Ein Mann des Auf­bruchs am Di­ri­gen­ten­pult

Bergische Morgenpost Wermelskirchen - - REMSCHEID KOMPAKT - VON CHRIS­TI­AN PEISELER

REM­SCHEID Im Sep­tem­ber 2019 steht Da­ni­el Hup­pert zum ers­ten Mal bei ei­nem Phil­har­mo­ni­schen Kon­zert der Ber­gi­schen Sym­pho­ni­ker am Pult. Und er weiß auch schon, was er di­ri­gie­ren wird. „Das Orches­ter hat ei­nen Wunsch ge­äu­ßert“, sagt Hup­pert. Der neue Chef fand Ge­fal­len. Ver­ra­ten will er (noch) nichts Kon­kre­tes. Nur so viel: Das Werk ge­hört zum Stan­dard-Re­per­toire der klas­si­schen Kon­zert­li­te­ra­tur und steht für Auf­bruch.

Mit dem 37-jäh­ri­gen Di­ri­gen­ten ver­bin­den vie­le Kon­zert­lieb­ha­ber ei­nen Auf­bruch zu an­de­ren Ufern. Zu neu­en For­ma­ten und neu­en Klang­er­leb­nis­sen. „Wir brau­chen auch den Mut, et­was aus­zu­pro­bie­ren“, sagt Hup­pert. An sei­ner Wir­kungs­stät­te in Schwerin stand er vor der Her­aus­for­de­rung, die Mon­tags­kon­zer­te we­gen man­geln­dem In­ter­es­se ab­zu­set­zen oder wei­ter­zu­füh­ren. Die Meck­len­bur­gi­sche Staats­ka­pel­le spielt an drei Ta­gen im Mo­nat hin­ter­ein­an­der, mon­tags, diens­tags, mitt­wochs. Er ha­be das Mon­tags­kon­zert mit ei­ner neu­en Mo­de­ra­ti­on ge­tes­tet – heu­te sei es der am bes­ten be­such­te Abend.

Sol­che Tests will er auch in Rem­scheid und So­lin­gen aus­pro­bie­ren. Sein An­spruch an das Pro­gramm: Bei drei Stü­cken sol­len die Zu­hö­rer drei ver­schie­de­ne Orches­ter er­le­ben. Und ein Beet­ho­ven soll nicht wie Mu­sik von vor 200 Jah­ren klin­gen, son­dern als ein zeit­ge­nös­si­sches Werk. Die Ein­ma­lig­keit ei­nes Kon­zert­abends will Hup­pert her­aus­stel­len, in­dem er auf das setzt, was Mu­sik, was die Kunst am bes­ten kann: zu ei­nem emo­tio­na­len Er­leb­nis wer­den, un­ab­hän­gig vom Al­ter, der Bil­dung und der Her­kunft.

Der 37-Jäh­ri­ge setz­te sich im Sep­tem­ber mit sei­nem Pro­be­diri­gat und sei­nen Vor­stel­lun­gen ge­gen­über drei an­de­ren Kan­di­da­ten durch. Zu­nächst schei­ter­te die Wahl des Nach­fol­gers von Pe­ter Kuhn. Der au­ser­wähl­te Kan­di­dat sprang im letz­ten Au­gen­blick ab. Ab der Spiel­zeit 2019/20 lei­tet Hup­pert für fünf Jah­re die Ber­gi­schen Sym­pho­ni­ker. „Was mich am meis­ten freut, dass ich auf ein so of­fe­nes und en­ga­gier­tes Team tref­fe“, sagt Hup­pert. Erst wenn der Spiel­plan steht, ma­che er sich Ge­dan­ken, wo er künf­tig woh­nen wird im Ber­gi­schen Land.

FO­TO: BER­GI­SCHE SYM­PHO­NI­KER (AR­CHIV)

Künf­ti­ger Di­ri­gent: Da­ni­el Hup­pert.

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