21. De­zem­ber 1140

Bergische Morgenpost Wermelskirchen/Hückeswagen/Radevormwald - - Magazin -

Kö­nig Kon­rad III. war nach­sich­tig. Er woll­te die Frau­en ver­scho­nen und er­laub­te ih­nen des­halb, mit­ten in der mi­li­tä­ri­schen Aus­ein­an­der­set­zung, die be­la­ger­te Burg zu ver­las­sen und al­les mit­zu­neh­men, was sie auf ih­ren Schul­tern tra­gen konn­ten. Kö­nig Kon­rad III. aus dem Ge­schlecht der St­au­fer lag seit Jah­ren mit den Wel­fen im Clinch. Ei­ne Schlacht die­ses Kon­flikts wur­de bei der Burg Weins­berg in Baden-Würt­tem­berg aus­ge­tra­gen. Die be­fand sich im Be­sitz der Wel­fen. Am 21. De­zem­ber 1140 schlu­gen die Sol­da­ten des Kö­nigs die Män­ner von Welf VI., Mark­graf der Tos­ka­na und ärgs­ter Wi­der­sa­cher von Kon­rad III. Die Burg er­gab sich dar­auf­hin. Der Kö­nig mach­te sei­nen Vor­schlag, war aber in ei­nem Punkt un­nach­gie­big: Die Män­ner, die auf der Burg leb­ten und die sei­nen Feind un­ter­stützt hat­ten, soll­ten ster­ben. Die Frau­en grif­fen zu ei­ner List. Ei­ne nach der an­de­ren ver­ließ die Burg – mit ih­rem Mann auf dem Rü­cken. Kon­rad III. sah, wie die Män­ner, die er zum To­de ver­ur­tei­len las­sen woll­te, den Berg hin­ab­ge­tra­gen wur­den. Aber er hielt Wort: Die Frau­en hat­ten ih­ren Män­nern das Le­ben ge­ret­tet. Die Frau­en wur­den als „Treue Wei­ber von Weins­berg“be­kannt und die Burg be­kam spä­ter ei­nen zwei­ten Na­men: „Wei­ber­treu“. Sie wur­de noch mehr­fach in Kämp­fe ver­wi­ckelt, bis sie 1525 bei ei­nem Kon­flikt nie­der­brann­te. Die Rui­ne kann noch heu­te be­sich­tigt wer­den, sie be­fin­det sich in der Nä­he von

Heilbronn.

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