Bergische Morgenpost Wermelskirchen/Hückeswagen/Radevormwald

Rein weib­li­ches Ge­setz nun doch rein männ­lich

- Gender Equality · Society · The German government · German Ministry of the Interior · Horst Seehofer · Christian Social Union · Human Rights

BERLIN (epd) Doch „Schuld­ner“statt „Schuld­ne­rin“: Nach dem Wir­bel um ei­nen haupt­säch­lich in der weib­li­chen Form ge­hal­te­nen Ent­wurf zum Sa­nie­rungs- und In­sol­venz­recht für Un­ter­neh­men hat das Bun­des­ka­bi­nett das Vor­ha­ben im ge­ne­ri­schen Mas­ku­li­num ge­bil­ligt. Um rasch ei­ne Ei­ni­gung im Kreis der Mi­nis­te­ri­en zu er­zie­len, sei die männ­li­che Form ver­wen­det wor­den, sag­te ein Spre­cher von Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Chris­ti­ne Lam­brecht (SPD). Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­ho­fer (CSU) hat­te ge­gen den im ge­ne­ri­schen Fe­mi­ni­num ge­hal­te­nen Ent­wurf Wi­der­spruch ein­ge­legt. Das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um hält aber dar­an fest, dass die weib­li­che Form durch­aus mög­lich ge­we­sen wä­re. In dem Ge­setz, das ins­be­son­de­re von der Co­ro­na-Pan­de­mie be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men hel­fen soll, ge­he es ganz über­wie­gend um Un­ter­neh­mens­for­men wie Gm­bH oder Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten. De­ren gram­ma­ti­ka­li­sches Ge­schlecht sei weib­lich, er­läu­ter­te der Spre­cher des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums. Es sei so­gar üb­lich, von „Schuld­ne­rin“oder „Gläu­bi­ge­rin“zu spre­chen. „Um un­nö­ti­ge Kom­ple­xi­tät zu ver­mei­den, wur­de auf die zu­sätz­li­che An­ga­be der männ­li­chen Form ver­zich­tet“, sag­te er. Das In­nen­mi­nis­te­ri­um war da­mit nicht ein­ver­stan­den, äu­ßer­te so­gar die Sor­ge, dass das Ge­setz ver­fas­sungs­wid­rig sein könn­te, weil sich nur Frau­en an­ge­spro­chen füh­len könn­ten.

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