Fifa-Prä­si­dent lobt „die bes­te WM, die je statt­ge­fun­den hat“

Bergische Morgenpost Radevormwald - - FUßBALL-WM 2018 - VON FLO­RI­AN KREBL

Gi­an­ni In­fan­ti­no be­zeich­net Russ­land als „gro­ße Fuß­ball­na­ti­on“. Der Schwei­zer nährt Ge­rüch­te über die Auf­sto­ckung auf 48 Teams schon 2022 in Ka­tar.

MOS­KAU (sid) Gi­an­ni In­fan­ti­no reck­te breit grin­send den Dau­men in die Ka­me­ras, be­vor er WM-Gast­ge­ber Russ­land auf das höchs­te al­ler Po­des­te hob. „Seit ein paar Jah­ren sag­te ich, dass das die be­s­teWM über­haupt sein wird. Und das kann ich heu­te be­stä­ti­gen. Es ist die bes­te WM, die je­mals statt­ge­fun­den hat“, sag­te der Prä­si­dent des Fuß­ball-Welt­ver­ban­des Fifa in Mos­kau. Im ro­ten Ka­pu­zen­jäck­chen, das ei­gent­lich nur die frei­wil­li­gen Hel­fer tra­gen, war In­fan­ti­no er­schie­nen. Ei­ner­seits, um wie sonst auch den nah­ba­ren Gi­an­ni zu ge­ben, an­de­rer­seits, um ei­ner na­he­zu per­fek­ten Or­ga­ni­sa­ti­on Tri­but zu zol­len.

Denn die Zah­len sind be­ein­dru­ckend, das ist nicht von der Hand zu wei­sen. Wie In­fan­ti­no mit­teil- te, lag die Sta­di­on­aus­las­tung bei 98 Pro­zent. Sie­ben Mil­lio­nen Fans be­such­ten die Fan­fes­te in den Spiel­or­ten, wäh­rend drei Mil­li­ar­den Men­schen die Par­ti­en vor dem Fern­se­her ver­folg­ten. Al­lein beim Fi­na­le am Sonn­tag (17 Uhr) zwi­schen Frank­reich und Kroa­ti­en wird ei­ne glo­ba­le TV-Quo­te von rund ei­ner Mil­li­ar­de er­war­tet. Russ­land hat der Fifa ein Pro­dukt ge­lie­fert, das sich erst­klas­sig ver­mark­ten ließ.

Für die be­ein­dru­cken­de Durch­füh­rung gab es vom Schwei­zer gar ein Ex­tra­lob in Lan­des­spra­che. „Ich möch­te den Rus­sen, dem rus­si­schen Volk, dan­ken. Spas­si­bo Ros­si­ja.“Russ­land, das im Vier­tel­fi­na­le aus­ge­schie­den war, sei ei­ne „ech­te Fuß­ball-Na­ti­on“ge­wor­den. „Die Hin­ter­las­sen­schaft wird Russ­land an die Spit­ze stel­len, was Fuß­ball an­be­langt“, er­gänz­te In­fan­ti­no.

Auch vom De­büt de­s­Vi­deo­be­wei­ses zeig­te sich In­fan­ti­no höchst an­ge­tan. „Wir sind sehr zu­frie­den, dass wir ihn ein­ge­führt ha­ben“, sag­te er. „Dank des VAR ist das Spiel ge­rech­ter ge­wor­den.“19 Über­prü­fun­gen ha­be es laut In­fan­ti­no in den bis­he­ri­gen 62 Spie­len ge­ge­ben, 16 fal­sche Ent­schei­dun­gen wur­den ge­än­dert. „Die­ses Sys­tem ist bes­ser als die Ver­gan­gen­heit. Es än­dert den Fuß­ball nicht, son­dern hilft den Schieds­rich­tern, bes­se­re Ent­schei­dun­gen zu tref­fen“, sag­te der Schwei­zer.

Kri­tik da­hin­ge­hend, dass die WM mit vier eu­ro­päi­schen Teams (Bel­gi­en, En­g­land, Frank­reich und Kroa­ti­en) im Halb­fi­na­le zu ei­nem ein­sei­ti­gen Kon­ti­nen­tal­wett­be­werb ver­kom­men sei, ließ In­fan­ti­no nicht gel­ten. Viel­mehr freue sich der 48-Jäh­ri­ge über den Fi­nal­ein­zug der Über­ra­schungs­mann­schaft aus Kroa­ti­en.„Ich den­ke nicht, dass Kroa­ti­en als Groß­macht des eu­ro­päi­schen Fuß­balls ge­se­hen wer­den kann“, sag­te er. Au­ßer­dem sei­en die Er­geb­nis­se der üb­ri­gen Kon­fö­de­ra­tio­nen ein Ansporn, zu­künf­tig „mehr zu tun, mehr zu in­ves­tie­ren“.

Die Zu­kunft zeich­net sich der­weil auch für In­fan­ti­no deut­lich ab. Und da­mit ist nicht nur sei­ne an­ge­streb­te Wie­der­wahl 2019 ge­meint. Die WM 2022 wirft ih­re Schat­ten voraus. Am Frei­tag be­ton­te In­fan­ti­no er­neut, dass für ihn ei­ne Auf­sto­ckung der Welt­meis­ter­schaft in vier Jah­ren auf 48 Teams noch nicht vom Tisch sei. „Ob die WM 2022 mit 32 oder 48 Teams über die Büh­ne ge­hen wird, das wird in den nächs­ten Mo­na­ten ent­schie­den“, sag­te er. Mo­men­tan greift die Auf­sto­ckung auf 48 Teams erst bei derWM 2026 in den USA, Ka­na­da und Me­xi­ko.

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