Frau­en­zim­mer mit Si­gnal ge­gen Miss­brauch

Bergische Morgenpost Wermelskirchen/Hückeswagen/Radevormwald - - Wermelskir­chen -

WERMELSKIR­CHEN (re­sa) Ho­me­of­fice, die Er­zie­hung der Kin­der, Ho­me-Schoo­ling und der Haus­halt: „Gera­de Frau­en sind durch die Ein­schrän­kun­gen der Frei­heits­rech­te be­trof­fen“, wis­sen An­ja Haus­sels und Chris­ti­ne Warning von der Be­ra­tungs­stel­lung „Frau­en­zim­mer“. Aus der be­kann­ten Dop­pel­be­las­tung sei ei­ne Drei­fach­be­las­tung ge­wor­den. Viel­fach kä­men in die­ser Si­tua­ti­on Woh­nungs­en­ge, Geld­sor­gen, Be­zie­hungs­und Exis­tenz­pro­ble­me hin­zu. „Zu­sam­men­ge­nom­men kann das al­les zu mas­si­ven Über­for­de­run­gen füh­ren und ei­nen Nähr­bo­den für Ag­gres­si­on und Ge­walt be­rei­ten“, er­klä­ren die Fach­frau­en.

In Co­ro­na-Zei­ten feh­len in die­sen schwie­ri­gen Si­tua­tio­nen Freun­din­nen,

Groß­el­tern und an­de­re so­zia­le Kon­tak­te als An­sprech­part­nerin­nen. Auch die be­ruf­li­chen Tä­tig­kei­ten, der Kon­takt mit Kol­le­gen, zu Sport­ver­ei­nen und Ver­an­stal­tun­gen fal­len weg. „All das wa­ren bis­her Mög­lich­kei­ten für Frau­en, die se­xua­li­sier­te und häus­li­che Ge­walt er­le­ben, Men­schen aus ih­rem na­hen so­zia­len Um­feld zu be­geg­nen, sich an­zu­ver­trau­en und Hil­fe zu ho­len“, sagt Chris­ti­ne Warning. Was sich der­zeit hin­ter ver­schlos­se­nen Tü­ren, in­ner­halb der Fa­mi­li­en ab­spie­le, las­se sich des­halb nur er­ah­nen.

Te­le­fo­na­te, di­gi­ta­le Nach­rich­ten und Vi­deochats wür­den mensch­li­che na­he Kon­tak­te nicht er­set­zen. Ges­tik und Mi­mik sind für ei­ne

Kom­mu­ni­ka­ti­on un­er­läss­lich und kä­men nur in der phy­si­schen Be­geg­nung zum Aus­druck. Auch hin­ter ei­ner Ge­sichts­mas­ke sei­en we­der Mi­mik noch even­tu­el­le Ver­let­zun­gen er­kenn­bar. „Die ak­tu­el­le Si­tua­ti­on führt da­zu, dass Frau­en schwei­gen müs­sen und ih­re vir­tu­el­len Kon­tak­te, so­wie die Au­ßen­welt we­der Not, noch Hil­fe­be­darf wahr­neh­men kön­nen“, er­klärt An­ja Haus­sels von der Be­ra­tungs­stel­le.

Des­we­gen ruft die Be­ra­tungs­stel­le „Frau­en­zim­mer“nun Be­kann­te und Freun­de da­zu auf, ge­nau hin­zu­se­hen und den Be­trof­fe­nen We­ge aus der Iso­la­ti­on auf­zu­zei­gen. „Es ist wich­tig, dass Frau­en und Mäd­chen, die von se­xu­el­ler oder part­ner­schaft­li­cher Ge­walt be­trof­fen sind, zeit­nah den Weg zu Schutz und Hil­fe fin­den“, sagt Chris­ti­ne Warning. Freun­de und Be­kann­te sol­len nun Mäd­chen und Frau­en an­spre­chen, die ih­nen ver­än­dert vor­kom­men und sie auf Hilfsangeb­ote auf­merk­sam ma­chen.

„Frau­en­zim­mer“be­rät Mäd­chen ab zwölf Jah­ren und Frau­en aus al­len Städ­ten und Ge­mein­den des Rhei­nisch-Ber­gi­schen Krei­ses zu al­len The­men se­xua­li­sier­ter und häus­li­cher Ge­walt.

Kon­takt Al­le Frau­en die Hil­fe be­nö­ti­gen, er­rei­chen die Be­ra­tungs­stel­le „Frau­en­zim­mer“un­ter der Ruf­num­mer 02174 1047, on­line über www.frau­en­be­ra­tung-bur­scheid.de oder per Mail an team@frau­en­be­ra­tung-bur­scheid.de

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.