Das Wasserfuhr-Al­bum mischt Al­tes und Neu­es

Bergische Morgenpost Hueckeswagen - - Hückeswagen -

(wow) Ab wann ist et­was ein mu­si­ka­li­sches Tra­de­mark? Spä­tes­tens dann, wenn man fünf Se­kun­den der Mu­sik zu­hört und sie dann so­fort ei­nem be­stimm­ten Mu­si­ker zu­ord­nen kann. So ist das mitt­ler­wei­le beim Trom­pe­ten­klang von Ju­li­an Wasserfuhr. Da er­klin­gen die ers­ten Tö­ne des Ope­ners „Cel­lo Bel­lo“des mitt­ler­wei­le sechs­ten Al­bums der Jazz-Brü­der – und so­fort weiß der Zu­hö­rer: die­sen wei­chen, war­men Trom­pe­ten­klang bekommt nur ei- ner so hin. „Re­la­xin‘ In Ire­land“heißt der Nach­fol­ger von „Lan­ded In Brook­lyn“aus dem Vor­jahr.

Und der Na­me ist Pro­gramm. Wo der in New York auf­ge­nom­me­ne und Charts-er­prob­te Vor­gän­ger noch quir­lig und vol­ler groß­städ­tisch ge­präg­ter Hek­tik war, ist das mit dem Cel­lis­ten Jörg Brink­mann ein­ge­spiel­te „Re­la­xin‘ in Ire­land“ein ech­ter Bal­sam für Oh­ren und Ge­müt. Ein­ge­spielt wur­de das Al­bum der un­ge­wöhn­li­chen Trio-Be­set- zung in ei­nem ab­ge­le­ge­nen Stu­dio auf der grü­nen In­sel. Die CD kann hel­fen, in die­ser schnell­le­bi­gen Zeit zur Ru­he zu kom­men, ab­zu­schal­ten und letzt­lich auch Kraft zu tanken.

Da­bei ha­ben die drei Mu­si­ker – ne­ben ganz al­ten ei­ge­nen Songs wie dem be­reits auf dem ers­ten Al­bum„Re­mem­ber Chet“ver­tre­te­nen „You Are A Fri­end Of Mi­ne“– na­tür­lich auch brand­neue Stü­cke auf­ge­nom­men wie das dem Was­ser­fuhr­schen Bier „Schnaff“ge­wid­me­te gleich­na­mi­ge Lied. Das ver­ar­bei­tet ge­konnt iri­sche Me­lo­di­en und lebt vom traum­wand­le­risch si­che­ren und wun­der­bar har­mo­ni­sie­ren­den Zu­sam­men­spiel der Jazz-Ge­schwis­ter. Da­zu ge­sellt sich im­mer wie­der, wie selbst­ver­ständ­lich, das Cel­lo.

Hö­he­punkt ist aber wie­der ein­mal ei­ne phan­ta­sie­voll und un­nach­ahm­lich ein­ge­spiel­te Co­ver-Ver­si­on. Dies­mal vom klas­si­schen Shan­ty „What Shall We Do With The Drun­ken Sailor“. Die­ses kurz „Drun­ken Sailor“be­ti­tel­te Stück er­kennt man erst ir­gend­wann an der cha­rak­te­ris­ti­schen Me­lo­die.

Aber auch die rest­li­chen neun Songs be­wei­sen auf be­rüh­ren­de Art und Wei­se ein­mal mehr, welch groß­ar­ti­ge Mu­si­ker die bei­den Wasserfuhr-Brü­der sind. Kein Wun­der, dass sie mitt­ler­wei­le in der gan­zen Welt un­ter­wegs sind.

Ver­öf­fent­li­chung: Frei­tag, 26. Ok­to­ber, La­bel: ACT Mu­sic, Preis: 17,50 Eu­ro.

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