Mu­si­ka­li­sche Um­set­zung der Schöp­fungs­ge­schich­te

Bergische Morgenpost Wermelskirchen - - BERGISCHE KULTUR - VON WOLF­GANG WEITZDÖRFER

Im Rah­men des Pro­jekts „Lich­te Stil­le“ver­an­stal­tet die Evan­ge­li­sche Kir­chen­ge­mein­de ge­mein­sam mit der Ka­tho­li­schen Ge­mein­de St. Suit­ber­tus ein Chor­kon­zert mit zeit­ge­nös­si­scher Mu­sik.

REM­SCHEID Das Pro­jekt „Lich­te Stil­le – Neue geist­li­che Mu­sik im Ber­gi­schen Land“geht in sei­ne fi­na­le Run­de. Ge­star­tet im Jahr 2016 hat es die Grund­idee, Kir­chen­mu­sik, Er­wach­se­nen­bil­dung und Seel­sor­ge zu­sam­men­zu­füh­ren. In ei­ner Ko­ope­ra­ti­on von Erz­bis­tum, Evan­ge­li­scher Kir­che im Rhein­land und dem Land Nord­rhein-West­fa­len sind in den ver­gan­ge­nen bei­den Jah­ren nicht nur be­kann­te Mu­sik, son­dern auch neue Kom­po­si­tio­nen an ver- schie­de­nen Or­ten im Ber­gi­schen Land auf­ge­führt wor­den. Auch Rem­scheid ist in die­sem Jahr wie­der mit da­bei – zwei öku­me­ni­sche Ver­an­stal­tun­gen fin­den im Mai zum ei­nen in der Evan­ge­li­schen Stadt­kir­che am Markt und zum an­de­ren in der Kir­che St. Suit­ber­tus an der Pa­pen­ber­ger Stra­ße statt. Mit dem let­ti­schen Kom­po­nis­ten Rihards Du­bra hat man zu­dem ei­nen durch­aus be­kann­ten Kom­po­nis­ten für ein Auf­trags­werk ge­win­nen kön­nen: Die Kan­ta­te für So­pran, Ba­ri­ton, Chor, Or­gel, Har­fe und Schlag­zeug wird zu­sam­men mit an­de­rer zeit­ge­nös­si­scher Mu­sik am Sonn­tag, 27. Mai, um 20 Uhr in St. Suit­ber­tus ur­auf­ge­führt.

Mög­lich ge­wor­den sind die Be­auf­tra­gung Du­bras und die Auf­füh­rung mit den pro­fes­sio­nel­len Mu­si­kern Hae Min Geß­ner (So­pran), Björn Köl­ler (Ba­ri­ton), El­ke Stelt­ner (Har­fe) und Ti­do Fro­be­en (Schlag­zeug) so­wie Chö­ren der Stadt­kir- chen­ge­mein­de und der Pfar­rei St. Suit­ber­tus durch För­der­gel­der so­wie den Ein­satz von Evan­ge­li­scher Lan­des­kir­che und Erz­bis­tum. „Hin­ter­grund war auch, dass an den Hoch­schu­len kaum Pro­fes­so­ren un- ter­rich­ten, die Li­te­ra­tur für Kir­chen­chö­re schrei­ben“, sagt Re­gio­nal­kan­tor Die­ter Lei­bold. Kan­to­rin Ur­su­la Wil­helm er­gänzt: „Das Pro­jekt steht un­ter dem Mot­to Klang, nach­dem 2016 Raum und 2017 Zeit die Mot­tos wa­ren.“Man ha­be sich in der Fol­ge über­legt, wie das The­ma Klang um­ge­setzt wer­den könn­te.

Als the­ma­ti­scher Un­ter­bau ha­ben Lei­bold und Wil­helm die Schöp­fungs­ge­schich­te ge­nom­men: „Da­her ha­ben wir als Ti­tel auch ‚Und Gott sprach...‘ ge­wählt. Er­gän­zend sind die Wor­te des Jo­han­nes-Evan­ge­li­ums ‚Am An­fang war das Wort‘ da­zu ge­kom­men“, sagt Wil­helm. Eben­falls ver­wen­det sind die Tex­te aus den Ge­s­angs­buch-Lie­dern „Der Geist des Her­ren er­füllt das All“(aus dem ka­tho­li­schen Got­tes­lob) und „Ge­lo­bet sei der Herr“(aus dem evan­ge­li­schen Ge­s­angs­buch). „Die Kan­ta­te, die mit über 30 Mi­nu­ten Dau­er ver­gleichs­wei­se lang ist, hat Du­bra aber kom­plett neu kom­po- niert. Nur die Be­set­zung mit Or­gel, Har­fe, Schlag­zeug und Ge­sang ha­ben wir vor­ge­ge­ben“, er­klärt Lei­bold.

Ne­ben dem Haupt­werk wer­den noch wei­te­re Stü­cke zeit­ge­nös­si­scher Mu­sik ge­bo­ten: „So gibt es et­wa Im­pro­vi­sa­tio­nen am Schlag­zeug von Ti­do Fro­be­en und ein So­lo-Werk für Har­fe, das El­ke Stelt­ner prä­sen­tie­ren wird“, sagt Lei­bold. Aber auch die bei­den Kan­to­ren wer­den in die Tas­ten grei­fen und das Stück „Dia­log“des mo­der­nen Kom­po­nis­ten Jan Jan­ca dar­bie­ten: „Das ist wirk­lich sehr mo­dern und schräg, aber auch span­nend“, fin­den Wil­helm und Lei­bold uni­so­no. Der Ti­tel sei wört­lich zu neh­men, da es sich da­bei um ei­ne „Un­ter­hal­tung“zwi­schen Kir­chen­or­gel auf der Em­po­re und Or­gel­po­si­tiv im Kir­chen­raum han­de­le.

Eben­falls mit da­bei sind Ju­gend­li­che der sieb­ten Klas­se der Nel­sonMan­de­la-Se­kun­dar­schu­le, die sich be­reits seit ei­ni­gen Wo­chen ge­mein­sam mit Lei­bold und Wil­helm der Ver­klang­li­chung zwei­er Bi­belGe­schich­ten wid­men: „Wir woll­ten bei den Ju­gend­li­chen In­ter­es­se für mo­der­ne Mu­sik und die Bi­bel­tex­te we­cken“, sagt Ur­su­la Wil­helm. Die Grup­pe sei zwar klein, da­für aber bei den Tref­fen mit Feu­erei­fer bei der Sa­che.

FO­TO: MOLL (AR­CHIV)

Zu­frie­den mit dem Pro­jekt: Kan­to­rin Ur­su­la Wil­helm.

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