CDU im Kreis will wie­der weg von der Stich­wahl

Bergische Morgenpost Wermelskirchen - - WERMELSKIRCHEN - VON CHRIS­TI­AN ALBUSTIN

Der Kreis­vor­stand will die Stich­wah­len bei der Wahl von Bür­ger­meis­ter, Ober­bür­ger­meis­ter und Land­rat ab­schaf­fen.

RHEIN-BERG Al­lein die Stich­wahl des Land­rats 2017 im Rhei­nisch-Ber­gi­schen Kreis kos­te­te 146.000 Eu­ro. Geld, dass dem CDU Kreis­vor­stand zu­fol­ge kei­nen Mehr­wert brach­te. Dar­um hat der Kreis­vor­stand ei­nen An­trag an den 41. Lan­des­par­tei­tag for­mu­liert. Die CDU Nord­rheinWest­fa­len mö­ge die Land­tags­frak­ti­on auf­for­dern, sich für die Ab­schaf­fung der Stich­wah­len bei Haupt­ver­wal­tungs­be­am­ten ein­zu­set­zen. Da- run­ter sind im An­trag Bür­ger­meis­ter, Ober­bür­ger­meis­ter und Land­rä­te auf­ge­führt.

Die Wie­der­ein­füh­rung der Stich­wahl in Nord­rhein-West­fa­len ha­be nicht die von der rot-rot-grü­nen Land­tags­mehr­heit er­hoff­te Wir­kung er­zielt. Bei 93 Stich­wah­len zu Bür­ger­meis­ter-, Ober­bür­ger­meis­ter- und Land­rats­wah­len ha­be in al­len zwei­ten Wahl­gän­gen die Wahl­be­tei­li­gung un­ter der des ers­ten ge­le­gen. Lan­des­weit hät­ten bei die­sen Wah­len im zwei­ten Wahl­gang 1,2 Mil­lio­nen Wäh­ler we­ni­ger als beim ers­ten Wahl­gang teil­ge­nom­men.

„Nach un­se­rer Auf­fas­sung wür­de ein ein­zi­ger Wahl­gang zu ei­ner hö­he­ren Mo­bi­li­sie­rung der Wäh­ler füh­ren, die mit größ­ter Wahr­schein­lich­keit zu ei­ner hö­he­ren Wahl­be­tei­li­gung füh­ren könn­te“, heißt es im An­trag der CDU. „Auf je­den Fall wür­de sie nicht ge­rin­ger aus­fal­len als bei dem bis­he­ri­gen ers­ten Wahl­gang.“Als Ar­gu­ment wür­de der zu­sätz­li­che Rück­halt in der Be­völ­ke­rung an­ge­führt, den die Be­hör­den- lei­ter durch ei­ne ab­so­lu­te Mehr­heit hät­ten. Die Er­fah­run­gen bei den Wah­len für den Land­tag und Bun­des­tag zeig­ten aber, dass es kei­ne Zwei­fel an der de­mo­kra­ti­schen Le­gi­ti­ma­ti­on der ge­wähl­ten Ab­ge­ord­ne­ten ge­be, ob­wohl die Wahl durch re­la­ti­ve Mehr­heit ent­schie­den wird.

Der Ver­zicht auf Stich­wah­len wür­de den kom­mu­na­len Selbst­ver­wal­tungs­kör­per­schaf­ten ho­he Kos­ten und den Ein­satz von Per­so­nal­auf­wand er­spa­ren, die durch ei­nen zu­sätz­li­chen Wahl­gang ent­ste­hen. Die Ab­schaf­fung der Stich­wahl wür­de al­so so­wohl zu ei­ner fi­nan­zi­el­len Ent­las­tung der Kom­mu­nal­haus­hal­te als auch zu ei­ner Ver­min­de­rung der zu­sätz­li­chen Ar­beits­be­las­tung in den Rat- und Kreis­häu­sern füh­ren. Nicht zu­letzt wür­de die Ab­schaf­fung der Stich­wahl die Re­kru­tie­rung der eh­ren­amt­li­chen Hel­fer in den Wahl­lo­ka­len er­leich­tern, die dem Kreis­vor­stand zu­fol­ge an­ge­sichts ei­ner Stich­wahl mit viel ge­rin­ge­rer Wahl­be­tei­li­gung vom Eh­ren­amt Ab­stand neh­men.

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