Ale­xa soll zur Al­les­kön­ne­rin wer­den

Mit Ohr­hö­rern will Ama­zon den Laut­spre­cher mo­bil ma­chen.

Bergische Morgenpost Wermelskirchen/Hückeswagen/Radevormwald - - Wirtschaft - VON AND­REJ SOKOLOW

SE­AT­TLE (dpa) Ama­zon star­tet ei­ne Smar­tho­me-Of­fen­si­ve und will sei­ne Sprachas­sis­ten­tin Ale­xa noch stär­ker im All­tag der Nut­zer ver­an­kern. Mit neu­en Ohr­hö­rern so­wie ex­pe­ri­men­tel­len Ge­rä­ten wie ei­ner Bril­le und ei­nem Ring will der Kon­zern Ale­xa zu­dem auch au­ßer­halb des Haus­halts eta­blie­ren. Hier ist Ama­zon bis­her im Nach­teil ge­gen Ale­xa-Ri­va­len wie App­les Si­ri und den Goog­le-As­sis­tant, die auf Smart­pho­nes all­ge­gen­wär­tig sind. Es ge­he dar­um, die As­sis­tenz­soft­ware für die Nut­zer im­mer und über­all ver­füg­bar zu ma­chen, be­ton­te Ale­xa-Chef Tom Tay­lor.

Ale­xa soll auch deut­lich schlau­er wer­den. So wer­de sie künf­tig zum Bei­spiel war­nen kön­nen, wenn die Bat­te­ri­en in ei­nem ver­netz­ten Ge­rät oder die Tin­te im Dru­cker zur Nei­ge ge­hen. Die Ka­me­ra-Tür­klin­gel der Toch­ter­fir­ma Ring soll sich dank ei­ner „Con­cier­ge“-Funk­ti­on mit Men­schen un­ter­hal­ten kön­nen, die vor der Tür ste­hen. Ale­xa wird künf­tig auch er­ken­nen kön­nen, wenn Nut­zer über sie frus­triert sind. Da­für wird die Soft­ware die Stim­me ana­ly­sie­ren und dann freund­li­cher sein. Die­se Funk­ti­on wird zu­nächst bei der Steue­rung der Mu­sik­wie­der­ga­be ver­füg­bar sein. Als wei­te­rer Sprach­be­fehl wird die Fra­ge „Ale­xa, war­um hast Du das ge­tan?“ein­ge­führt, mit der Nut­zer die Sprachas­sis­ten­tin bei un­er­war­te­tem Ver­hal­ten um Er­klä­rung bit­ten kön­nen. Wenn die Soft­ware ei­nen Sprach­be­fehl falsch aus­führt, soll künf­tig die Fra­ge „Ale­xa, was hast du ge­hört?“hel­fen.

Mit den ers­ten Ale­xa-Ohr­hö­rern stößt Ama­zon in ei­ne neue Pro­dukt­ka­te­go­rie vor, die bis­lang von App­les AirPods do­mi­niert wird. Ei­ne An­wen­dungs­idee: im Su­per­markt der haus­ei­ge­nen Bio­super­markt-Ket­te Who­le Foods fra­gen, in wel­chem Gang sich be­stimm­te Le­bens­mit­tel be­fin­den. Die Ohr­hö­rer ha­ben Un­ter­drü­ckung der Um­ge­bungs­ge­räu­sche vom Hi­fi-Ex­per­ten Bo­se ein­ge­baut und sind mit 129 Dol­lar eben­falls güns­ti­ger als ver­gleich­ba­re Tech­nik an­de­rer An­bie­ter.

Ins­ge­samt kün­dig­te Ama­zon am Mitt­woch mehr als ein Dut­zend Pro­duk­te an – zu Prei­sen, die wie so oft bei Ama­zon die Kon­kur­renz un­ter­bie­ten. So stell­te Ama­zons Tech­nik-Chef Da­ve Limp ei­ne Ring-Si­cher­heits­ka­me­ra fürs Zu­hau­se für le­dig­lich 59 Eu­ro vor.

Als ex­pe­ri­men­tel­le Pro­duk­te bringt Ama­zon ei­ne Bril­le und ei­nen Ring mit Mi­kro­fo­nen und win­zi­gen Laut­spre­chern zur Nut­zung von Ale­xa her­aus. Sie wer­den in den USA in li­mi­tier­ter Auf­la­ge ver­füg­bar sein. Die Bril­le hat we­der ei­ne Ka­me­ra noch ein Dis­play, son­dern ist nur zur Sprach-Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Ale­xa ge­dacht.

Tech­nik-Chef Limp be­ton­te, dass Da­ten­schutz bei al­len Funk­tio­nen zu den Grund­la­gen ge­hö­re. Ama­zon war, wie auch an­de­re An­bie­ter von Sprachas­sis­ten­ten wie App­le und Goog­le, in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten da­für kri­ti­siert wor­den, dass auch Mit­ar­bei­ter Mit­schnit­te von Un­ter­hal­tun­gen mit Ale­xa zu hö­ren be­ka­men, wäh­rend das den Nut­zern nicht be­wusst war. In­zwi­schen wer­den sie aus­drück­lich dar­auf hin­ge­wie­sen und kön­nen der Ver­wen­dung ih­rer Auf­zeich­nun­gen zur Ver­bes­se­rung der Sprach­er­ken­nung wi­der­spre­chen.

FO­TO: AFP

Für Ale­xa gibt es nun auch draht­lo­se Kopf­hö­rer.

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