Büh­ne frei für die Hand­wer­ker

Bergische Morgenpost Wermelskirchen - - BERGISCHE KULTUR - VON THO­MAS WINTGEN

Mit der Som­mer­pau­se star­ten im Teo Ot­to Thea­ter die Ar­bei­ten. Der Lärm soll bis Be­ginn der Sai­son 18/19 er­le­digt sein.

REM­SCHEID Die Spiel­zeit 2017/18 im Teo Ot­to Thea­ter en­det am Sams­tag, 14. Ju­li, mit dem drit­ten und letz­ten Kon­zert in der Rei­he „On Fi­re“. Da­nach gibt es nur noch Auf­trit­te im Frei­en. Ab Mon­tag, 16. Ju­li, ist al­so die Büh­ne frei für Um­bau- und Re­no­vie­rungs­maß­nah­men. Die­se star­ten mit dem Ge­rüst­bau­er. Der na­tür­lich dar­auf ach­tet, dass die Um­fah­rung für die Feu­er­wehr und An­lie­fe­run­gen mög­lich sein wer­den. Lutz Hein­richs, Ge­schäfts­füh­rer des Thea­ters, rech­net nicht da­mit, dass al­les bis zur ers­ten Vor­stel­lung der neu­en Spiel­zeit im Sep­tem­ber fer­tig ist. Aber zu­min­dest sämt­li­che lär­min­ten­si­ven Ar­bei­ten sol­len bis da­hin er­le­digt sein.

Auf dem Pro­gramm ste­hen Re­pa­ra­tu­ren auf dem Dach, Sa­nie­rungs­ar­bei­ten an den seit­li­chen und rück­wär­ti­gen Fas­sa­den so­wie – völ­lig un­ab­hän­gig da­von – teil­wei­se Er­neue­run­gen der elek­tri­schen An­la­ge. Die­se stammt zwar nicht mehr aus dem Bau­jahr (1954) des Thea­ters, aber der Haupt­ver­tei­ler und Ver­sor­gungs­lei­tun­gen sind nicht mehr auf dem Stand der Tech­nik. We­gen der an­de­ren Bau­maß­nah­men wer­den zwei Baus­trom­zäh­ler ein­ge­rich­tet, da­mit zum Bei­spiel die jähr­li­chen In­stand­set­zungs­ar­bei­ten des höchst stra­pa­zier­ten Büh­nen­bo­dens oh­ne Be­ein­träch­ti­gung statt­fin­den kön­nen.

Los geht es auf und mit dem Dach. „Das weist an vie­len Stel­len Schä­den auf“, sagt die städ­ti­sche Ar­chi­tek­tin An­ja Klein. Hier und da kom­me Re­gen­was­ser durch; es fehl­ten die so ge­nann­ten „Se­ku­ran­ten“auf dem Dach, das sind Ar­beits- und Ab­sturz­si­che­run­gen. „Das Dach kann glit­schig sein“, nennt sie ein Bei­spiel für de­ren Sinn­haf­tig­keit.

Der Ge­schäfts­füh­rer der Men­ne­nöh und Röh­rig GmbH, Ar­chi­tekt Jens Men­ne­nöh, hat seit Ja­nu­ar um­fang­rei­che Vor­un­ter­su­chun­gen des gut 2000 Qua­drat­me­ter gro­ßen Haupt­da­ches und der di­ver­sen Ne­ben­dä­cher – ein­schließ­lich des ge­well­ten Vor­dachs – an­stel­len las­sen, die Tech­nik, Sta­tik und Si­cher­heit be­tref­fend.

Dar­aus er­gab sich: „Wir las­sen die Schaum­glas-Däm­mung auf dem Dach.“Denn das sei ein hoch­wer­ti­ges Dämm­ma­te­ri­al, das hoch druck­be­last­bar ist und noch in ei­nem gu­ten Zu­stand. Ent­fernt und er­neu­ert wer­den le­dig­lich die vor­han­de­nen bit­u­mi­nö­sen Dicht-La­gen so­wie die dar­über lie­gen­de Kunst­stoff-Ab­dich­tung. Statt­des­sen kom­men auf das Schaum­glas mehr- la­gi­ge bit­u­mi­nö­se Ab­de­ckun­gen mit Schweiß­bah­nen, ver­klebt mit Heiß­bi­tu­men.

Lo­gis­tisch sei das Gan­ze in­so­fern an­spruchs­voll, sa­gen Klein, Hein­richs und Men­ne­nöh, weil es ins­ge­samt acht ver­schie­de­ne Dach­flä­chen ge­be und das Thea­ter zum Teil ein­ge­rüs­tet wer­den muss, weil zeit­gleich das Ma­ler­un­ter­neh­men mit dem Neu­an­strich der Fas­sa­den be­ginnt. Vor­aus­geht erst ein­mal die Sa­nie­rung der zahl­rei­chen Ris­se, durch die Was­ser ein­drin­gen konn­te und des­we­gen Schä­den ver­ur­sacht hat.

„Das ist ab­ge­stimmt mit dem Denk­mal­schutz“, sa­gen Klein und Men­ne­nöh, wo­bei zur­zeit zwei Farb­tö­ne in der en­gen Wahl sind. Die Far­be wer­de sich auf je­den Fall mit dem Tra­ver­tin-Ton der Front ver­tra­gen, be­tont An­ja Klein. Es fol­gen schließ­lich Maß­nah­men wie Dach­rin­nen und Fall­roh­re so­wie der Lüf­tungs­an­la­gen. Wie im­mer, sei das Un­ter­fan­gen „stark wit­te­rungs­ab­hän­gig“, be­tont Men­ne­nöh im Ge­spräch mit die­ser Re­dak­ti­on.

Die Ge­samt­maß­nah­me zum Sub­stanz­er­halt wird gut 700 000 Eu­ro kos­ten.

FO­TO: THO­MAS WINTGEN

Er­klä­ren auf dem Dach des Thea­ters, was pas­siert: die Ar­chi­tek­ten Jens Men­ne­nöh und An­ja Klein so­wie Ge­schäfts­füh­rer Lutz Hein­richs (von links).

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