Wirt­schaft als Gei­sel

Bergische Morgenpost Radevormwald - - STIMME DES WESTENS - VON ANT­JE HÖNING

Der Zorn der Eu­ro­pä­er über Do­nald Trump ist ver­ständ­lich: Er zieht Mau­ern im Welt­han­del hoch, zün­delt im Na­hen Os­ten und kün­digt ein­sei­tig das Atom­ab­kom­men mit dem Iran auf. Doch die EU fin­det auf ihn kei­ne über­zeu­gen­de Ant­wort. Dass sie nun ein al­tes Ab­wehr­ge­setz ge­gen USSank­tio­nen be­lebt, zeigt ih­re Schwä­che. Sie will es eu­ro­päi­schen Fir­men ver­bie­ten, Trump zu fol­gen und den Han­del mit dem Iran ein­zu­stel­len. Das ist po­li­tisch so frag­wür­dig wie öko­no­misch: Denn so wirft sich die EU den an­ti­de­mo­kra­ti­schen Mul­lahs an den Hals, um die USA un­ter Druck zu set­zen. So geht man auch in Zei­ten der Kri­se nicht mit Freun­den um, selbst wenn sie ei­nen Wirr­kopf zum Prä­si­den­ten mach­ten. Der über­for­der­te Kom­mis­si­ons­Chef Juncker macht Ge­schäf­te zu Las­ten Drit­ter. Er stellt Eu­ro­pas Fir­men vor die Wahl: Ent­we­der sie zie­hen sich aus dem Iran zu­rück und ver­sto­ßen ge­gen das EU-Ab­wehr­ge­setz. Oder sie hal­ten am Iran fest und ge­fähr­den ihr US-Ge­schäft, das bei man­chen für die Hälf­te des Um­sat­zes steht. So macht die EU die Wirt­schaft zu Gei­seln ih­rer hilf­lo­sen Po­li­tik. BE­RICHT

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