de­rungs- leuch­tung der Tras­sen­tun­nel tags­über drin­gend er­for­der­lich. Um ei­ne Prü­fung hat­te Cars­ten Ger­hardt die Be­zirks­re­gie­rung dar­um be­reits im ver­gan­ge­nen Som­mer ge­be­ten.

„Es kommt im­mer wie­der zu ge­fähr­li­chen Si­tua­tio­nen an den Tun­nel­ein­gän­gen. Rad­fah­rer müs­sen mit Licht fah­ren, aber es sind auch Fuß­gän­ger, Rol­ler­fah­rer oder Ska­ter oh­ne Be­leuch­tung auf der Tras­se un­ter­wegs. Ei­ne hel­le­re Be­leuch­tung im Tun­nel zu­min­dest in den Som­mer­mo­na­ten wür­de die Fle­der­mäu­se, die tags­über hin­ter Schutz­wän­den schla­fen, kei­nes­wegs stö­ren“, sagt Cars­ten Ger­hardt.

Der Tun­nel Schee ist nur ei­ner von vie­len, in de­nen sich Fle­der­mäu­se wohl­füh­len.

Fo­to: Ger­hard Bartsch (Ar­chiv)

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