Bei ei­nem Un­fall si­cher hel­fen – trotz Co­ro­na

Al­le im Stra­ßen­ver­kehr sind ver­pflich­tet, Ers­te Hil­fe zu leis­ten – oh­ne sich selbst in Ge­fahr zu brin­gen.

Bergische Morgenpost Wermelskirchen/Hückeswagen/Radevormwald - - Auto&mobil -

(tmn) Auch wenn ak­tu­ell der Stra­ßen­ver­kehr we­gen Co­ro­na ab­nimmt. Un­fäl­le kön­nen trotz­dem pas­sie­ren. Und al­le Ver­kehrs­teil­neh­mer sind wei­ter­hin ver­pflich­tet, Ers­te Hil­fe zu leis­ten. Bei Un­ter­las­sung dro­hen Stra­fen. Wie geht das best­mög­lich, oh­ne sich un­nö­tig in Ge­fahr zu brin­gen?

Die ers­ten, wich­ti­gen Schrit­te zur Ers­ten Hil­fe bei ei­nem Ver­kehrs­un­fall mit Ver­letz­ten blei­ben gleich: An­hal­ten und nach der Ab­si­che­rung der Un­fall­stel­le Po­li­zei und Ret­tungs­wa­gen ver­stän­di­gen. Und nicht nur in Co­ro­na-Zei­ten gilt es da­bei, Pa­nik oder Hek­tik zu ver­mei­den. „Schil­dern Sie ru­hig und Punkt für Punkt die Si­tua­ti­on. Hek­tik hilft nie­man­dem“, sagt Sö­ren Hein­ze vom Au­to Club Eu­ro­pa (ACE).

Beim di­rek­ten Kon­takt ist es wich­tig, dass Hel­fer sich und das Op­fer so gut wie mög­lich schüt­zen. Da­zu eig­nen sich Ein­mal­hand­schu­he und nach Mög­lich­keit Mund- und Na­senschutz. Das gründ­li­che Wa­schen der Hän­de, bes­ser noch ei­ne Des­in­fek­ti­on, nach der Hil­fe soll­te fol­gen. „In­for­mie­ren Sie die Ret­tungs­kräf­te mög­lichst ge­nau über die ge­leis­te­ten Maß­nah­men“, rät Hein­ze. „So­fern not­wen­dig, be­gibt man sich selbst in ärzt­li­che Ob­hut, um ab­zu­klä­ren, ob man sich mit dem Vi­rus an­ge­steckt ha­ben könn­ten“.

Aber selbst in Ge­fahr brin­gen muss sich bei den Hil­fe­leis­tun­gen nie­mand. „Es gilt ge­ne­rell die in­di­vi­du­el­le Ab­wä­gung, ob die Hil­fe­leis­tung zu­mut­bar ist. Das ist in­di­vi­du­ell und si­tua­tiv sehr un­ter­schied­lich“, er­läu­tert ACE-Ver­trau­ens­an­walt Mat­thi­as Sie­gert-Paar. „Kommt ein kern­ge­sun­der 25-Jäh­ri­ger zu ei­nem ver­un­fall­ten Ju­gend­li­chen, kann bei­spiels­wei­se Mund-zu-Mund-Be­at­mung zu­mut­bar sein“, nennt der Rechts­an­walt ein Bei­spiel. „Ist der Hel­fen­de ein Mann En­de 70 mit mul­ti­plen Vo­r­er­kran­kun­gen, sieht das un­ter Um­stän­den an­ders aus.“Aber: Je­dem sei es auf je­den Fall zu­zu­mu­ten, et­wa mit dem Han­dy den Ret­tungs­dienst zu in­for­mie­ren.

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