Mu­sik zwi­schen Cobra und Pay-TV

Bergische Morgenpost Remscheid - - SPORT - VON ALEX­AN­DER RIE­DEL

„EES and the YES JA-Band“ge­wan­nen im Ok­to­ber die Cas­ting­show „X Fac­tor“– mit Klaas Voigt am Sa­xo­phon.

Glit­zer­welt der Cas­ting-Shows mit scharf­zün­gi­gen Ju­ro­ren und oft nai­ven Ama­teur­sän­gern, de­ren Ge­schich­ten plötz­lich die so­zia­len Netz­wer­ke stür­men, ist meist nicht un­be­dingt das Um­feld, in der sich am­bi­tio­nier­te Pro­fi­mu­si­ker so rich­tig wohl füh­len. Und so hat­te auch der deutsch-na­mi­bi­sche Sän­ger Eric Sell, Künst­ler­na­me „EES“, ei­ni­ge Über­re­dungs­kunst auf­bie­ten müs­sen, um die Kol­le­gen sei­ner For­ma­ti­on zu ei­ner Teil­nah­me an der Sen­dung „X Fac­tor“zu be­we­gen. Doch schließ­lich nah­men „EES and the YES JA Band“an der auf dem Pay-TV-Sen­der Sky aus­ge­strahl­ten Fern­sehow teil – und ge­wan­nen auch prompt.

„Vor der ers­ten Sen­dung

ha­ben wir beim Sound­check ge­probt“

Klaas Voigt

Und das, ob­wohl die Viel­zahl an­de­rer künst­le­ri­scher Ver­pflich­tun­gen die Mu­si­ker da­zu brach­te, eher mit ge­rin­ge­rem Auf­wand an den Start zu ge­hen: „Wir ka­men zur ers­ten Au­di­tion oh­ne Pro­be, und vor der ers­ten Sen­dung ha­ben wir beim Sound­check ge­probt“, er­in­nert sich Klaas Voigt. Der Sa­xo­pho­nist der Band ist vie­len So­lin­gern aus an­de­ren Zu­sam­men­hän­gen ein Be­griff: Mit sei­nem „First Klaas Quin­tett“ist er re­gel­mä­ßig auf So­lin­ger Büh­nen zu se­hen und zu hö­ren. Seit acht Jah­ren zieht die Rei­he „So­lin­gen jazzt“, in der die Grup­pe stets mit an­de­ren Gast­mu­si­kern zu­sam­men auf­tritt, vie­le Be­su­cher an. „So­lin­gen hat mich mit aus­ge­bil­det“, sagt der 40-Jäh­ri­ge. In Köln ge­bo­ren hat­te er ei­nen Groß­teil der Kind­heit und Ju­gend in der Klin­gen­stadt ver­bracht, nahm Un­ter­richt in der Mu­sik­schu­le, be­vor er in Arn­heim Jazz stu­dier­te. In­zwi­schen lebt Voigt, der auch Kom­po­nist und Ar­ran­geur ist, bei Pul­heim. Der „Yes JA Band“ge­hört er sein sechs Jah­ren an.

„Kwai­to“nennt sich ihr Mu­sik­stil, der sich im Süd­afri­ka der Pos­tApart­heid-Ära ent­wi­ckelt hat­te und afri­ka­ni­sche Rhyth­men mit „Hou­se“-Ele­men­ten ver­bin­det. Ne­ben dem Sa­xo­pho­nis­ten bil­den ein Trom­pe­ter, ein E-Gi­tar­rist, ein Bas­sist, Schlag­zeu­ger und ein DJ die Grup­pe – plus Sän­ger und Front­mann „EES“. Drei Mo­na­te lang ging es für sie im­mer wie­der in die MMC-Stu­di­os nach Köln-Os­sen- dorf, manch­mal ei­nen gan­zen Tag lang. „Aber die drei Mi­nu­ten Spaß, die man beim Spie­len hat, wie­gen so­viel, dass man auch den Stress mit­macht“, sagt Voigt.

Am 19. Ok­to­ber setz­te sich die Grup­pe im Fi­na­le durch und über­zeug­te mit dem ein­gän­gi­gen Ti­tel „Try, try, try“nach der Ju­ry mit Si­do, Tho­mas An­ders, Li­ons Head und Jen­ni­fer Weist auch das Pu­bli­kum – sehr zur Freu­de des Fan­clubs, den „EES“mo­bi­li­siert hat­te. Aus­ge­lobt war für den Sie­ger ein Plat­ten­ver­trag mit So­ny – ver­bun­den mit der Hoff­nung auf ei­nen grö­ße­ren Be­kannt­heits­grad und wei­te­re of­fe­ne Tü­ren. „Wenn wir un­ser Ziel, mehr un­ter­wegs zu sein, er­rei­chen, sind wir al­le froh“, sagt Klaas Voigt, und schiebt hin­ter­her: „Für die Er­fah­rung bin ich sehr dank­bar.“

Den­noch soll es sei­ne letz­te Cas­ting-Show ge­we­sen sein. Viel­mehr ar­bei­tet er wie­der an sei­nen Pro­jek­ten. „So­lin­gen jazzt“geht schließ­lich wei­ter – und wird im Fe­bru­ar 2019 auch im Thea­ter und Kon­zert­haus zu Gast sein. „Das wird span­nend“, freut sich Voigt schon jetzt.

FO­TO: MICHA­EL TINNEFELD/AGEN­CY PEOP­LE IMAGE

Mit der „EES & the Yes-Ja-Band“hat Klaas Voigt (vor­ne mit Sa­xo­pho­ne) die Mu­si­ken­ter­tain­ment­show „X Fac­tor“ge­won­nen.

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