Die Ge­nos­sen­schaft zahlt zwei Pro­zent Di­vi­den­de.

Die Bi­lanz­sum­me der Ge­nos­sen­schaft klet­tert von 20 auf 28 Mil­lio­nen Eu­ro. Der Bau­ver­ein sorgt mit der Hal­bie­rung von vier Pro­zent in den Vor­jah­ren für ei­ne An­pas­sung an die La­ge auf dem Zins-Markt.

Bergische Morgenpost Wermelskirchen/Hückeswagen/Radevormwald - - Wermelskir­chener Anzeiger - VON STE­PHAN SINGER

WERMELSKIR­CHEN Zwei Pro­zent sind mehr, als das Gut­ha­ben auf ei­nem klas­si­schen Spar­buch der­zeit an Zin­sen bringt. Das be­ton­te der Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de des Ge­mein­nüt­zi­gen Bau­ver­eins, Micha­el Gar­nich, auf der Ge­nos­sen­schafts-Mit­glie­der­ver­samm­lung mit knapp 40 An­we­sen­den in der Katt­win­kel­schen Fa­b­rik: „Un­se­re Ent­schei­dung ist ein Ge­bot der So­li­da­ri­tät ge­gen­über dem Bau­ver­ein. Der ist ja da­zu da, die Mit­glie­der mit gu­tem Wohn­raum zu ver­sor­gen und nicht als Ka­pi­tal-An­la­ge.“Gar­nich und der Ge­schäfts­füh­rer Mar­tin Lam­bot­te hat­ten zu­vor die Aus­schüt­tung von zwei Pro­zent Di­vi­den­de pro Ge­nos­sen­schafts-An­teil vor­ge­schla­gen – im­mer­hin ei­ne Hal­bie­rung, schüt­te­te der Bau­ver­ein in den Vor­jah­ren re­gel­mä­ßig vier Pro­zent aus.

Die 960 Mit­glie­der des Bau­ver­eins ha­ben ins­ge­samt 1,2 Mil­lio­nen Eu­ro an Ge­sell­schafts­ka­pi­tal ge­zeich­net.

„Wir ha­ben die­sen Vor­schlag in der Bau­ver­ein-Füh­rung kon­tro­vers dis­ku­tiert“, sag­te Mar­tin Lam­bot­te, der sich froh dar­über zeig­te, dass die Ver­samm­lung das Vor­ge­hen bei nur ei­ner Ge­gen­stim­me mit gro­ßer Mehr­heit ak­zep­tier­te: „Die vier Pro­zent-Di­vi­den­de war in den ver­gan­ge­nen Jah­ren das Ma­xi­ma­le, was wir aus­zah­len durf­ten.“Aber die Zins-Ent­wick­lung müs­se be­ach­tet wer­den und die sei von neun auf ein Pro­zent ge­sun­ken. „Vier Pro­zent ha­ben al­so der­zeit nichts mit markt­ge­recht zu tun. Die wer­den nicht ein­mal durch die Zin­sen ge­deckt, die der Bau­ver­ein für sein Ei­gen­ka­pi­tal er­hält“, er­läu­ter­te Mar­tin Lam­bot­te.

Die Mit­glie­der des Bau­ver­eins (En­de 2019: 926, ak­tu­ell: 960) ha­ben ins­ge­samt 1,2 Mil­lio­nen Eu­ro an Ge­sell­schafts­ka­pi­tal ge­zeich­net. Die be­schlos­se­ne Di­vi­den­de er­gibt 8,20 Eu­ro pro Ge­nos­sen­schafts-An­teil, der mit 410 Eu­ro ta­xiert ist.

In 2019 er­ziel­te der Bau­ver­ein ei­nen Jah­res­über­schuss von rund 435.000 Eu­ro nach 407.000 in 2018 – der Bi­lanz­ge­winn be­trug 55.000 Eu­ro (2018: 57.000 Eu­ro). 335.000 Eu­ro stell­te der Bau­ver­ein in die Er­geb­nis­rück­la­gen ein. Da die Mit­glie­der­ver­samm­lung auf­grund der Co­ro­na-Pan­de­mie nicht wie sonst üb­lich in der ers­ten Jah­res­hälf­te statt­fin­den konn­te, er­folg­te die­ser Be­schluss durch den Auf­sichts­rat – ein Vor­ge­hen, das die Be­stim­mun­gen zur Co­ro­na-La­ge zu­las­sen. Auf­grund der Pan­de­mie sei die nied­ri­ge Leer­stands­quo­te von 1,4 Pro­zent in 2019 im lau­fen­den Jahr nicht zu

schaf­fen, be­rich­te­te Mar­tin Lam­bot­te: „Die Zei­ten für Sa­nie­run­gen ha­ben sich ver­län­gert, weil die Hand­werks­be­trie­be nicht gleich­zei­tig in

ei­ner Woh­nung ar­bei­ten dür­fen – sie müs­sen nach­ein­an­der ans Werk.“Wä­re ei­ne Sa­nie­rung vor Co­ro­na in vier Mo­na­ten mög­lich ge­we­sen, daue­re es ak­tu­ell zwi­schen sechs und sie­ben Mo­na­te bis ei­ne Woh­nung fer­tig ist.

In 2019 ha­be der Bau­ver­ein ei­ne „sprung­haf­te Ent­wick­lung“der Bi­lanz­sum­me von 20 Mil­lio­nen Eu­ro auf 28 Mil­lio­nen er­lebt: „Das er­klärt sich durch den Kauf von fast 100 Woh­nun­gen an der Schu­man­nund Lort­zing­stra­ße. Mit dem Er­werb woll­ten wir ver­hin­dern, dass die Woh­nun­gen an land­läu­fig als Heu­schre­cken be­zeich­ne­te In­ves­to­ren fal­len.“Der Vor­teil des Bau­ver­eins sei, dass die Ge­nos­sen­schaft die­se Woh­nun­gen mit dem vor­han­de­nen Per­so­nal be­wirt­schaf­ten kön­ne.

Tur­nus­ge­mäß nach drei Jah­ren stan­den die Auf­sichts­rats­mit­glie­der Micha­el Gar­nich und Ru­dolf Groß­mann zur Wahl – bei­de wur­den ein­stim­mig be­stä­tigt.

FOTO: STE­PHAN SINGER

Der Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de Micha­el Gar­nich (li.) wur­de er­neut in das Gre­mi­um ge­wählt. Ge­mein­sam mit Ge­schäfts­füh­rer Mar­tin Lam­bot­te freu­te er sich über die „So­li­da­ri­tät“, die das Mit­glie­der­vo­tum ge­zeigt ha­be.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.