Rut-Wiess fei­ert je­ckes Ju­bi­lä­um

Mit dem Start­schuss für die Fünf­te Jah­res­zeit be­ginnt für die Tanz­gar­de aus dem Dorf am Sams­tag ei­ne Ju­bel­ses­si­on.

Bergische Morgenpost Wermelskirchen - - WERMELSKIRCHENER ANZEIGER - VON STE­PHAN SIN­GER

Für die Je­cken im Rhein­land star­tet am mor­gi­gen Sonn­tag, 11. No­vem­ber, die schöns­te Zeit im Jahr. Mit dem Be­ginn der Fünf­ten Jah­res­zeit bricht für die Tanz­gar­de Rut-Wiess Da­b­ring­hau­sen ei­ne ganz be­son­de­re Ses­si­on an: Die Rot-Wei­ßen aus dem Dorf fei­ern mit ih­rem elf­jäh­ri­gen Be­ste­hen ein je­ckes Ju­bi­lä­um. Wer beim ers­ten Auf­tritt der Tanz­gar­de in der Ses­si­on 2018/19 am kom­men­den Sams­tag, 17. No­vem­ber, bei der Pro­kla­ma­ti­on des Drei­ge­stirns ge­nau hin­sieht, wird ent­de­cken, dass die­ses Ju­bi­lä­um auch op­tisch sei­nen Nie­der­schlag fin­det: Ei­gens für die Ju­bel­ses­si­on hat Trai­ne­rin Kat­ha­ri­na „Ka­thy“Klaar an die Rö­cke der Tanz­ma­rie­chen ei­nen weiß-silb­rig schim­mern­den Spit­zen­saum ge­näht, der zu­rück­hal­tend aber glän­zend auf das Ju­bi­lä­um hin­weist.

„Wir wol­len zu­min­dest ei­nen un­se­rer neu­en Tän­ze bei der Pro­kla­ma­ti­on prä­sen­tie­ren“, ha­ben sich die Trai­ne­rin und Be­treue­rin Sa­bi­ne Giel­ke mit ih­rer Gar­de vor­ge­nom­men. Ei­gent­lich zei­gen die Tanz­corps bei der Pro­kla­ma­ti­on im­mer die Tän­ze der vor­an­ge­gan­ge­nen Ses­si­on, um in der Zeit des Jah­res­wech­sels noch „Luft“für Pro­ben zu ha­ben.

30 bis 40 Auf­trit­te pro Jahr ab­sol­vie­ren die Rot-Wei­ßen nicht nur im Kar­ne­val: Gast­spie­le bei Ge­burts­tags-, Fir­men- oder Ver­eins­fei­ern ge­hö­ren eben­so da­zu. Die Auf­trit­te in Be­glei­tung des hei­mi­schen Drei­ge­stirns sind stets her­aus­ra­gend, fin­den die Rut-Wies­sen, und vor zwei Jah­ren zum Ge­fol­ge des Prin­zen aus Le­ver­ku­sen-Lüt­zen­kir­chen ge­hört zu ha­ben, sei un­ver­gess­lich.

24 jun­ge Da­men bil­den die Rie­ge der Tanz­ma­rie­chen von Rut-Wiess Da­b­ring­hau­sen, zehn von ih­nen sind seit ei­nem Jahr neu da­bei und ha­ben Ab­gän­ge kom­pen­siert. „Aus be­ruf­li­chen Grün­den oder durch Fa­mi­li­en­grün­dung hö­ren die Tän­ze­rin­nen und Tän­zer ir­gend­wann auf – das ge­hört da­zu“, be­schreibt Klaar, die ih­re vier Tanz­of­fi­zie­re als „Su­per-Jungs“be­zeich­net: „Ei­ni­ge Tanz­of­fi­zie­re mehr könn­ten wir gut ge­brau­chen.“Grund­sätz­lich wür­den sie sich aber über je­den freu­en, der mit­ma­chen möch­te.

Zu den „äl­te­ren“Ak­ti­ven in der Tanz­gar­de ge­hört mit 27 Jah­ren das ers­te Tanz­ma­rie­chen Isa­bel Hem­me: „Ei­gent­lich konn­te ich frü­her we­nig mit Kar­ne­val an­fan­gen. Jetzt ge­nie­ße ich die Auf­trit­te und das ge­mein­sa­me Fei­ern auch mit den an­de­ren Grup­pen im Da­werku­ser Kar­ne­val.“Und Lynn Klaar (22 Jah­re), Toch­ter der Trai­ne­rin und ers­tes He­be­ma­rie­chen, stellt fest: „Für mich ist das En­de of­fen. Ich kann es mir oh­ne Tanz­gar­de gar nicht vor­stel­len.“Letzt­lich stell­te die da­mals noch „klei­ne“Lynn ei­nen aus­schlag­ge­ben­den Grund für die Grün­dung von Rut-Wiess Da­b­ring­hau­sen dar, wie Ka­thy Klaar und Giel­ke er­zäh­len: „Un­se­re Töch­ter ge­hör­ten als Mäd­chen zur Tanz­gar­de Blau-Weiß, die sich auf­lös­te. Dar­auf­hin be­schlos­sen wir die Grün­dung von Ru­tWiess.“Seit­her hat Rut-Wiess auch we­ni­ger gu­te Zei­ten er­lebt, er­in­nert sich die Trai­ne­rin: „Strei­te­rei­en in der Grup­pe ha­ben zu Aus­trit­ten ge­führt und gin­gen an die Ner­ven. Das ist nun über­wun­den.“Vor fünf Jah­ren ha­be die Tanz­gar­de man­gels Mit­glie­dern so­gar ein­mal kurz vor dem Aus ge­stan­den.

Als Trai­ne­rin und ge­lern­te Er­zie­he­rin legt Klaar nicht nur auf Sport,

Tanz und Akro­ba­tik wert. Viel­mehr setzt sie auf das Prin­zip „Ge­mein­sam sind wir stark“: „Wir sind ei­ne har­mo­ni­sche, tol­le Ge­mein­schaft, die al­les selbst ent­wi­ckelt.“Ei­ne Grup­pe wür­de die Lie­daus­wahl tref­fen, die Ge­mein­schaft ent­wi­cke­le da­zu die Cho­reo­gra­fie. Da­zu kom­me dann un­ter an­de­rem Sohn Nils, der zwar nicht auf der Büh­ne steht, aber die Mu­sik für die Tän­ze zu­sam­men­schnei­det. Kom­man­dant und Tanz­of­fi­zier Sven Bos­sel­mann glaubt das „Ge­heim­nis“der Strahl­kraft von Rut-Wiess zu ken­nen: „Wir ge­hen mit Spaß an die Sa­che. Na­tür­lich wol­len wir ei­ne ge­wis­se Pro­fes­sio­na­li­tät bie­ten, aber oh­ne Peit­sche im Na­cken. Mit Pro­fi-Grup­pen aus Köln kön­nen und wol­len wir uns gar nicht mes­sen. Wir tre­ten ge­mein­sam auf und fei­ern ge­mein­sam.“

Bei Auf­trit­ten in der Mehr­zweck­hal­le vor hei­mi­schem Pu­bli­kum wä­re das Lam­pen­fie­ber schon groß, sind sich Isa­bel Hem­me und Lynn Klaar ei­nig, denn dort ken­ne man ja qua­si je­den der Zu­schau­er. Aber: Der Ap­plaus des hei­mi­schen Pu­bli­kums sei auch die größ­te Be­loh­nung für die Mü­he.

FO­TO: STE­PHAN SIN­GER

Die Tanz­gar­de Rut-Wiess freut sich auf ih­re Ju­bel­ses­si­on: Das Corps aus Wer­mels­kir­chens Kar­ne­vals­hoch­burg Da­b­ring­hau­sen fei­ert elf­jäh­ri­ges Be­ste­hen.

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