Zur Weih­nachts­zeit wird’s ger­ne süß

Bergische Morgenpost Wermelskirchen - - HÜCKESWAGENER ZEITUNG - VON WOLF­GANG WEITZDÖRFER

An Weih­nach­ten wird tra­di­tio­nell gut ge­ges­sen und ge­trun­ken. Ne­ben dem Fest­tags­bra­ten geht es aber auch ger­ne süß zu. Bä­cker­meis­ter Jörg von Pol­heim er­zählt, was er haupt­säch­lich her­stellt.

HÜ­CKES­WA­GEN Weih­nach­ten, das ist die Zeit, in der die Men­schen ger­ne auch ein­mal ein biss­chen mehr es­sen, als sonst. Das zieht sich mit den Weih­nachts­plätz­chen, die in vie­len Fa­mi­li­en im­mer noch ger­ne selbst ge­ba­cken wer­den, schon durch den gan­zen Ad­vent. Für Bä­cker­meis­ter Jörg von Pol­heim, der je­de Nacht in sei­ner Back­stu­be an der Köl­ner Stra­ße steht, ist die Vor­weih­nachts­zeit eben­falls ei­ne durch­aus an­stren­gen­de und for­dern­de. Aber auch ei­ne, die Spaß macht, weil es dann eben be­son­ders le­cker in der Back­stu­be duf­tet. „Wir stel­len die ganz klas­si­schen Pro­duk­te her – But­ter-, Ge­würz- und Man­delspe­ku­la­ti­us et­wa“, sagt von Pol­heim. Auch das tra­di­tio­nel­le Ber­li­ner Brot oder Ge­würz­ku­chen gibt es in der Ad­vents­und Weih­nachts­zeit im La­den­lo­kal am Etap­ler Platz zu kau­fen.

Eben­falls da­zu ge­hö­ren beim Hü­ckes­wa­ge­ner Bä­cker­meis­ter die Weck­män­ner. Und die be­lieb­ten Ker­le mit der Pfei­fe gibt es in den ver­schie­dens­ten Grö­ßen, wie von Pol­heim schmun­zelnd sagt. „Der größ­te Weck­mann, den ich je­mals ge­ba­cken ha­be, war 1,70 Me­ter groß. Das war mal wirk­lich ein rich­ti­ger Kerl.“In der Weih­nachts­zeit kom­men auch vie­le Son­der­wün­sche von Kun­den, die er gern er­füllt. Es sind na­tür­lich vor al­lem sü­ße Back­wa­ren, die ge­fragt sind und die ent­spre­chend gut lau­fen.

Was sich in­des ge­än­dert ha­be, sei, dass nicht mehr so viel Bä­cker­ku­chen ge­ges­sen wer­de, wie das noch frü­her der Fall ge­we­sen sei. „Ich kann mich an Zei­ten in der Vor­weih­nachts­zeit er­in­nern, als mei­ne El­tern noch den Be­trieb führ­ten“, sagt von Pol­heim. Da­mals sei­en die El­tern na­he­zu rund um die Uhr in der Back­stu­be ge­stan­den, um den zahl­rei­chen Ku­chen­wün­schen ge­recht zu wer­den. Nichts ge­än­dert ha­be sich im Lau­fe der Zeit in­des dar­an, dass die Kun­den für die Fei­er­ta­ge vor­be­stel­len. „So et­wa für den ers­ten Weih­nachts­tag. Da sind dann vor al­lem Spe­ku­la­ti­us und Stol­len ge­fragt“, sagt von Pol­heim.

Und auch die Qua­li­tät hand­ge­mach­ter Tei­ge und hoch­wer­ti­ger Zu­ta­ten sei heut­zu­ta­ge wie­der mehr ge­fragt. Nicht nur, aber auch für die Fei­er­ta­ge wer­de da­her lie­ber beim Bä­cker­meis­ter als beim Dis­coun­ter ge­kauft. „Dann wis­sen die Kun­den zwar, dass sie ein paar Cent mehr zu zah­len ha­ben, aber ich kann hier wie­der ein Um­den­ken fest­stel­len.

Man be­denkt wie­der mehr, wo­her die Sa­chen kom­men und was man zu sich nimmt“, sagt von Pol­heim.

Man wür­de heu­te ja in ei­ner Wohl­stands­ge­sell­schaft le­ben, sagt der Bä­cker­meis­ter. Das mer­ke man auch dar­an, wenn man den Blick zu­rück­wer­fe. „Ich er­in­ne­re mich an ei­ne An­ek­do­te, die mei­ne Groß­el­tern aus der Nach­kriegs­zeit er­zählt ha­ben“, er­zählt von Pol­heim. Es sei zu Weih­nach­ten 1947 ge­we­sen, die Groß­el­tern hät­ten den Be­trieb ge­führt, noch im un­te­ren Is­land. Man ha­be nicht viel ge­habt. „Dann sind die Leu­te mit rund 100 Düpp­chen Fett al­ler Art zu den Groß­el­tern ge­kom­men – das ist ja ei­ne wich­ti­ge Zu­tat für Ku­chen“, sagt von Pol­heim. Der sei dann ge­ba­cken wor­den. „Und spä­ter stan­den die Leu­te Schlan­ge, um ihn zu ho­len“, sagt der Bä­cker­meis­ter und schmun­zelt.

BM-FO­TO: W. WEITZDÖRFER

Die­ser Weck­mann von Bä­cker­meis­ter Jörg von Pol­heim ist re­la­tiv klein – der größ­te, den er je ge­ba­cken hat, war 1,70 Me­ter groß.

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