Angst

Bergische Morgenpost Radevormwald - - SPORT -

Selbst in Kran­ken­häu­sern wer­den be­reits Ärz­te und Pfle­ge­per­so­nal an­ge­grif­fen. Be­spuckt, ge­schubst und ge­schla­gen. Wo le­ben wir ei­gent­lich, dass sich im­mer mehr Ge­walt­po­ten­zi­al aus­brei­tet. Und war­um gibt es an den Un­fall­stel­len im­mer mehr Gaf­fer, die die Ret­tungs­kräf­te be­hin­dern und Fo­tos mit Han­dys und Smart­pho­nes ma­chen? Wie konn­te es so­weit kom­men? Weil je­der Po­li­ti­ker Angst vor der Wahr­heit hat. Die Wahr­heit ist die gren­zen­lo­se Frei­heit, die hier je­der aus­lebt, wie er es für rich­tig hält. Und des­halb greift kein Po­li­ti­ker durch. Die Po­li­zei muss an den Un­fall­stel­len so­fort har­te Stra­fen an­wen­den, und wenn es sein muss, auch mit Schlag­stö­cken. Die­se Ge­walt­pha­se kann man nur noch mit So­fort­stra­fen in den Griff krie­gen, al­les an­de­re ist Zeit­ver­schwen­dung. Frank­reich ist auch nicht zim­per­lich und Ame­ri­ka erst recht nicht. Nur wir in Deutsch­land set­zen erst auf Prä­ven­ti­on ge­gen Ge­walt. Das ist ja lach­haft. der Ar­beits­welt ist es nicht an­ders. Hat ein Po­li­ti­ker die Spit­ze er­klom­men, ver­sucht er sei­ne Macht, die er zum Re­gie­ren be­nö­tigt, zu stär­ken. Er schart Gleich­ge­sinn­te und Ja-Sa­ger um sich. Kri­ti­ker wird er kalt­stel­len. Dies setzt sich in je­der Ebe­ne nach un­ten fort. Auf die­se Wei­se wer­den im Lau­fe der Zeit Qu­er­den­ker in al­len Ebe­nen aus­sor­tiert und durch Op­por­tu­nis­ten er­setzt. Zu „Es geht nicht um Herrn See­ho­fer“(RP vom 19. Ok­to­ber): End­lich ein klu­ger wie ehr­li­cher Bei­trag zur Mi­se­re der re­gie­ren­den Par­tei­en. Ja, es läuft tat­säch­lich ei­ne ge­wal­ti­ge Ver­dum­mungs­kam­pa­gne. Es wer­den Po­pan­zen auf­ge­baut, de­nen man al­les in die Schu­he schiebt wie See­ho­fer, die schlim­me AfD, der bö­se Die­sel, Trump (zwei­fel­los ein Psy­cho­path), der Br­ex­it, der „ab­ge­häng­te“Teil der Be­völ­ke­rung, wel­cher die Klug­heit un­se­rer Po­li­ti­ker nicht er­ken­nen kann und falsch wählt. We­sent­li­che Fehl­ent­schei­dun­gen der ver­gan­ge­nen Jah­re wur­den mehr oder we­ni­ger von Mer­kel im Al­lein­gang in ei­ner im­mer mehr links­li­be­ra­len Ten­denz ge­trof­fen, oh­ne auf be­son­ne­ne Stim­men ih­rer ei­ge­nen Leu­te wie et­wa Schäu­b­le oder de Mai­ziè­re zu hö­ren: ei­ne über­stürz­te Ener­gie­wen­de, krampf­haf­tes Durch­wurs­teln in der Eu­ro-Wäh­rungs­uni­on mit dem Schaf­fen von Ewig­keits­bau­stel­len wie Grie­chen­land und dem­nächst Ita­li­en, über­höh­te Kli­ma- und Emis­si­ons­zie­le, ei­ne chao­ti­sche – wenn nicht feh­len­de – Ein­wan­de­rungs-Flücht­lings- und In­te­gra­ti­ons­po­li­tik, ei­ne Über­hö­hung der „eu­ro­päi­schen Wer­te“bei Ver­nach­läs­si­gung von in­ne­ren Si­cher­heits- und ord­nungs­po­li­ti­schen The­men.

Die CDU hät­te nach Mer­kel ei­ne Chan­ce, zu er­star­ken, wenn sie sich auf frü­he­re Wer­te be­sinnt. Mei­ner Mei­nung nach muss man ei­ni­ges dif­fe­ren­zie­ren und zwar nen­nen die Her­stel­ler klei­ne­re Fahr­zeu­ge auch SUV, um sich an den Er­folg des Na­mens an­zu­hän­gen. Die­se klei­nen Fahr­zeu­ge sind aber nur hö­her ge­legt. Ihr Ver­brauch ist un­we­sent­lich hö­her. Die Fra­ge ist, ob die­se nun in der Mehr­ver­kaufs­sta­tis­tik ent­hal­ten sind. Nur was jetzt zu be­ach­ten ist, dass die ech­ten SUV von den Her­stel­lern (Mer­ce­des, BMW, Por­sche usw.) in­fol­ge der Schum­me­lei als Ben­zi­ner ge­kauft wer­den. Die- se Ben­zi­ner brau­chen dann tat­säch­lich 30-40 Pro­zent mehr Kraft­stoff. Dies dient der Um­welt aber auch nicht. Selbst fah­re ich auch ei­nen SUV-Die­sel (Eu­ro 6) aus Be­quem­lich­keit, mit dem ich mich aber auch be­tro­gen füh­le. Der Ver­brauch bei mei­ner Fahr­wei­se liegt bei 9l pro 100km. Vor­her hat­te ich ei­nen Kom­bi mit glei­cher Leis­tung und glei­chem Ver­brauch. Al­so für die „sprit­fres­sen­den Ver­bräu­che“, die dau­ernd an­ge­pran­gert wer­den, sind nicht die Die­sel­fahr­zeu­ge ver­ant­wort­lich, son­dern die Ben­zi­ner. Zu „Zahl neu­er SUVs seit 2013 ver­dop­pelt“und „Auf dem Au­to­markt ist Um­steu­ern nö­tig“(RP vom 23. Ok­to­ber): Die Hetz­kam­pa­gne ge­gen Die­sel­fahr­zeu­ge hat mich 6000 Eu­ro Wert­ver­lust ge­kos­tet, als ich mei­nen drei Jah­re al- ten Mer­ce­des C-Klas­se Die­sel, der 5 bis 6 Li­ter auf 100 Km ver­braucht hat, nach drei Mo­na­ten end­lich ver­kauft ha­be. Nun die Hetz­kam­pa­gne ge­gen SUVs. Mein neu er­wor­be­ner Mer­ce­des GLC 250 Die­sel, der auf der Ti­tel­sei­te mit dem Vor­gän­ger GLK als Sprit­schleu­der ge­zeigt wird, hat ak­tu­ell bei ei­ner Fahrt nach Hol­land bei 597 km Fahr­leis­tung auf Au­to­bah­nen, Land­stra­ßen und in Stadt­ge­bie­ten im Schnitt 6,8 l auf 100 km ver­braucht. Auf der Rück­fahrt lag der Ver­brauch bei 5,8 l. Statt sich an der Hetz­kam­pa­gne ge­gen SUVs zu be­tei­li­gen, soll­te Herr Du­den­höf­fer mal die Un­fall­zah­len und Ver­brauchs­wer­te der Nie­der­lan­de und die dor­ti­gen Ge­schwin­dig­keits­be­gren­zun­gen mit Deutsch­land ver­glei­chen. Au­ßer­dem soll­te er die in den Nie­der­lan­den üb­li­chen Spur­re­gu­lie­run­gen für die Spit­zen­ver­kehrs­zei­ten bei gleich­zei­ti­ger Re­du­zie­rung der Ge­schwin­dig­keit mit in sei­ne Be­rech­nun­gen ein­be­zie­hen. Stra­fe muss sein. VW zahlt ei­ne Mil­li­ar­de, Au­di 800 Mil­lio­nen Eu­ro. Wei­te­re wer­den ver­mut­lich fol­gen. Nur: mit wel­chem Recht steckt sich der Staat das Geld in die Ta­sche? Wel­cher Scha­den ist dem Staat ent­stan­den? Mein Vor­schlag: Die Straf­zah­lun­gen wer­den in ei­nen Topf ge­ge­ben um End­ver­brau­cher beim Neu­wa­gen­kauf um die Mehr­wert­steu­er. zu ent­las­ten. So hät­ten die­je­ni­gen, de­nen tat­säch­lich ein Scha­den durch Wert­ver­lust ent­stan­den ist, ei­nen Aus­gleich. Wenn sich nur fünf Pro­zent der 15 Mil­lio­nen be­trof­fe­nen Die­sel-Fah­rer ei­nen Neu­wa­gen mit ei­nem durch­schnitt­li­chen Preis von 25.000 Eu­ro kau­fen, sackt der Staat al­lein hier noch­mal 3,5 Mil­li­ar­den an Mehr­wert­steu­er ein. Und der Clou kommt wie im­mer am En­de: nach dem Die­sel-Skan­dal kommt der „Ben­zin-Skan­dal“, wenn wir ab 2020 Straf­zah­lun­gen we­gen über­höh­ter CO2-Wer­te (ja, das ist der Wert der bei Ben­zi­nern schlech­ter ist) nach Brüs­sel zah­len müs­sen. Aber vi­el­leicht legt der Staat ja da­für die Straf­zah­lun­gen schon mal zu­rück.

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