Jah­res­wech­sel: Po­li­zei und Feu­er­wehr sind ge­rüs­tet

Bergische Morgenpost Remscheid - - RÄTSEL - VON AXEL RICH­TER

REM­SCHEID Brand­bla­sen, Schnitt­wun­den, Fei­ern­de, die nicht mehr Herr ih­rer Sin­ne sind, und die bei­na­he ob­li­ga­to­risch bren­nen­den Müll­ei­mer: Das ist, wor­auf sich die Feu­er­wehr für den Sil­ves­ter­abend vor­be­rei­tet. Die Po­li­zei rech­net mit bis zu 300 Ein­sät­zen im Groß­städ­te­drei­eck. Vor al­lem we­gen Kör­per­ver­let­zun­gen, Sach­be­schä­di­gun­gen und Ru­he­stö­run­gen.

Die Ein­satz­kräf­te wis­sen aus Er­fah­rung, was ih­nen zum Jah­res- wech­sel blüht. Die Po­li­zei stellt sich des­halb stär­ker auf als in nor­ma­len Näch­ten. Zah­len ver­rät sie nicht, doch kün­di­gen die Ord­nungs­hü­ter ins­be­son­de­re ver­stärk­te Ver­kehrs­kon­trol­len an. Der Fo­kus liegt auf Al­ko­hol am Steu­er.

Die Po­li­zis­ten blei­ben bei Oran­gen­saft, doch viel Zeit zum An­sto­ßen ha­ben sie nicht. „Meist geht es di­rekt raus“, sagt Stefan Weit­käm­per, Spre­cher des Wup­per­ta­ler Prä­si­di­ums. „Und dann sind die Kol­le­gen auch bis zum nächs­ten Mor­gen im Ein­satz­fahr­zeug un­ter­wegs.“

Es sind vor al­lem Schlä­ge­rei­en nach zu viel Al­ko­hol­kon­sum, aber auch Ru­he­stö­run­gen, mit de­nen sich die Be­am­ten dann aus­ein­an­der­set­zen müs­sen. Denn auch an Sil­ves­ter gilt Nacht­ru­he. Die be­ginnt grund­sätz­lich um 22 Uhr. Dar­auf zu po­chen, wenn um 24 Uhr die Böl­ler kra­chen und Ra­ke­ten gen Him­mel flie­gen, ist le­bens­fremd und dürf­te bei den Ord­nungs­kräf­ten des­halb ge­rin­ges Ge­hör fin­den. Als Blan­ko­scheck für un­ge­re­gel­ten Fe­ten­lärm bis in die frü­hen Mor­gen­stun­den ver­steht Ste­fanWeit­käm­per das aber nicht.„Nie­mand muss dul­den, dass bis 6 Uhr früh laut­star­ker Lärm aus der Nach­bar­woh­nung dringt.“

Auch die Feu­er­wehr hat per­so­nell auf­ge­rüs­tet. Zu den 33 Ein­satz­kräf­ten, die in der Haupt­wa­che ih­re 24-St­un­den-Schicht an­ge­tre­ten ha­ben, ste­hen al­le frei­wil­li­gen Ein­hei­ten Ge­wehr bei Fuß. Und auch Ro­tes Kreuz und Jo­han­ni­ter zei­gen sich ein­satz­be­reit, um im Be­darfs­fall im Ret­tungs­dienst ein­sprin­gen zu kön­nen.

Meist sind es je­doch kei­ne gro­ßen Brän­de, die zum Jah­res­wech­sel zu be­kämp­fen sind. Da­für kommt es bin­nen we­ni­ger St­un­den zu be­son­ders vie­len Ein­sät­zen. Men­schen ha­ben sich ver­brannt oder sind ge­stürzt, bei­des hat in der Re­gel mit dem Kon­sum von Al­ko­hol zu tun.

Der So­lin­ger In­go Schä­fer, Vor­sit­zen­der der Deut­schen Feu­er­wehr­ge­werk­schaft, warnt in die­sem Zu­sam­men­hang vor Über­grif­fen im Städ­te­drei­eck: „Es wird zum All­tag, Ein­satz­kräf­te bei der Aus­übung ih­rer Ar­beit ak­tiv zu stö­ren, ver­bal zu at­ta­ckie­ren oder kör­per­lich an­zu­ge­hen.“

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