Swing zwi­schen Count Ba­sie und Da­ve Brubeck

Les Se­ar­le und sei­ne Mit­mu­si­ker hat­ten am Sonn­tag für 90 Mi­nu­ten zum Christ­mas Jazz ins Foy­er des Teo Ot­to Thea­ters ein­ge­la­den.

Bergische Morgenpost Wermelskirchen/Hückeswagen/Radevormwald - - Bergische Kultur - VON PE­TER KLOHS

REM­SCHEID Mit gut 150 Be­su­chern war das Foy­er im Teo Ot­to Thea­ter am Sonn­tag­nach­mit­tag aus­ver­kauft, als der aus En­g­land stam­men­de und in Wer­mels­kir­chen le­ben­de Pia­nist Les Se­ar­le mit sei­nen Meis­ter­swin­gern ein gut 90-mi­nü­ti­ges Pro­gramm aus Stan­dards und weih­nacht­lich ge­präg­ten Songs vor­stell­te.

Der 82-jäh­ri­ge Se­ar­le spiel­te mit sei­nen vier Mit­mu­si­kern ei­ne Art mo­der­ne­ren Swing, ir­gend­wo zwi­schen Count Ba­sie und Da­ve Brubeck, der manch­mal auch am Rand des Ea­sy-Lis­ten­ing vor­bei­schrammt. Se­ar­le kennt das gro­ße Ame­ri­can Song­book wie sei­ne Wes­ten­ta­sche und blüht bei Kom­po­si­tio­nen wie Blue Moon oder Star­dust rich­tig auf.

Sän­ge­rin Alex­an­dra Nau­mann, schon des Öf­te­ren bei Les Se­ar­le zu Gast, be­glei­te­te das Quar­tett bei der Hälf­te der Songs. Sa­xo­fo­nist Ste­phan Aschen­bren­ner be­wies in ei­ni­gen er­zäh­le­ri­schen So­li sei­ne Fan­ta­sie.

Auch die Qu­er­flö­te kam bei ihm zum Ein­satz. Die Rhyth­mus­frak­ti­on, das A und O in ei­nem Main­stream-Jazz­kon­zert, konn­te sich hö­ren las­sen: Schlag­zeu­ger Mar­cel Was­ser­fuhr, se­riö­ser Swin­ger und for­mi­da­bler Groo­ver, be­son­ders bei Jo­bims Fe­li­ci­da­de er­gänz­te zu­sam­men mit Bas­sist Paul-G. Ul­rich kon­ge­ni­al das Quar­tett. Letz­te­rer er­wies sich als star­ker So­list, der bei „Let’s face the mu­sic and dan­ce“sei­ne Ge­s­angs­ta­lent zei­gen durf­te und sein Bass-So­lo mit ge­scat­te­ten Ein­wür­fen be­rei­cher­te.

Al­le Ar­ten des Main­stream-Jazz gab es zu hö­ren: Bal­la­den (Star­dust, But be­au­ti­ful), Mid­tem­po-Swing (I’m still on top of the world), die schnel­le­re Va­ri­an­te (Lasst uns froh und mun­ter sein…) und auch süd­ame­ri­ka­nisch an­ge­hauch­ten Pep. Vie­le So­li, man­che von ih­nen viel­leicht auch et­was kurz ge­ra­ten, wur­den vom Pu­bli­kum spon­tan mit Bei­fall be­dacht.

Der Sound war nicht im­mer op­ti­mal ab­ge­mischt: Zu­wei­len klang der Ge­sang von Alex­an­dra Nau­mann arg lei­se, wäh­rend das Schlag­zeug von Mar­cel Was­ser­fuhr et­was zu laut war. Und viel­leicht war das der Grund, war­um die Stim­mung sich nicht voll­stän­dig auf das Pu­bli­kum über­trug. Mu­si­ker und Be­su­cher wirk­ten in Tei­len des Kon­zer­tes so, als ha­ben al­le Be­tei­lig­ten die Hand­brem­se an­ge­zo­gen.

FO­TO: DS

Sän­ge­rin Alex­an­dra Nau­mann (v. l.), Paul-G. Ul­rich und Ste­phan Aschen­bren­ner stan­den mit Les Se­ar­le und Mar­cel Was­ser­fuhr auf der Büh­ne.

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