Was fürs neue Jahr üb­rig bleibt

Bergische Morgenpost Remscheid - - BLICK IN DIE WOCHE - VON LAU­RA IHME UND UWE-JENS RUHNAU

In Düs­sel­dorf pas­siert viel, aber man­che Pro­jek­te sind nicht so vor­an­ge­kom­men wie ge­wünscht. Sie ste­hen auf dem Auf­ga­ben­zet­tel nun ganz oben. Die Lis­te reicht von Oper und Groß­markt bis hin zu mehr Rad­we­gen.

Die Stadt hat ih­re Kas­sen zu­letzt in­ten­si­ver mit dem Geld aus Grund­stücks­ver­käu­fen auf­ge­füllt als frü­her. Man­ches geht aber nicht so schnell, und mit Blick auf die Qua­li­tät kann man manch­mal nur sa­gen: Gut so! So soll­te ei­gent­lich im Herbst die Al­te Käm­me­rei ne­ben dem Rat­haus den Be­sit­zer wech­seln. Ho­tel, Markt­hal­le, Gas­tro­no­mie, Bü­ros und Co­wor­king-Mo­del­le ste­hen in den Kon­zep­ten der mög­li­chen In­ves­to­ren, wich­tig ist aber auch der an­ge­mes­se­ne Um­gang mit dem Denk­mal und der Nach­bar­schaft (Rat­haus, Ue­ri­ge). Vier Kan­di­da­ten sind noch im Ren­nen.

Drei sind es beim Park­platz Kai­stra­ße 1 im Me­di­en­ha­fen (hin­ter dem UCI-Ki­no). Er soll mit ei­nem Hoch­haus be­baut wer­den. Der Grund­stücks­wert liegt bei mehr als 40 Mil­lio­nen Eu­ro. Die Ar­chi­tek­ten müs­sen nach­ar­bei­ten, das end­gül­ti­ge Ju­ry-Vo­tum wur­de auf 2019 ver­scho­ben. Schlank und ele­gant soll der neue Haf­en­turm wer­den.

Schnel­ler als die Po­li­zei er­laubt: Den Spruch kennt man, aber bei der Sa­nie­rung des Prä­si­di­ums am Jür­gens­platz lau­tet er an­ders: Gebt mal Gas. Längst soll­te der Bau fer­tig sein, jetzt hat man vor­sich­tig 2022 ins Au­ge ge­fasst. Mal se­hen, ob’s da­bei bleibt. Wei­te­re Top-The­men:

Die Die­sel-De­bat­te Düs­sel­dorf droht ein Die­sel-Fahr­ver­bot. Ob es kommt, war ei­ne der gro­ßen Fra­gen 2018. Ge­klärt hat sie sich bis­lang nicht, ak­tu­ell steht ein Ur­teil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Müns­ter aus. Die Um­welt­hil­fe will ge­richt­lich durch­set­zen, dass es Fahr­ver­bo­te in Düs­sel­dorf gibt. Die Stadt ge­rät mehr und mehr un­ter Druck: Auf Drän­gen der Be­zirks­re­gie­rung sol­len im neu­en Jahr mög­lichst schnell drei Um­welt­spu­ren ein­ge­rich­tet wer­den. Da­mit will man ein star­kes Si­gnal set­zen, au­ßer­dem sol­len Grenz­wer­te zur Be­las­tung mit Stick­stoff­di­oxi­den durch die­se und an­de­re Maß­nah­men ein­ge­hal­ten wer­den. Ob das reicht? Das weiß kei­ner. Ob es ei­ne po­li­ti­sche Mehr­heit für die Um­welt­spu­ren gibt, wird sich am 9. Ja­nu­ar bei ei­ner Son­der­sit­zung zei­gen. Un­ter­des­sen ist 2018 auch der neue Luf­t­rein­hal­te­plan ins Sto­cken ge­kom­men. Mehr­fach wur­de er ver­scho­ben, ak­tu­el­les Da­tum für das In­kraft­tre­ten: 1. Fe­bru­ar 2019. Rad­we­ge Viel ist beim Aus­bau der Rad­we­ge ge­sche­hen. Im­mer wie­der gibt es je­doch For­de­run­gen nach ei­nem schnel­le­ren Tem­po, zu­letzt von den Grü­nen, die for­dern, dass da­für wie beim Schul­bau ei­ne städ­ti­sche Fir­ma ge­grün­det wird. In sei­ner Haus­halts­sit­zung hat der Stadt­rat Mit­te De­zem­ber ei­nen um­fas­sen­den Sam­mel­be­schluss für di­ver­se Bau­pro­jek­te für das Rad­haupt­netz ge­fasst. Sie um­fas­sen Vor­ha­ben für rund 27 Mil­lio­nen Eu­ro. Der Be­schluss soll den Pla­nern Fle­xi­bi­li­tät ver­schaf­fen:Ver­zö­gert sich ein Bau­pro­jekt, kön­nen sie ein an­de­res vor­zie­hen – eben weil die Po­li­tik schon zu­ge­stimmt hat. Im­mer wie­der gibt es aber auch Kri­tik an Maß­nah­men: Hef­tig dis­ku­tiert wird et­wa über ei­ne „Pro­tec­ted Bi­ke La­ne“, ei­nen ge­schütz­ten Rad­weg, ent­lang der Kle­ver Stra­ße. Dar­über spricht die Po­li­tik eben­falls am 9. Ja­nu­ar in ih­rer Son­der­sit­zung.

Groß­markt Ei­gent­lich soll­te der Groß­markt En­de des Jah­res von der Stadt an ih­re Toch­ter In­dus­trie­ter­rains Düs­sel­dorf-Reis­holz (IDR) ver­kauft wer­den. Die soll­te den Markt mo­der­ni­sie­ren und pri­va­ti­sie­ren, ei­ne Ge­mein­schaft der Händ­ler wür­de dann der Be­trei­ber. Dar­über gab es viel Streit, En­de No­vem­ber hat das Ver­wal­tungs­ge­richt die Sa­che ge­bremst und ver­fas­sungs­recht­li­che Be­den­ken an­ge­mel­det. Beim Groß­markt han­de­le es sich um ei­ne „Ein­rich­tung der Da­seins­vor­sor­ge“, hieß es. Es ste­hen zahl­rei­che wei­te­re Ur­tei­le zu der Sa­che aus, au­ßer­dem gibt es das An­ge­bot ei­nes In­ves­tors, ei­nen neu­en Markt in Neuss zu bau­en.

Kul­tur I Über Mo­na­te ha­ben Ex­per­ten un­ter­sucht, wie es um die Bau­sub­stanz der Oper steht. In­zwi­schen geht es um die Qua­li­tät des Dachs und die mög­li­cher­wei­se be­ein­träch­tig­te Stand­fes­tig­keit des Ge­bäu­des an der Hein­rich-Hei­ne-Al­lee. Ei­gent­lich woll­te die Po­li­tik den Be­richt schon im No­vem­ber dis­ku­tie­ren, er liegt je­doch noch nicht vor. Klar ist: Nie­mand möch­te wei­ter­hin al­le paar Jah­re zwei­stel­li­ge Mil­lio­nen­be­trä­ge in den Bau ste­cken. Es hat ei­ne Neu­bau­de­bat­te be­gon­nen, im Ha­fen oder an Ort und Stel­le könn­te es neue mo­der­ne Oper ge­ben. Die wä­re ein Si­gnal, denn an­ge­sichts von gut ei­ner Mil­li­ar­de Eu­ro für Schu­len und Schwimm­bän­der po­chen die Kul­tur­po­li­ti­ker auf ei­ne Auf­bruch­stim­mung auch auf ih­rem Ter­rain. Von ei­nem ef­fek­ti­ven Mas­ter­plan Kul­tur träumt auch Fe­lix Krä­mer in sei­nem ma­ro­den Kunst­pa­last.

Ei­ne per­so­nel­le Bau­stel­le gibt’s im Kul­tur­be­reich auch: Es muss drin­gend ein Nach­fol­ger für den schei­den­den Bal­lett­chef Martin Schläp­fer ge­fun­den wer­den.

Kul­tur II Düs­sel­dorf will fri­schen Wind in der Event­kul­tur und sei­ne At­trak­ti­vi­tät als Ober­zen­trum in NRW aus­bau­en: Der neue Are­na-Chef Micha­el Brill bas­telt nach dem Knatsch ums ab­ge­lehn­te Ed Shee­ran-Kon­zert an ei­nem Kon­zept, um die Open-Air-Flä­che auf den Mes­se-Park­plät­zen vom Rat ge­neh­migt zu be­kom­men. 2019 soll es ste­hen, mit dem ers­ten Top-Kon­zert vor bis zu 80.000 Gäs­ten rech­net er aber erst 2020. Brill plant wei­te­re Lo­ca­ti­ons: ein gro­ßes mo­bi­les Zelt so­wie ei­ne In­dus­trie­hal­le sol­len be­spielt wer­den. Beim Zelt könn­te der Cir­que du So­leil Part­ner wer­den. Die Ka­na­di­er er­wä­gen ei­ne fes­te Spiel­stät­te in Düs­sel­dorf, zu­nächst kom­men sie mit ih­rer Show „To­tem“im De­zem­ber auf das Ge­län­de der Ger­res­hei­mer Glas­hüt­te.

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