Pen­ny will nicht mehr ab­schlep­pen las­sen

Das Un­ter­neh­men will für sei­ne Fi­lia­le an der Kai­ser­stra­ße an­de­re We­ge ge­gen Dau­er­par­ker su­chen.

Bergische Morgenpost Wermelskirchen/Hückeswagen/Radevormwald - - Radevormwa­ld - VON STE­FAN GILSBACH

RA­DE­VORM­WALD „Ey Mann, wo ist mein Au­to?“– über die­sen Film­ti­tel konn­ten man­che Fah­rer, die ihr Au­to auf dem Park­platz der Fi­lia­le des Pen­ny-Mark­tes an der Kai­ser­stra­ße ab­ge­stellt hat­ten, nicht mehr la­chen. Mehr­fach muss­ten die Be­sit­zer fest­stel­len, dass ihr Fahr­zeug ab­ge­schleppt wor­den war – of­fen­sicht­lich, um ge­gen Dau­er­par­ker vor­zu­ge­hen, die bei­spiels­wei­se das ge­gen­über­lie­gen­de Ärz­te­haus auf­su­chen.

Auf ei­ner lo­ka­len Face­book-Sei­te wird das The­ma kon­tro­vers dis­ku­tiert. So be­rich­tet ei­ne Kom­men­ta­to­rin, ih­re Nach­ba­rin sei nur für zehn Mi­nu­ten in der Apo­the­ke ge­gen­über ge­we­sen, ha­be dann aber ihr Au­to in Rem­scheid ab­ho­len müs­sen, für ei­ne Sum­me von 240 Eu­ro. „Ich hab’ das heu­te auch mit­be­kom­men“, schreibt ei­ne wei­te­re Kom­men­ta­to­rin. „Ich fin­de das echt über­trie­ben. Egal, wie lan­ge er da stand.“Ge­mut­maßt wird, dass der Ab­schlepp­dienst be­reits „um die

Ecke“auf der Lau­er lie­ge. Auch bei der Stadt­ver­wal­tung kam ei­ne Be­schwer­de an. „Ein An­ru­fer woll­te wis­sen, wo sein Au­to ist“, be­rich­tet Jochen Knorz, Lei­ter des Ord­nungs­am­tes. „Es hat­te of­fen­bar ge­dacht, dass wir als Stadt sein Fahr­zeug ab­ge­schleppt hät­ten.“Auf dem Pen­ny-Park­platz gilt je­doch das Haus­recht des Ei­gen­tü­mers, der da­mit auch das Voll­stre­ckungs­recht bei Park­sün­den ha­be. Da­her sei das Gan­ze auch nicht mit ei­nem Fall zu ver­glei­chen, der sich jüngst in Frankfurt er­eig­ne­te und Schlag­zei­len mach­te: Dort hat­te die Stadt ei­nen pri­va­ten Dienst zum „Kn­öll­chen­ver­tei­len“an­ge­stellt. Ein Ge­richt ent­schied nun, dass dies nicht er­laubt ist und die Geld­for­de­run­gen un­gül­tig sind.

Doch was, wenn ein Grund­stücks­be­sit­zer bei der Be­hand­lung von Par­ken­den sit­ten­wid­rig han­delt? „Dann wä­re das Zi­vil­recht und da­mit kei­ne Be­hör­den­sa­che“, er­klärt Knorz.

Von den dra­ko­ni­schen Me­tho­den, die zu­letzt auf dem Park­platz üb­lich wa­ren, will man bei Pen­ny nun al­ler­dings ab­rü­cken, wie Un­ter­neh­mens­spre­cher Andre­as Krä­mer un­se­rer Zei­tung mit­teilt. „Bei der Ab­schlepp­re­ge­lung han­delt es sich um ein un­ab­ge­stimm­tes Vor­ge­hen des Mark­tes. Die Pra­xis wur­de um­ge­hend ein­ge­stellt.“

Grund­sätz­lich lie­ge es al­ler­dings im In­ter­es­se der Kun­den, „stets aus­rei­chend Park­flä­chen zur Ver­fü­gung zu ha­ben, so dass sie ih­re Ein­käu­fe schnell und be­quem er­le­di­gen kön­nen“, so Krä­mer. An­de­rer­seits lie­ge es na­tür­lich im In­ter­es­se des Un­ter­neh­mens, dass stets aus­rei­chend Park­raum für die Kun­den vor­han­den sei, nicht zu­letzt für äl­te­re und geh­be­hin­der­te Men­schen so­wie Fa­mi­li­en mit Kin­dern. Krä­mer: „Vor die­sem Hin­ter­grund ist nicht aus­zu­schlie­ßen, dass an dem Stand­ort ei­ne Park­raum­be­wirt­schaf­tung ein­ge­führt wird.“

FOTO: STE­FAN GILSBACH

Meh­re­re Bür­ger be­rich­te­ten in den ver­gan­ge­nen Ta­gen über das Ab­schlep­pen von Au­tos am Pen­ny-Markt an der Kai­ser­stra­ße.

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