Ein­fach im­mer wei­ter – emo­ti­ons­los

Bergische Morgenpost Wermelskirchen/Hückeswagen/Radevormwald - - Sport - GI­AN­NI COS­TA

Die Fuß­ball-Bun­des­li­ga hat sich zu ei­nem so­ge­nann­ten Pre­mi­um-Pro­dukt der Un­ter­hal­tungs­in­dus­trie ge­mau­sert. Hier­zu­lan­de pil­gern in nor­ma­len Zei­ten Mil­lio­nen in die Sta­di­en oder ver­fol­gen die Spie­le am TV. Die Stim­mung ge­hört un­trenn­bar zum Spiel da­zu. Die Co­ro­na­vi­rus-Pan­de­mie hat Zu­schau­er­rän­ge zu Sperr­ge­bie­ten ge­macht. Das wird Kon­se­quen­zen ha­ben. Wirt­schaft­lich ist es ver­ständ­lich, dass ei­ne Bran­che al­les ver­sucht, um den Ge­schäfts­be­trieb auf­zu­neh­men.

Die Sai­son wird scho­nungs­los auf­zei­gen, was fehlt. Auch oh­ne Fans wird es für ei­nen Sieg drei Punk­te ge­ben. Die wer­den in ei­ner Ta­bel­le fest­ge­hal­ten. Oh­ne ge­mein­sa­me Freu­de sind es nur Zah­len. Der Pay-TV-Sen­der Sky weiß, dass er Pro­ble­me ha­ben wird, das „Pro­dukt“zu in­sze­nie­ren. Fuß­ball ist im­mer schon ein Ge­samt­kunst­werk ge­we­sen. Aka­de­mi­ker steht ne­ben Ar­bei­ter. Ein Zu­sam­men­spiel vie­ler Fak­to­ren. Nun soll es die Op­ti­on „Fan­ge­sän­ge“ge­ben. Gru­se­lig.

Die Sai­son wird zu En­de ge­spielt. Es wird Rück­schlä­ge ge­ben. Und am En­de gibt es ei­nen Meis­ter, der sei­nen Ti­tel per Vi­deo­schal­te aus der Ka­bi­ne fei­ert. Es wer­den sich Teams fürs in­ter­na­tio­na­le Ge­schäft qua­li­fi­zie­ren, an­de­re in die Zweit­klas­sig­keit ab­stei­gen. Das al­les wird ein tech­ni­scher Akt sein. Nicht mehr, nicht we­ni­ger. Ir­gend­wie trau­rig.

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