Ju­ni­or Uni ex­pe­ri­men­tiert bald im Wel­tall

Bergische Morgenpost Radevormwald - - WUPPERTAL KOMPAKT - VON ANDRE­AS BOL­LER

As­tro­naut Alex­an­der Gerst hat­te Kin­der zu Ide­en für Tests in der Schwe­re­lo­sig­keit auf­ge­ru­fen.

Alex­an­der Gerst sitzt auf ge­pack­ten Kof­fern. Am 6. Ju­ni star­tet er vom rus­si­schen Welt­raum­bahn­hof Bai­ko­nur in Ka­sachs­tan zur In­ter­na­tio­na­len Raum­sta­ti­on ISS, die der er­fah­re­ne As­tro­naut bis De­zem­ber als Kom­man­dant lei­ten wird. Der 42Jäh­ri­ge wird al­so ge­nü­gend Zeit mit­brin­gen, um ei­ne Rei­he wis­sen­schaft­li­cher Ex­pe­ri­men­te vor­zu­neh­men. Die Idee für ei­nes die­ser Ex­pe­ri­men­te stammt aus Wup­per­tal – und zwar von den jun­gen Stu­den­ten der Ju­ni­or Uni.

Den Kon­takt zum Raum­fah­rer Gerst ha­ben die Wup­per­ta­ler Kin­der über die „Sen­dung mit der Maus“ge­knüpft. Gerst hat­te Kin­der und Ju­gend­li­che da­zu auf­ge­ru­fen, ihm Vor­schlä­ge für Ex­pe­ri­men­te zu schi­cken, die er in die­sem Jahr auf der ISS durch­füh­ren kann. Die­se Ein­la­dung nah­men die vier- bis sechs­jäh­ri­gen Stu­den­ten aus dem Ra­ke­ten­kids-Kurs ger­ne an. Rie­sig war die Freu­de, als die Ent­schei­dung be­kannt­ge­ge­ben wur­de. „Un­ser Ex­pe­ri­ment wur­de in der Sen­dung mit der Maus er­klärt“, freut sich An­ni­ka Spath­mann, Haupt­amt­li­che Do­zen­tin und wis­sen- schaft­li­che Fach­ko­or­di­na­to­rin der Ju­ni­or Uni. „Als Ex­pe­ri­ment ha­ben un­se­re Stu­den­ten vor­ge­schla­gen, ei­ne Luft­bal­lon­ra­ke­te – al­so ei­nen Luft­bal­lon, der an ei­nem ge­spann­ten Seil ge­ra­de durch den Raum schießt – auch auf der ISS aus­zu­pro­bie­ren. Alex­an­der Gerst soll tes­ten, ob das in der Schwe­re­lo­sig­keit ge­nau­so gut funk­tio­niert“, er­klärt An­ni­ka Spath­mann. Da vie­le Ma­te­ria­li­en wie zum Bei­spiel Luft­bal­lons auf der ISS aber nicht vor­rä­tig sind, sei der Ver­such so ab­ge­wan­delt wor­den, dass man ihn mit den dort vor­han­de­nen Ma­te­ria­li­en durch­füh­ren kann. Al­le Ex­pe­ri­men­te, die im Wel­tall vor­ge­nom­men wer­den, müs­sen vor­her von der Eu­ro­päi­schen Welt­raum­or­ga­ni­sa­ti­on (ESA) und dann noch ein­mal von der ame­ri­ka­ni­schen Be­hör­de für Raum­fahrt und Flug­si­cher­heit (NA­SA) ge­prüft wer­den, da­mit für die As­tro­nau­ten und die Raum­sta­ti­on ISS kei­ne Ge­fahr be­steht. Da­her dau­er­te es sechs Mo­na­te, bis fest­stand, wel­che Ex­pe­ri­men­te Alex­an­der Gerst aus­füh­ren darf. Au­ßer­dem wird er tes­ten, ob er auch in der Schwe­re­lo­sig­keit schwim­men kann. Dass es ein Ex­pe­ri­ment der Ju­ni­or Uni in rund 400 Ki­lo­me­ter Hö­he in die Erd­um­lauf­bahn ge­schafft hat, ist si­cher­lich ei­ner der Hö­he­punk­te des Ju­bi­lä­ums der Ju­ni­or Uni, die vor zehn Jah­ren ge­grün­det wur­de.

„Wir sind sehr er­mu­tigt. Wir mes­sen uns in­zwi­schen mit den Bes­ten der Bes­ten. Das be­stärkt al­le un­se­re Un­ter­stüt­zer“, sagt Ernst-Andre­as Zieg­ler, Grün­der der Ju­ni­or Uni.

Die Sen­dung mit Alex­an­der Gerst und der Maus kann man sich bis Sams­tag noch im In­ter­net un­ter fol­gen­dem Link an­schau­en:

www.wdrmaus.de/ak­tu­el­le-sen­dung/

FO­TO: KLAUS GÖRGEN/WDR

Alex­an­der Gerst star­tet im Ju­ni zur Raum­sta­ti­on ISS. Im Ge­päck hat er Ide­en aus Wup­per­tal.

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