Ka­ba­ret­tis­tin ver­mit­telt Freu­de am Al­tern

Mo­ni­ka Blan­ken­berg be­geis­ter­te ihr Pu­bli­kum am Sams­tag­abend im gut ge­füll­ten Kul­tur-Haus Zach.

Bergische Morgenpost Wermelskirchen/Hückeswagen/Radevormwald - - Hückeswage­ner Zeitung - VON STE­PHAN BÜLLESBACH

HÜCKESWAGE­N La­chen war am Sams­tag­abend er­wünscht, als Ka­ba­ret­tis­tin Mo­ni­ka Blan­ken­berg zu ei­nem Rund­um­schlag ge­gen den all­ge­mei­nen Trend aus­hol­te: Ju­gend­wahn, Diät­wahn, Schön­heits­wahn – al­le­samt kein The­ma in ih­rem Pro­gramm mit dem Ti­tel „Al­tern ist nichts für Feig­lin­ge“. Viel­mehr rief Mo­ni­ka Blan­ken­berg zur Ak­zep­tanz des Al­terns, der Fal­ten und Speck­rol­len auf. „Statt Tail­le ha­be ich Griff­leis­ten“, wit­zel­te die Köl­ne­rin auf der Büh­ne des Kul­tur-Hau­ses Zach zur Er­hei­te­rung des Pu­bli­kums. Gut 70 Zu­schau­er wa­ren ge­kom­men, größ­ten­teils aus der Haupt­ziel­grup­pe zwi­schen 40 und 60 Jah­ren.

Das The­ma „Al­tern“bot vie­le Ge­schich­ten und lus­ti­ge An­ek­do­ten über Bo­dy­for­ming-Wä­sche und Fit­ness­stu­di­os bis hin zum Wir­k­ein­tritt von Via­gra: „Jetzt stellt Euch mal vor,

Ihr müsst ei­ne St­un­de in der Be­sen­kam­mer ste­hen, bis das Zeug wirkt.“Blan­ken­berg, selbst schon Oma ei­nes Te­enagers, ist nach ei­ge­ner Aus­sa­ge be­reits vor­ge­reift. „Ich al­te­re be­rufs­mä­ßig“, er­läu­ter­te sie.

Es war der drit­te Auf­tritt der Köl­ne­rin in Hückeswage­n. Dies­mal prä­sen­tier­te sie das Bes­te aus ih­rem Pro­gramm, dass schon ei­ni­ge Jah­re gro­ßen An­klang fin­det. „Mir hat es gut ge­fal­len“, ver­si­cher­te Zu­schaue­rin Anja Mül­ler, die die Ka­ba­ret­tis­tin und Thea­ter-Schau­spie­le­rin vor­her nicht kann­te. Da­bei steht Mo­ni­ka Blan­ken­berg 2020 be­reits 40 Jah­ren auf der Büh­ne.

Ihr Pro­gramm über das Al­tern ent­stand aus den herr­schen­den ge­sell­schaft­li­chen Zwän­gen und Miss­stän­den. „Ich fin­de es nicht nor­mal, dass wir Frau­en ei­ne stän­di­ge Drei­fach-Dis­kri­mi­nie­rung zu Ge­schlecht, Al­tern und Aus­se­hen hin­neh­men müs­sen“, be­ton­te sie in ei­nem Interview. Mit dem Pro­gramm möch­te sie Men­schen Mut ma­chen, frei von Zwän­gen zu le­ben und zu la­chen. Am Sams­tag­abend ge­lang ihr das für gut zwei St­un­den mü­he­los. Die Ka­ba­ret­tis­tin schreck­te auch nicht da­von zu­rück, di­rekt vor den Au­gen der Zu­schau­er zu al­tern und in die Rol­le der 1933 ge­bo­re­nen Oma Anna zu schlüp­fen, die man im Zug­ab­teil ver­ges­sen hat­te und nun ei­ne Nacht auf dem Ab­stell­gleis der Bahn ver­bringt. Oder die mit ih­rer Freun­din Tru­de sturz­be­trun­ken als Geis­ter­fah­re­rin auf der Au­to­bahn un­ter­wegs ist und sich das Al­ters­heim schön trinkt. „Nur mit Tru­de kann man Haus­ver­bot im Al­ters­heim be­kom­men“, lau­te­te ihr Re­sü­mee.

Aber auch Ge­schich­ten aus dem „ech­ten“Le­ben fan­den Platz in ih­rem un­ter­halt­sa­men Comedy-Pro­gramm: „Letz­tens stand ein Te­enager im Bus für mich auf und bot mir sei­nen Platz an. Das war ein Schock­erleb­nis und min­des­tens zehn Jah­re zu früh“, echauf­fier­te sich Mo­ni­ka Blan­ken­berg. Die schöns­ten Ge­schich­ten schreibt halt im­mer noch das Le­ben selbst.

FO­TO: D. BAU­ER

Ka­ba­ret­tis­tin Mo­ni­ka Blan­ken­berg als 1933 ge­bo­re­ne Oma Anna auf der Büh­ne.

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