Wie man sein Heim rich­tig ver­si­chert

Ge­gen Feu­er­schä­den sind die meis­ten Haus­ei­gen­tü­mer ver­si­chert, doch nicht mal je­der zwei­te hat ei­ne Po­li­ce für Ele­men­tar­schä­den wie Stark­re­gen. Ei­ne Glas­ver­si­che­rung ist da­ge­gen oft un­nö­tig.

Bergische Morgenpost Wermelskirchen/Hückeswagen/Radevormwald - - Wirtschaft - VON UWE SCHMIDT-KASPAREK

DÜSSELDORF Un­wet­ter und Feu­er sind die schlimms­ten Fein­de für Hab und Gut. Vor al­lem Haus­be­sit­zer brau­chen um­fang­rei­chen Ver­si­che­rungs­schutz. „Ver­brau­cher müs­sen für exis­ten­zi­el­le Ri­si­ken Vor­sor­ge tref­fen“, sagt Ver­si­che­rungs­be­ra­ter Andre­as Kut­sche­ra. „Da­her ist Sach- und Haft­pflicht­schutz für Haus­be­sit­zer un­er­läss­lich.“Das wis­sen auch Ban­ken. Sie ver­lan­gen bei der Fi­nan­zie­rung von Im­mo­bi­li­en ei­ne Po­li­ce zum Schutz ge­gen die Fol­gen von Feu­er. Doch längst ist die so ge­nann­te ver­bun­de­ne Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung üb­lich. Sie schützt auch nach Sturm-, Ha­gel- und Lei­tungs­was­ser­schä­den.

Ex­tra-Ele­men­tar­schutz In Zei­ten häu­fi­ger Un­wet­ter ist das aber noch zu we­nig. So schätzt der Ge­samt­ver­band der Ver­si­che­rungs­wirt­schaft (GDV), dass Stark­re­gen mitt­ler­wei­le für 50 Pro­zent al­ler Über­schwem­mungs­schä­den in Deutsch­land ver­ant­wort­lich ist. Die an­de­re Hälf­te geht auf das Kon­to von Fluss-Hoch­was­ser.

Da­her be­nö­tigt ei­gent­lich je­der Haus­be­sit­zer ei­nen Ex­tra-Ele­men­tar­schutz. Das schei­nen aber vie­le Ei­gen­tü­mer noch nicht zu wis­sen. Bis­her ha­ben sich laut GDV nur 43 Pro­zent voll ge­gen die Lau­nen der Na­tur ab­ge­si­chert. Wer den Ex­tra-Ele­men­tar­schutz hin­zu­bucht, ist ge­gen Über­schwem­mun­gen, Stark­re­gen, Erd­rutsch so­wie Schnee­druck und so­gar ge­gen Erd­be­ben und Vul­kan­aus­brü­che ab­ge­si­chert. Die­se Ab­si­che­rung ist auch in ri­si­ko­rei­cher Wohn­la­ge na­he von Flüs­sen mög­lich.

Gro­be Fahr­läs­sig­keit „Wich­tig ist, dass der Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rer in sei­nen Be­din­gun­gen dar­auf ver­zich­tet, Ab­zü­ge we­gen gro­ber Fahr­läs­sig­keit zu ma­chen“, er­läu­tert Kut­sche­ra. Dann ist auch der Brand durch die ver­se­hent­lich auf dem Herd zu­rück­ge­las­se­ne Pfan­ne mit­ver­si­chert. Die­se bes­se­re Leis­tung kön­nen Ei­gen­tü­mer und Mie­ter auch in der Haus­rat­ver­si­che­rung er­hal­ten.

Haus­rat und Glas Die Not­wen­dig­keit, den Haus­rat ge­gen Ge­fah­ren wie Sturm, Ha­gel, Ein­bre­cher oder Van­da­lis­mus ab­zu­si­chern, steigt mit dem Wert. Für die Stu­den­ten­bu­de oder den ers­ten Sing­le­haus­halt ist die Po­li­ce we­ni­ger wich­tig. Nicht nö­tig für Haus­ei­gen­tü­mer sind da­ge­gen Glas­ver­si­che­run­gen, so­fern man kei­nen groß­flä­chig ver­glas­ten Win­ter­gar­ten be­sitzt.

Preis­un­ter­schie­de Bei Wohn­ge­bäu­de­und Haus­rat­ver­si­che­rung gibt es trotz ver­gleich­ba­rer Leis­tung sehr gro­ße Preis­un­ter­schie­de. Ein Ver­gleich der An­ge­bo­te lohnt. Beim Haus­kauf wird die Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung, die der Vor­be­sit­zer ab­ge­schlos­sen hat, au­to­ma­tisch über­nom­men. Doch man muss sie nicht be­hal­ten. In­ner­halb ei­nes Mo­nats nach Grund­buch­ein­tra­gung

kann die al­te Po­li­ce ge­kün­digt wer­den.

Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht Ei­gen­tü­mer ei­nes Mehr­fa­mi­li­en­hau­ses oder un­be­bau­ten Grund­stücks brau­chen ei­ne Haus- und Grund­be­sit­zer-Haft­pflicht­ver­si­che­rung. Die pri­va­te Haft­pflicht reicht nur, wenn der Ei­gen­tü­mer selbst dort wohnt. Ver­mie­ter müs­sen für al­le Ge­fah­ren haf­ten, die von der Im­mo­bi­lie aus­ge­hen. Sie trifft die Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht. Schon ein lo­ser Dach­zie­gel kann ei­nen Fuß­gän­ger auf dem Geh­weg tref­fen. Wird das Op­fer dann schwer ver­letzt, muss der Haus­ei­gen­tü­mer un­ter Um­stän­den Mil­lio­nen zah­len. Mög­lich ist zu­dem, dass bei ei­nem Brand um­lie­gen­de Häu­ser schwer be­schä­digt wer­den. Man soll­te bei der Haft­pflicht für Haus­be­sit­zer auf Num­mer si­cher ge­hen, ein 50-Mil­lio­nen-Eu­ro-Schutz ist heu­te mög­lich.

Vor­sor­ge beim Bau Für al­le Bau­her­ren ist ei­ne Bau­her­ren­haft­pflicht­ver­si­che­rung not­wen­dig. Denn sie müs­sen für al­le vom Bau und Bau­grund­stück aus­ge­hen­den Schä­den auf­kom­men, et­wa wenn je­mand in ei­ne un­be­leuch­te­te Bau­gru­be stürzt. Klei­ne­re Um­bau­ten sind in der pri­va­ten Haft­pflicht­po­li­ce mit­ver­si­chert. Hier muss man aber auf die Bau­sum­men­gren­ze ach­ten.

Recht­schutz Haus­ei­gen­tü­mer soll­ten zu­dem über ei­ne Rechts­schutz­ver­si­che­rung nach­den­ken. Mie­ter kön­nen Rechts­schutz auch über ei­nen Ver­brau­cher­schutz­ver­ein er­hal­ten. Grund­sätz­lich gilt für Ei­gen­tü­mer­und Mie­ter­recht­schutz ei­ne War­te­zeit. Zwi­schen Ver­si­che­rungs­be­ginn und dem An­bah­nen ei­ner Strei­tig­keit müs­sen min­des­tens drei Mo­na­te lie­gen. Ei­ne Aus­nah­me macht ein An­ge­bot der Arag. Der „So­fort-Recht­schutz“ist aber teu­er und zahlt nicht in al­len Fäl­len.

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