Ers­te Gut­ach­ten für Gleis­drei­eck in 2019

Ei­ne Mehr­heit des Ra­tes be­schließt, dass die Mög­lich­kei­ten ei­nes ge­mein­sa­men Ge­wer­be­ge­bie­tes mit Wermelskirchen und Hü­ckes­wa­gen kon­kret aus­ge­lo­tet wer­den. Die CDU ver­lässt aus Pro­test den Rats­saal.

Bergische Morgenpost Hueckeswagen - - Remscheid Kompakt - VON HEN­NING RÖSER

DieVer­wal­tung kann sich auf den Weg zur Pla­nung ei­nes ge­mein­sa­men Ge­wer­be­ge­bie­tes mit den Nach­bar­städ­ten Wermelskirchen und Hü­ckes­wa­gen ma­chen. Mit 27 von 32 Stim­men vo­tier­te der Rat am Don­ners­tag da­für, den gel­ten­den Flä­chen­nut­zungs­plan für das Gleis­drei­eck in Ber­gisch Born zu än­dern. Zum Zeit­punkt der Ab­stim­mung war es deut­lich lee­rer im

„Nie­mand kann sa­gen, dass wir wirt­schafts­feind­lich sind“

Tan­ja Krei­men­dahl Stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der CDU

Rats­saal ge­wor­den als noch bei der vor­aus­ge­gan­ge­nen in­ten­si­ven Dis­kus­si­on. Aus Pro­test dar­über, dass ih­rem Wunsch nach Ver­schie­bung der Ent­schei­dung nicht ge­folgt wur­de, ver­ließ die CDU-Frak­ti­on mit ih­ren 18 an­we­sen­den Mit­glie­dern ge­schlos­sen den Saal. So muss­te sie nicht ge­gen dieVor­la­ge stim­men.

„Nie­mand kann sa­gen, dass wir wirt­schafts­feind­lich sind“, hat­te die stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Tan­ja Krei­men­dahl zu­vor er­klärt. Vie­le of­fe­ne Fra­gen zum The­ma sei­en aber noch nicht ge­klärt. Ih­re Frak­ti­on wol­le sich die Zeit neh­men, die­se in Ru­he zu ver­tie­fen. Das sei sie den Bür­gern in Ber­gisch Born schul­dig. Gründ­lich­keit müs­se bei die­sem The­ma vor Schnel­lig­keit ge­hen, zi­tier­te Krei­men­dahl ei­nen häu­fig ver­wen­de­ten Grund­satz von Frak­ti­ons­chef Jens Net­te­ko­ven. Den an­de­ren Frak­tio­nen warf sie un­kol­le­gia­les Ver­hal­ten vor, weil sie auf ei­ne Ab­stim­mung be­standen.

Die Be­für­wor­ter des Ein­stiegs in das Än­de­rungs­ver­fah­ren ver­wie­sen dar­auf, dass der Rat schon ein­mal dem Ver­ta­gungs­wunsch der CDU ge­folgt sei. Zu­dem sei ein zen­tra­les Er­geb­nis des Be­schlus­ses, dass die Fra­gen, die die CDU derVer­wal­tung ge­stellt hat, be­ant­wor­tet wer­den kön­nen. Et­wa durch ein Ver­kehrs­gut­ach­ten, das nun in Auf­trag ge­ge­ben wer­den kann. Es soll un­ter an­de­rem klä­ren, wie das ge­mein­sa­me Ge­biet so er­schlos­sen wer­den kann, dass die Orts­durch­fahrt der B 51 in Ber­gisch Born nicht über­las­tet wird.

Die im Som­mer ver­ein­bar­te Ko­ope­ra­ti­on mit den Nach­bar­städ­ten bie­te da­für an­de­re Mög­lich­kei­ten, sag­te Sven Wolf (SPD). Da­vid Schi­chel be­ton­te für die Grü­nen, dass ein ge­mein­sa­mes Ge­wer­be­ge­biet nach­hal­ti­ger sei, als wenn je­de Stadt für sich ei­nes ent­wick­le. „Ge­wer­be­ge­bie­te sind nie schön“, sag­te Tho­mas Brüt­zel für die Wäh­ler­ge­mein­schaft. Wer sich ge­gen die Pla­nung aus­spre­che, ver­ge­be aber ei­ne Chan­ce für Rem­scheid.Von der Stadt er­war­te er nun ein „schlüs­si­ges Ver­kehrs­kon­zept“.

Wie Ober­bür­ger­meis­ter Burk­hard Mast-Weisz ges­tern im BM-Ge­spräch er­klär­te, han­delt die Stadt ak­tu­ell mit Hü­ckes­wa­gen und Wermelskirchen ei­nen Ver­trag aus, wie die Kos­ten für die nun an­ste­hen­den Gut­ach­ten un­ter an­de­rem zum Ar- ten­schutz, zum Ver­kehr oder zur Ent­wäs­se­rung auf­ge­teilt wer­den. Die Ver­ga­be der ers­ten Gut­ach­ten ist dann für 2019 ge­plant. Zum Teil müs­sen die Leis­tun­gen erst aus­ge­schrie­ben wer­den.

In der Sit­zung hat­te sich der OB ge­gen den Vor­wurf der CDU ver­wahrt, das Ge­wer­be­ge­biet durch­drü­cken zu wol­len. Be­reits 2016 ha­be der Rat ihn mit den Stim­men der CDU auf­ge­for­dert, das The­ma an­zu­ge­hen. In den ver­gan­ge­nenWo­chen ha­be die CDU in den Gre­mi­en noch für die Plä­ne ge­stimmt.

FO­TO: HEN­NING RÖSER

Be­vor es zur Ab­stim­mung kam, hat­te die CDU-Frak­ti­on den Rats­saal ver­las­sen.

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