Ru­dolf Schus­ter – ein Staats­mann mit Fe­der und Ka­me­ra

Bergische Morgenpost Wermelskirchen/Hückeswagen/Radevormwald - - Wuppertal Kompakt -

(ll) Ho­her Be­such in Wup­per­tal: Am Don­ners­tag war Ru­dolf Schus­ter zu Gast. Der ehe­ma­li­ge Prä­si­dent der Slo­wa­kei stell­te auf Ein­la­dung von Rek­tor Lam­bert T. Koch an der Uni­ver­si­tät sei­ne Biografie vor. Sie trägt den Ti­tel „Das Vor­bild mei­ner El­tern hat mir Kraft ge­ge­ben – vom Dorf­jun­gen zum Staats­ober­haupt“. Es ist kein Zu­fall, dass Schus­ter an die Wup­per kam. Schus­ter war einst Bür­ger­meis­ter von Ko­si­ce, der Stadt in der ehe­ma­li­gen Tsche­cho­slo­wa­kei, zu der Wup­per­tal seit 40 Jah­ren freund­schaft­li­che Be­zie­hun­gen un­ter­hält. Dar­an hat Schus­ter sei­nen An­teil. Er war Bür­ger­meis­ter, als 1988 der le­gen­dä­re Freund­schafts­lauf von Wup­per­tal nach Ko­si­ce statt­fand, in­iti­iert vom da­ma­li­gen Lei­ter des Wup­per­ta­ler Pres­se­am­tes, Ernst-Andre­as Zieg­ler, und un­ter­stützt un­ter an­de­rem vom da­ma­li­gen Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Hans-Dietrich Gen­scher. Auch das ist nun schon fast 30 Jah­re her. Sie hielt auch noch, nach dem Schus­ter auch in der post-kom­mu­nis­ti­schen Slo­wa­kei Kar­rie­re ge­macht hat. Schus­ter war von 1999 bis 2004 Prä­si­dent sei­nes Hei­mat­lan­des und da­vor aber­mals Ober­bür­ger­meis­ter Ko­si­ces. Die po­li­ti­sche Kar­rie­re des ehe­ma­li­gen Mit­glie­des der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei in der jun­gen Slo­wa­kei war auch des­halb be­mer­kens­wert, weil Ru­dolf Schus­ter der deut­schen Min­der­heit in dem Land an­ge­hört.

In sei­ner Amts­zeit als Staats­prä­si­dent hat Schus­ter die Slo­wa­kei in die Eu­ro­päi­sche Uni­on ge­führt. Der 5,5 Mil­lio­nen Ein­woh­ner zäh­len­de Staat ist seit 2004 in der EU. „Deutsch­land und spe­zi­ell auch Wup­per­tal wa­ren wich­tig für mein po­li­ti­sches Han­deln“, sagt Schus­ter heu­te. „Die bei­spiel­lo­se Zu­sam­men­ar­beit, die wir mit die­ser Mo­dell­part­ner­schaft zwi­schen Wup­per­tal und Ko­si­ce in der Zeit des to­ta­li­tä­ren Re­gimes in der Tsche­cho­slo­wa­kei er­reicht ha­ben, ist in der Zeit des Kal­ten Krie­ges nir­gend­wo in Eu­ro­pa ge­lun­gen.“Nach sei­ner Wahl­nie­der­la­ge im sel­ben Jahr hat Ru­dolf Schus­ter (85) sich aus der Po­li­tik zu­rück­ge­zo­gen und sich als Schrift­stel­ler und Do­ku­men­tar­fil­mer ei­nen Na­men ge­macht.

BILDRECHTE: SCHUS­TER

Ru­dolf Schus­ter war Bür­ger­meis­ter von Ko­si­ce.

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