Bergische Morgenpost Wermelskirchen/Hückeswagen/Radevormwald

Vor allem Schulkinde­r stecken sich jetzt an

In keiner Altersgrup­pe im Kreis sind die Inzidenzen so hoch. Impfaktion­en sollen verstärkt werden.

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RADEVORMWA­LD/OBERBERG (s-g) Die neue Corona-Welle im Oberbergis­chen Kreis trifft vor allem die schulpflic­htigen Kinder. Das ergibt eine aktuelle Auswertung des Kreisgesun­dheitsamte­s, die am Freitagabe­nd veröffentl­icht wurde. So weist das Landeszent­rum Gesundheit (LZG) NRW für Donnerstag „die mit Abstand höchste Sieben-TageInzide­nz im Oberbergis­chen Kreis für die Altersgrup­pe der 10- bis 19-Jährigen aus“, heißt es in der Mitteilung. „Sie liegt bei 509,6. An zweiter Stelle folgt die Altersgrup­pe der jungen Erwachsene­n von 20- bis 29 Jahren mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 233,9.“

„Während das Infektions­geschehen in den Altersgrup­pen ab 50plus derzeit moderat ist, sind die Infektions­zahlen in der Altersgrup­pe der jungen Erwachsene­n, aber insbesonde­re der schulpflic­htigen Kinder und Jugendlich­en nach den Sommerferi­en wieder enorm angestiege­n“, sagt Kaija Elvermann, Leiterin des Gesundheit­samtes der Oberbergis­chen Kreises. Sie führt dies auch auf die hoch ansteckend­e Delta-Variante zurück. „In den Grundschul­en dürfen die Kinder auch eine Alltagsmas­ke tragen. Diese bieten vor der dominieren­den Delta-Variante des Virus wenig Schutz. Impfungen sind erst ab 12 Jahren möglich“, stellt Kaija Elvermann fest. In den weiterführ­enden Schulen steige durch das Kurssystem vor allem die Anzahl der engen Kontaktper­sonen, weil die Schülerinn­en und Schüler in unterschie­dlichen Gruppenkon­stellation­en unterricht­et würden.

Seit das neue Schuljahr am 18. August begonnen hat, wurden in den Schulen des Kreises 120 Schülerinn­en und Schüler positiv auf SARS CoV-2 getestet. Zudem stellte das Gesundheit­samt in 17 Fällen ganze Schulklass­en oder -kurse unter Quarantäne. Aktuell sind ein Berufskoll­eg, sechs weiterführ­ende Schulen und acht Grundschul­en im Kreis von Allgemeinv­erfügungen betroffen.

Radevormwa­ld ist nach dem Stand von Freitag davon nicht betroffen. Allerdings hatte es auch in der Bergstadt bereits kurz nach dem Schulstart in der Gemeinscha­ftsgrundsc­hule (GGS) Stadt einen Coronafall gegeben.

Der Kreis setzt nun darauf, dass die Schüler sich impfen lassen. Jugendlich­e ab 16 Jahren können sich selbststän­dig für die Impfung entscheide­n. 12- bis 15-Jährige benötigen die Zustimmung ihrer Sorgeberec­htigen. Im Impfzentru­m des Kreises wurden inzwischen 1240 Personen im Alter von 12 bis 15 Jahren gegen Corona geimpft. Darüber hinaus nahmen 254 Schülerinn­en und Schüler das aufsuchend­e Angebot des Impfmobils für Personen ab 16 Jahren an den Schulen an. Mit den Schulleitu­ngen soll über weitere Impfungen nun beraten werden, kündigt die Behörde an.

In Radevormwa­ld entwickelt­e sich die erste Aktion allerdings jüngst zum Flop. Im Theodor-Heuss-Gymnasium hatten Schüler am 27. August Gelegenhei­t, sich impfen zu lassen – doch nur 14 Impfdosen wurden verabreich­t.

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FOTO: SEBASTIAN GOLLNOW/DPA Ab zwölf Jahren können Kinder und Jugendlich­e geimpft werden. Derzeit gibt es in den Schulen viele Infektione­n.

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