FDP plant neu­en Vor­stoß für Tier­fried­hof

Die Ra­de­vorm­wal­der Li­be­ra­len be­dau­ern, dass sich nach der ers­ten An­fra­ge nichts ge­tan hat. Die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de An­net­te Piz­za­to hält es für denk­bar, dass die Stadt künf­tig ei­ne Flä­che für pri­va­te Be­trei­ber zur Ver­fü­gung stellt.

Bergische Morgenpost Wermelskirchen/Hückeswagen/Radevormwald - - Radevormwa­ld - VON STE­FAN GILSBACH

RADEVORMWA­LD Wenn ein Haus­tier stirbt, geht das vie­len Be­sit­zern sehr na­he. Die Vor­stel­lung, den vier­bei­ni­gen Ge­fähr­ten wie ei­nen Ge­gen­stand ent­sor­gen zu müs­sen, ist für man­che ein Gräu­el. Sie möch­ten ger­ne ih­ren Hund, ih­re Kat­ze oder Na­ger auf ei­nem Fried­hof be­stat­ten.

Um die­sem Be­dürf­nis ent­ge­gen zu kom­men, gibt es in man­chen Städ­ten und Ge­mein­den be­reits Tier­fried­hö­fe. Auch in Radevormwa­ld kön­nen sich man­che Po­li­ti­ker die Ein­rich­tung ei­ner sol­chen Stät­te vor­stel­len. Die FDP-Frak­ti­on hat­te be­reits im Jahr 2018 im Rat ei­nen Vor­stoß in die­sem Sin­ne ge­macht. „Wer schon ein­mal ein vier­bei­ni­ges

„Wir be­rei­ten ei­nen neu­en An­trag vor“

An­net­te Piz­za­to FDP-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de

Fa­mi­li­en­mit­glied ver­lor, weiß, dass ei­ne Be­stat­tung im ei­ge­nen Gar­ten oft nicht mög­lich ist, ei­ne Über­las­sung an die of­fi­zi­el­le Tier­be­sei­ti­gung die Trau­er aber noch ver­stärkt“– mit die­sen Wor­ten hat­te An­net­te Piz­za­to, die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der FDP, da­mals für die­se Idee ge­wor­ben. Die Stadt Radevormwa­ld ver­fü­ge in­zwi­schen we­gen des Trends zur Ur­nen­be­stat­tung über mehr freie Fried­hofs­flä­chen, so dass dies kein Hin­der­nis sein kön­ne.

Mehr als ein Jahr spä­ter hat es in die­ser Sa­che al­ler­dings noch kei­nen Fort­schritt ge­ge­ben, kon­sta­tiert An­net­te Piz­za­to. „Nach Aus­sa­ge der Stadt wird es nicht mög­lich sein, auf dem Kom­mu­nal­fried­hof ei­ne Flä­che für Tier­be­stat­tun­gen frei­zu­ge­ben“, er­klärt sie.

Den­noch wol­len die Li­be­ra­len an dem The­ma dran­blei­ben. „Wir be­rei­ten ei­nen neu­en An­trag vor“, kün­digt Piz­za­to an. Jüngst erst sei sie von Bür­gern dar­auf an­ge­spro­chen wor­den, wie es mit der An­fra­ge wei­ter ge­he.

Kom­mu­nen be­trei­ben in der Re­gel kei­ne ei­ge­nen Be­gräb­nis­stät­ten für Tie­re. Das hat­te auch Bür­ger­meis­ter Jo­han­nes Mans im No­vem­ber 2018 nach ei­ner Fried­hofs­kon­fe­renz mit al­len Trä­gern in der Stadt be­kräf­tigt. Die FDP-Rats­frau kann sich je­doch vor­stel­len, dass die Ra­de­vorm­wal­der Stadt­ver­wal­tung ein Grund­stück zur Ver­fü­gung stellt, auf dem dann ein pri­va­ter Be­trei­ber tä­tig wird. In der Nach­bar­stadt Hü­ckes­wa­gen gibt es seit Jah­ren den Tier­fried­hof „Klei­ne Wol­ke“. In Rem­scheid bie­tet das

Un­ter­neh­men Ro­sen­gar­ten ei­nen Ser­vice rund um die Be­stat­tung von Tie­ren an, die so­wohl ei­ne Kre­mie­rung als auch ei­ne Ur­nen­be­stat­tung er­mög­licht.

Ein­fach ein Are­al für die Be­stat­tung von Tie­ren zu nut­zen, ist frei­lich nicht mög­lich. Zu­nächst muss das zu­stän­di­ge Ve­te­ri­när­amt ei­ne Ge­neh­mi­gung er­tei­len. Hin­zu kom­men wei­te­re Be­stim­mun­gen, et­wa die Vor­schrift, dass Tier­kör­per in min­des­tens ei­nem hal­ben Me­ter Tie­fe be­gra­ben wer­den müs­sen. Ur­nen und an­de­re Be­hält­nis­se müs­sen um­welt­ver­träg­lich sein. Gr­ab­stei­ne auf­zu­stel­len, muss der Grund­stücks­ei­gen­tü­mer

er­lau­ben, im Fal­le von pri­vat be­trie­be­nen Tier­fried­hö­fen ist dies frei­lich kein Hemm­nis.

In­zwi­schen gibt es in Deutsch­land al­ler­dings schon Fried­hö­fe, auf de­nen die ge­mein­sa­me Be­stat­tung von Haus­tie­ren und ih­ren Be­sit­zern mög­lich ist. Im Jahr 2015 wur­den die ers­ten Ru­he­stät­ten die­ser Art in Es­sen und Brau­bach (RheinLahn-Kreis) er­öff­net. Dort wer­den al­ler­dings nur Ur­nen be­stat­tet. Die Über­füh­rung und die Ein­äsche­rung wird nach An­ga­ben der Deut­schen Fried­hofs­ge­sell­schaft wei­ter­hin streng ge­trennt nach Mensch und Tier durch­ge­führt.

FO­TO: FRANK RUM­PEN­HORST/DPA

In man­chen ber­gi­schen Städ­ten gibt es be­reits Tier­fried­hö­fe. In Radevormwa­ld be­für­wor­tet die FDP-Frak­ti­on ei­ne sol­che Begräbniss­tätte.

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