Re­gie­rung droht Brü­te­rei­en mit Ver­bot des Kü­ken­tö­tens

Bergische Morgenpost Wermelskirchen/Hückeswagen/Radevormwald - - Wirtschaft -

BER­LIN (kd) Die Bun­des­re­gie­rung droht den Brü­te­rei­en in Deutsch­land mit ei­nem ge­setz­li­chen Ver­bot des Kü­ken­tö­tens, wenn sie nicht in ab­seh­ba­rer Zeit auf das Schred­dern der männ­li­chen Tie­re ver­zich­ten. Über ih­re For­de­rung nach ei­nem kon­kre­ten Vor­schlag der Wirt­schafts­sei­te für ei­nen ab­ge­stuf­ten Aus­stieg aus dem Tö­ten der Ein­tags­kü­ken ha­be Land­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Ju­lia Klöck­ner (CDU) zu­letzt Mit­te Ok­to­ber mit den „we­sent­li­chen Be­tei­lig­ten“ge­spro­chen, teil­te ih­re Mi­nis­te­ri­um in ei­ner Ant­wort auf ei­ne schrift­li­che Fra­ge der Grü­nen mit. „Ein sol­cher Vor­schlag liegt noch nicht vor“, heißt es in dem Schrei­ben, das un­se­rer Re­dak­ti­on vor­liegt. Als Zeit­punkt für den voll­stän­di­gen Aus­stieg sei aber an En­de 2021 fest­zu­hal­ten. Fer­ner heißt es: „Soll­te sich der Pro­zess nicht wie er­war­tet fort­set­zen, wird sei­tens der Bun­des­re­gie­rung der Er­lass ei­ner ge­setz­li­chen Re­ge­lung zur Be­en­di­gung des Kü­ken­tö­tens mit ver­bind­li­chen Aus­stiegs­fris­ten nicht aus­ge­schlos­sen.“Al­ler­dings soll­te nach dem Wil­len von Uni­on und SPD das mil­lio­nen­fa­che Kü­ken­tö­ten be­reits der Ver­gan­gen­heit an­ge­hö­ren. Im Ko­ali­ti­ons­ver­trag heißt es: „Das Tö­ten von Ein­tags­kü­ken wer­den wir bis zur Mit­te der Le­gis­la­tur­pe­ri­ode be­en­den.“

Die Grü­nen-Po­li­ti­ke­rin Re­na­te Kü­n­ast sag­te: „Die gro­ße Ko­ali­ti­on bricht den ei­ge­nen Ko­ali­ti­ons­ver­trag, um den In­ter­es­sen der Agrar­in­dus­trie er­neut den Vor­rang vor dem grund­ge­setz­lich ge­re­gel­ten Tier­schutz zu ge­ben.“Der im Grund­ge­setz ver­an­ker­te Tier­schutz wer­de im­mer wie­der mit dem Ar­gu­ment der Wirt­schaft­lich­keit und durch re­gel­mä­ßig ver­län­ger­te Aus­nah­men aus­ge­he­belt.

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