Bergische Morgenpost Wermelskirchen/Hückeswagen/Radevormwald

Se­nio­ren sol­len nicht ver­ges­sen wer­den

Kran­ken­kas­se AOK re­agiert auf Vor­wür­fe des Se­nio­ren­bei­rats, dass sie kei­nen Ser­vice in der Stadt bie­ten.

- VON KATH­RIN KEL­LER­MANN Wermelskirchen · Remscheid · Allgemeine Ortskrankenkasse · Zadarma · Bergisch Gladbach · Porto

WERMELSKIR­CHEN In kei­ner an­de­ren Stadt im Rhei­nisch-Ber­gi­schen Kreis le­ben mehr Se­nio­ren als in Wermelskir­chen. Dar­an er­in­nert Wer­ner Al­len­dorf (FO­TO: CDU), CDU-Kreis­tags­ab­ge­ord­ne­ter und Vor­sit­zen­der des Se­nio­ren­bei­rats in Wermelskir­chen, im­mer wie­der ger­ne, wenn er sich da­für ein­setzt, dass in der Stadt mehr für die Le­bens­qua­li­tät der äl­te­ren Ge­ne­ra­ti­on ge­tan wird. Ihm ist wich­tig, dass die Se­nio­ren nicht ver­ges­sen wer­den. Sein jüngs­tes An­lie­gen ist, dass die Ge­sund­heits­kas­se AOK vor Ort wie­der ei­nen ver­bes­ser­ten Ser­vice an­bie­tet (wir be­rich­te­ten), nach­dem die Ge­schäfts­stel­le der Kran­ken­kas­se in der Te­le­gra­fen­stra­ße im März ge­schlos­sen wur­de. „Über­all wer­den Kos­ten ge­spart, aber das geht auf den Ser­vice“, mo­nier­te Wer­ner Al­len­dorf.

Auf Nach­fra­ge die­ser Redaktion, wie sich die Kas­se künf­tig den Ser­vice für die Ver­si­cher­ten in Wermelskir­chen vor­stellt, hat die AOK nun re­agiert: „Un­se­ren Ver­si­cher­ten ste­hen al­le an­de­ren Ge­schäfts­stel­len

für ih­re An­lie­gen of­fen. Un­se­re Wer­mels­kir­che­ner Kun­den kön­nen na­tür­lich die Ge­schäfts­stel­le in Rem­scheid auf­su­chen und dort un­se­ren Ser­vice in An­spruch neh­men“, heißt es von der AOK Rhein­land/Ham­burg. Al­ler­dings weist die Kas­se gleich auf die der­zei­ti­ge Co­ro­na-Si­tua­ti­on hin: „Zum Schutz der Kun­den und Mit­ar­bei­ter wer­den in Ge­bie­ten mit ho­hen In­fek­ti­ons­zah­len un­se­re Kun­den mit per­sön­lich ver­ein­bar­ten Ter­mi­nen emp­fan­gen.“Kun­den aus Wermelskir­chen wer­den da­her ge­be­ten, vor­ab ei­nen Ter­min zu ver­ein­ba­ren und nicht un­an­ge­mel­det in die Ge­schäfts­stel­le zu fah­ren, „da­mit wir al­le ei­nen Bei­trag zur Be­kämp­fung der Pan­de­mie leis­ten“, so

AOK-Pres­se­spre­che­rin Ju­lia Ku­sa­lik. Au­ßer­dem fügt sie hin­zu: „Al­le Ver­si­cher­ten kön­nen auch te­le­fo­nisch un­ser Ser­vice-Cen­ter AOK-Cla­r­i­me­dis kon­tak­tie­ren. Hier be­ant­wor­ten Ex­per­ten 24 St­un­den täg­lich an 365 Ta­gen im Jahr Fra­gen rund um die Ge­sund­heit und So­zi­al­ver­si­che­rung.“Die­ser Ser­vice sei kos­ten­frei un­ter der Te­le­fon­num­mer 0800 / 0 326 326. „Zu­dem be­su­chen auf Wunsch auch un­se­re Au­ßen­dienst­mit­ar­bei­ter Ver­si­cher­te in drin­gen­den Fäl­len zu Hau­se.“Dass die Ge­schäfts­stel­le der AOK in Wermelskir­chen ge­schlos­sen wur­de, hat sei­nen Grund, ver­rät Ku­sa­lik: „Wir be­rei­ten uns der­zeit mit ei­ner um­fas­sen­den Neu­or­ga­ni­sa­ti­on auf den di­gi­ta­len Wan­del im

Ge­sund­heits­we­sen. In un­se­ren Ge­schäfts­stel­len wer­den häu­fig Vor­gän­ge be­ar­bei­tet, die Fach­wis­sen aus ver­schie­de­nen Be­rei­chen er­for­dern. Die­se Auf­ga­ben wol­len wir an grö­ße­ren Stand­or­ten bün­deln, die von vie­len Ver­si­cher­ten auf­ge­sucht wer­den.“

Die Mög­lich­keit, zur Ge­schäfts­stel­le nach Rem­scheid fah­ren zu kön­nen, statt in die Kreis­stadt Ber­gisch Glad­bach, ist ei­ne Ent­las­tung. Aber Wer­ner Al­len­dorf, der kürz­lich per­sön­lich Se­nio­ren zur Kran­ken­kas­se ge­fah­ren hat, pocht auf mehr Ser­vice. Als Vor­bild nimmt er den Rhei­nisch-Ber­gi­schen Kreis, der im Rat­haus ei­nen Post­kas­ten ein­ge­rich­tet hat, der „re­gel­mä­ßig von Mit­ar­bei­tern des Krei­ses ge­leert wird. So spa­ren die äl­te­ren Men­schen Por­to“, er­klärt er. Das wünscht er sich auch von der Kran­ken­kas­se. „So ei­nen Brief­kas­ten kann die AOK doch auch im Rat­haus ein­rich­ten“, schlägt er vor. „Oder sich mit ei­ner Ko­ope­ra­ti­on an den Kreis hän­gen.“Am liebs­ten wä­ren ihm aber Sprech­stun­den. Dar­um will er sich nun mit dem Se­nio­ren­bei­rat küm­mern.

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