Re­kord­pi­lot Do­nald Camp­bell ver­un­glückt

Bergische Morgenpost Wermelskirchen/Hückeswagen/Radevormwald - - Magazin -

Er nann­te al­le sei­ne Fahr­zeu­ge „Blu­e­bird“. Doch das war nicht das ein­zi­ge, wo­mit Do­nald

Camp­bell an sei­nen Va­ter Mal­colm er­in­ner­te. Wie der Va­ter wid­me­te auch Do­nald sein Le­ben der Jagd nach Ge­schwin­dig­keits­re­kor­den. Mal­colm Camp­bell hat­te bis zu sei­nem Tod 1948 13 Re­kor­de auf­ge­stellt: neun auf dem Land, vier auf dem Was­ser. Dass er nach sei­nem ers­ten Er­folg al­le wei­te­ren Fahr­zeu­ge „Blu­e­bird“nann­te, war dem Aber­glau­ben ge­schul­det: Der Na­me hat­te ihm Glück ge­bracht. Auch Sohn Do­nald war aber­gläu­bisch. Er leg­te sich Ta­rot-Kar­ten, mied die Zahl 13 und hat­te stets ei­nen Glücks­brin­ger da­bei, zu­letzt den Hand­schuh sei­ner drit­ten Ehe­frau. Und auch er fuhr stets ei­nen „Blu­e­bird“, wenn er sich zu ei­ge­nen Re­kord­ver­su­chen auf­mach­te. 1955 ge­lang dem Sohn die ers­te Welt­re­kord­fahrt: Er fuhr mit dem Mo­tor­boot „Blu­e­bird K7“auf dem See Ulls­wa­ter im eng­li­schen La­ke District 325,60 St­un­den­ki­lo­me­ter. In den fol­gen­den Jah­ren blieb er un­an­ge­foch­te­ner Re­kord­hal­ter: Sechs­mal über­bot er sei­ne Höchst­ge­schwin­dig­keit, kein an­de­rer Fah­rer konn­te ihn schla­gen. 1964 dann end­lich ein Er­folg auf dem Land: Mit „Blu­e­bird CN 7“, ei­nem mit Gas­tur­bi­ne an­ge­trie­be­nen Renn­wa­gen, fuhr er 644,96 St­un­den­ki­lo­me­ter. Am 4. Ja­nu­ar 1967 en­de­te für Do­nald Camp­bell die Jagd nach Höchst­ge­schwin­dig­kei­ten. Der Bri­te ver­un­glück­te töd­lich bei dem Ver­such, sei­nen Re­kord auf dem Was­ser ein wei­te­res Mal zu über­bie­ten. Sein Boot über­schlug sich mehr­fach auf dem eng­li­schen See Co­nis­ton Wa­ter. Erst 2001 wur­den die „Blu­e­bird K7“und die sterb­li­chen Über­res­te Camp­bells von ei­nem Tau­cher ge­fun­den und ge­bor­gen.

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