Haus­halts­sper­re bleibt er­hal­ten

Bergische Morgenpost Remscheid - - SPORT - VON UWE VET­TER

AN­SICHTS­SA­CHE Brei­te Zu­stim­mung für Haus­halt 2019 im Stadt­rat ist deut­li­ches Si­gnal an die Auf­sichts­be­hör­de. Bür­ger­li­che Frak­tio­nen lie­ßen mit Blick auf die Kom­mu­nal­wahl die Mus­keln spie­len.

SO­LIN­GEN Die Ent­schei­dung ist mit brei­ter Mehr­heit ge­fal­len. Wer im Vor­feld der Ab­stim­mung über den Haus­halt 2019 der Stadt So­lin­gen im Stadt­rat am Don­ners­tag­abend viel­leicht ver­mu­tet hat­te, der von der Ver­wal­tung vor­ge­leg­te Etat hat kei­ne Chan­cen, ei­ne Mehr­heit zu fin­den, der muss­te sich an­ge­sichts der gro­ßen Zu­stim­mung nicht mal ver­wun­dert die Au­gen rei­ben. Denn re­al be­trach­tet, gab es da­zu über­haupt kei­ne Al­ter­na­ti­ve.

Die brei­te po­li­ti­sche Mehr­heit des Stadt­ra­tes mit CDU, SPD, BfS, Grü­nen und FDP so­wie Ul­rich Hohn von der FBU ist gleich­zei­tig auch ei­ne ein­deu­ti­ge Bot­schaft an die Auf­sichts­be­hör­de, die über die Ge­neh­mi­gung des So­lin­ger Haus­hal­tes zu be­fin­den hat. Das wird im Lau­fe des kom­men­den Jah­res ge­sche­hen. Je frü­her, des­to bes­ser.

Denn am En­de die­ses Jah­res tritt zu­nächst die von Käm­me­rer Ralf Wee­ke ver­füg­te Haus­halts­sper­re au- ßer Kraft. Bis al­ler­dings der Haus­halt 2019 von der Be­zirks­re­gie­rung ge­neh­migt ist, gilt die so­ge­nann­te vor­läu­fi­ge Haus­halts­füh­rung, die mit ei­ner Haus­halts­sper­re gleich­zu­set­zen ist. Nur Aus­ga­ben, zu der die Stadt ge­setz­lich ver­pflich­tet ist, dür­fen ge­tä­tigt wer­den.

Das ist den Po­li­ti­kern am Don­ners­tag in der Sit­zung des Stadt­ra­tes be­wusst ge­we­sen. Und sie ha­ben im Zu­ge der Haus­halts­de­bat­te auch fest­ge­stellt, dass der Ver­tei­lungs­spiel­raum nicht son­der­lich groß ge­we­sen ist. Den­noch wur­den Ak­zen­te ge­setzt und Kom­pro­mis­se er­zielt, die letzt­lich al­len Frak­tio­nen das Ge­sicht wah­ren ließ. Vor al­lem das bür­ger­li­che La­ger mit CDU, BfS und FDP hat kräf­tig auf die Pau­ke ge­hau­en und sich mit we­sent­li­chen Punk­ten, bei­spiels­wei­se der wei­te­ren Stüt­zung der Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft So­lin­gen über den städ­ti­schen Etat, durch­ge­setzt.

Kei­ne Fra­ge: Der Wahl­kampf für die Kom­mu­nal­wah­len im Jahr 2020 hat spä­tes­tens mit der Ver­ab­schie- dung des Haus­hal­tes 2019 be­gon­nen – die bür­ger­li­chen Kräf­te im Stadt­rat ha­ben zu­min­dest bei den Fi­nan­zen schon ein­mal die Mus­keln spie­len las­sen, auch wenn sie of­fen­sicht­lich noch weit da­von ent­fernt sind, ei­nen ei­ge­nen Ober­bür­ger­meis­ter-Kan­di­da­ten zu ha­ben.

So­lin­gen ist fi­nan­zi­ell seit Jah­ren nicht auf Ro­sen ge­bet­tet. Als Teil­neh­mer am Stär­kungs­pakt Stadt­fi­nan­zen ist es je­doch ge­lun­gen, nach 2018 auch für das Jahr 2019 zu­min­dest ei­nen aus­ge­gli­che­nen Haus­halt vor­zu­le­gen. Die Jah­res­rech­nung 2018 steht zwar noch aus, doch geht man im Rat­haus zu­ver­sicht­lich da­von aus, dass über die ver­füg­te Haus­halts­sper­re nicht nur ein aus­ge­gli­che­ner Etat, son­dern ein klei­ner Über­schuss un­ter dem Strich ver­bleibt. Das gilt auch für 2019. Al­ler­dings: Rück­läu­fi­ge Ge­wer­be­steu­er-Ein­nah­men könn­ten das Etat­vo­lu­men von mehr als 600 Mil­lio­nen Eu­ro schnell in­sWan­ken ge­ra­ten las­sen. Da­für gibt es zur­zeit aber kei­ne An­zei­chen.

Wohl aber da­für, dass im nächs­ten Jahr über das Ge­mein­de­fi­nan­zie­rungs­ge­setz des Lan­des NRW rund 4,2 Mil­lio­nen Eu­ro we­ni­ger nach So­lin­gen flie­ßen. Hät­te der Ver­tei­lungs­schlüs­sel von 2018 wei­ter Be­stand, müss­te Käm­me­rer Ralf Wee­ke kei­ne Kom­pen­sa­tio­nen für die­se Sum­me bil­den.

So ge­se­hen hät­te der CDU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Cars­ten Voigt nicht nur zwei, son­dern gleich drei Ru­ten am Ni­ko­laus­tag in der Sit­zung des Stadt­ra­tes im Kon­zert­saal über­ge­ben sol­len: Ne­ben Käm­me­rer Ralf Wee­ke und Ober­bür­ger­meis­ter Tim Kurz­bach hät­te sich nach Mei­nung der Ver­wal­tungs­spit­ze auch Voigts Par­tei­freund, der CDU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Ar­ne Mo­ritz, ei­ne Ru­te ver­dient. Der sitzt ei­ne Rei­he hin­ter Voigt im Stadt­rat. Be­grün­dung: Er hät­te im Land­tag ver­stärkt da­für ein­tre­ten müs­sen, dass die Be­las­tun­gen für klei­ne­re kreis­freie Städ­te wie So­lin­gen im Ge­gen­satz zu gro­ßen kreis­frei­en Städ­ten nicht hö­her wer­den.

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