Knorr-Brem­se trotzt der Markt­la­ge

Zweit­größ­te Emis­si­on des Jah­res: Brem­sen­bau­er star­tet so­li­de an der Bör­se

Bersenbrucker Kreisblatt - - NORDWEST - Von Bri­git­te Schol­tes

We­nig Licht am En­de ei­ner düs­te­ren Bör­sen­wo­che: Brem­sen­bau­er Knor­rB­rem­se hat beim Gang an die Bör­se ei­nen er­freu­li­chen Start er­wischt – trotz un­güns­ti­ger Vor­zei­chen. FRANK­FURT Knorr-Brem­se hat trotz der Tur­bu­len­zen der ver­gan­ge­nen Ta­ge ein er­folg­rei­ches Bör­sen­de­büt ge­schafft. Der ers­te Kurs der Ak­tie lag mit 80,10 Eu­ro leicht über dem Emis­si­ons­preis von 80 Eu­ro. Im Han­dels­ver­lauf leg­te das Pa­pier des Münch­ner Welt­markt­füh­rers für Zug- und Lk­wB­rems­sys­te­me wei­ter um gut zwei Pro­zent zu. Bei ins­ge­samt rund 48 Mil­lio­nen plat­zier­ten Ak­ti­en liegt das Vo­lu­men des Bör­sen­gangs bei knapp 3,9 Mil­li­ar­den Eu­ro. Das war et­was we­ni­ger, als Sie­mens He­alt­hineers beim Gang aufs Bör­sen­par­kett im März die­ses Jah­res er­reicht hat­te, im­mer­hin aber die zweit­größ­te Emis­si­on des Jah­res in Deutsch­land.

Freu­en dürf­te sich vor al­lem Ei­gen­tü­mer Heinz Herr­mann Thie­le, jetzt schon ei­ner der reichs­ten Deut­schen, der zu­sam­men mit sei­ner Toch­ter Ju­lia den ge­sam­ten Emis­si­ons­er­lös ein­streicht. Die Fa­mi­lie hat 30 Pro­zent ih­rer An­tei­le ver­kauft, Thie­le, in­zwi­schen Eh­ren­vor­sit­zen­der des Auf­sichts­rats, will mit dem Er­lös sein Er­be re­geln. Als Mehr­heits­ak­tio­när wer­de er wei­ter für Kon­ti­nui­tät und Sta­bi­li­tät sor­gen, sag­te er, nach­dem er als ers­ter die Bör­sen­glo­cke ge­läu­tet hat­te.

Das Un­ter­neh­men selbst aber, an des­sen Spit­ze Thie­le selbst 30 Jah­re lang ge­stan­den hat­te, geht leer aus. Vor­stands­chef Klaus Del­ler gibt sich ge­las­sen: „Wenn Sie sich un­se­re Bi­lanz an­schau­en, dann se­hen Sie, dass das Un­ter­neh­men kern­ge­sund ist“, sag­te er. Knorr-Brem­se ha­be die Kraft, selbst ge­nü­gend Mit­tel zu be­schaf­fen, um grö­ße­re Ak­qui­si­tio­nen zu stem­men. Da­zu kön­ne man sich

nun auch am Kapitalmarkt be­die­nen. Die Ge­schäfts­stra­te­gie än­de­re sich we­gen des Bör­sen­gangs aber nicht. Als Welt­markt­füh­rer blei­be Knorr-Brem­se ehr­gei­zig: „Der Cham­pi­on sucht im­mer die nächs­te wei­te­re Her­aus­for­de­rung“, er­klärt Del­ler, „Wir wol­len un­se­ren Kun­den Sys­tem­lö­sun­gen bie­ten, die den Be­trieb der Fahr­zeu­ge, si­che­rer und ef­fi­zi­en­ter ma­chen und die Fahr­zeu­ge er­schwing­li­cher ma­chen.“ Knorr-Brem­se plant für 2019 ei­ne Zu­sam­men­ar­beit mit dem Au­to­zu­lie­fe­rer Con­ti­nen­tal, um die Ent­wick­lung au­to­nom fah­ren­der Last­wa­gen vor­zu­an­trei­ben.

Auch wenn sich die Be­tei­lig­ten das ges­tern nicht an­mer­ken lie­ßen: Sie dürf­ten er­leich­tert sein über das ge­lun­ge­ne Bör­sen­de­büt. Das Um­feld war zwar nicht op­ti­mal, aber weit bes­ser als noch am Mitt­woch oder Don­ners­tag, als die Bör­se ein­ge­bro-

chen war. Am Di­ens­tag erst war der In­ter­net-Mö­bel­händ­ler West­wing an die Bör­se ge­gan­gen, die Ak­tie hat­te im Ta­ges­ver­lauf ei­nen hef­ti­gen Rück­schlag er­lit­ten und war um 15 Pro­zent un­ter den Aus­ga­be­preis ge­sun­ken.

Knorr-Brem­se war zu­dem vor­sich­tig und hat­te die Zeich­nungs­frist um ei­nen Tag ver­kürzt. So konn­ten die Bü­cher recht­zei­tig ge­schlos­sen werden, be­vor es zu den Tur­bu­len­zen kam.

2018 dürf­te mit bis­her 13 Bör­sen­gän­gen im Pri­me Stan­dard und ei­nem Emis­si­ons­vo­lu­men von et­wa 11,3 Mil­li­ar­den Eu­ro das bes­te Jahr für Neu­emis­sio­nen seit dem Neu­er-Markt-Boom werden. Für das rest­li­che Jahr stre­ben der­zeit noch vier Un­ter­neh­men ei­nen Bör­sen­gang an.

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Fo­to: dpa/Pe­ter Kn­ef­fel

Wie ge­ölt: Knorr-Brem­se ge­lang ein gu­ter Gang auf das Bör­sen­par­kett.

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