Ab­wechs­lungs­rei­cher „Ni­ko­laus Jazz“im Haus Eif­gen

Bergische Morgenpost Hueckeswagen - - Wermelskirchen - VON WOLF­GANG WEITZDÖRFER

Der Ni­ko­laus mit Rau­sche­bart und rot-wei­ßem Ko­s­tüm war im Haus Eif­gen zwar nicht zu se­hen. Den­noch wur­den die rund 100 Be­su­cher bei der 175. Wer­mels­kir­che­ner Jazz-Ses­si­on durch­aus reich be­schenkt. Denn rein mu­si­ka­lisch wur­de beim „Ni­ko­laus Jazz“ei­ni­ges ge­bo­ten.

Die ers­te Band des Abends spiel­te et­wa an­dert­halb St­un­den lang und über­zeug­te vor al­lem durch ihr har­mo­ni­sches Zu­sam­men­spiel und die ge­lun­ge­ne Son­g­aus­wahl zwi­schen fet­zi­gen Boss­a­no­va-Rhyth­men auf der ei­nen Sei­te, et­wa bei „‘s Won­der­ful“, das vor al­lem durch El­la Fitz­ge­rald und Shir­ley Bas­sey be­kannt ge­wor­den ist. Auf der an­de­ren Sei­te bo­ten die Mu­si­ker Stan­dards wie „Sum­mer­ti­me“von Ge­or­ge Gershwin auf durch­aus ei­gen­stän­dig swin­gen­de Art und Wei­se nach.

Da­bei zeig­ten die fünf Mu­si­ker nicht nur her­vor­ra­gen­de in­stru­men­ta­le Leis­tun­gen an Gi­tar­re (Micha­el Re­gen­brecht), Kon­tra­bass (Man­fred Bu­cher), Schlag­zeug (Rup­pe Fuchs), Flü­gel­horn (Helmut Mün­scher) oder Kla­vier – auch der Nach­wuchs über­zeug­te am Per­cus­sions-In­stru­ment, wäh­rend er stolz ne­ben Pa­pa Karl Sprin­ger saß, der das Kla­vier nach al­len Re­geln der Jazz-Kunst be­ar­bei­te­te. Und weil ja schließ­lich Ad­vent war – und das Gan­ze ja un­ter dem Mot­to„Ni­ko­laus Jazz“fir­mier­te – durf­ten na­tür­lich auch klas­si­sche Weih­nachts-Jazz­Songs nicht feh­len, wie et­wa „Win­ter­Won­der­land“. Je­nes war bei zehn Grad Au­ßen­tem­pe­ra­tur und Re­gen zwar eher weit ent­fernt, wur­de aber von Sän­ge­rin Va­le­ria Laf­fin ge­nau­so her­vor­ra­gend ge­sun­gen, wie die an­de­ren Songs zu­vor.

Ehe dann die Büh­ne noch für den schon mit den in­stru­men­ta­len Hu­fen schar­ren­den har­ten Kern der Ses­si­onfreun­de ge­öff­net wur­de, gab es noch zwei En­sem­bles zu ge­nie­ßen: zum ei­nen ein Klez­mer-Duo an Gi­tar­re und Kla­ri­net­te, das ei­ni­ge flot­te und ab­wechs­lungs­rei­che Lie­der aus der jü­di­schen Folk­lo­re dar­bot. Zum an­de­ren das „Hei­ke Krass­ke Quin­tett“, das mit hin­ge­bungs­voll ge­spiel­ten Songs wie „On A Cle­ar Day“von Frank Si­na­tra oder „Sa­ve Your Lo­ve For Me“von Nan­cy Wil­son und Can­non­ball Ad­der­ley be­geis­ter­te. Sän­ge­rin Kras­se und ih­re Mit­spie­ler Gerd Bren­ner (Bass), Micha­el Kraut­stein (Schlag­zeug), Klaus Ja­co­by (Sa­xo­phon) und er­neut Pia­nist Sprin­ger hat­ten schließ­lich auch noch ein we­nig Weih­nachts-Jazz im Ge­päck: näm­lich die wun­der­schö­ne Bal­la­de „Ha­veYours­elf A Mer­ry Litt­le Christmas“. Das üb­li­che Kon­zept, nur ei­ne Pro­fi- oder Ama­teur­band als Ope­ner für ei­ne St­un­de spie­len zu las­sen, ha­be man an­läss­lich der 175. Ses­si­on und des Ni­ko­laus­tags aus­ge­wei­tet, sag­te Or­ga­ni­sa­tor und Mu­si­ker Re­gen­brecht. Blieb fest­zu­hal­ten, dass die­se Maß­nah­me zu­min­dest für den pas­si­ven Teil des Pu­bli­kums auf je­den Fall ein Ge­winn war.

FO­TO: SA­TIN DOLL

Die ber­gi­sche Jazz-Band Sa­tin Doll mit Sän­ge­rin Va­le­ria Laf­fin er­öff­ne­te die 175. Jazz-Ses­si­on im Haus Eif­gen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.