Ärz­te tren­nen sia­me­si­sche Zwil­lin­ge

Aus­tra­li­schen Ärz­ten ge­lingt kom­pli­zier­ter Ein­griff / Mäd­chen wohl­auf

Bersenbrucker Kreisblatt - - VORDERSEITE - AFP/Sei­te 25

MEL­BOURNE Aus­tra­li­sche Ärz­te ha­ben ges­tern sia­me­si­sche Zwil­lin­ge er­folg­reich ge­trennt. Nach der sechs­stün­di­gen Ope­ra­ti­on teil­ten die Ärz­te mit, den bei­den 15 Mo­na­te al­ten Mäd­chen Ni­ma und Da­wa ge­he es gut. Die nächs­ten St­un­den sei­en ent­schei­dend für die Ge­ne­sung.

Die ers­ten 15 Mo­na­te ih­res Le­bens wa­ren die Zwil­lin­ge Ni­ma und Da­wa mit­ein­an­der ver­wach­sen. In ei­ner sechs­stün­di­gen Ope­ra­ti­on ha­ben Ärz­te in Aus­tra­li­en die bei­den Mäd­chen aus Bhu­tan ge­trennt.

MEL­BOURNE Ni­ma und Da­wa, die am Ober­kör­per mit­ein­an­der ver­wach­sen wa­ren, sind nun erst­mals in ih­rem Le­ben aus­ein­an­der. Nach An­ga­ben der be­han­deln­den Ärz­te ha­ben sie den kom­pli­zier­ten Ein­griff gut über­stan­den. Chef­arzt Joe Crame­ri sag­te: „Es ist ei­ne Er­leich­te­rung. Und ei­ne Freu­de auch.“

An der Ope­ra­ti­on im Roy­al Child­ren’s Ho­s­pi­tal der Mil­lio­nen-Me­tro­po­le Mel­bourne wa­ren zwei Dut­zend Ärz­te, Kran­ken­schwes­tern und Pfle­ger be­tei­ligt. Kurz nach dem er­folg­rei­chen Ein­griff ver­öf­fent­lich­te die Kin­der­kli­nik Fotos, wie die Mäd­chen erst­mals in ge­trenn­ten Bet­ten lie­gen. Nach An­ga­ben der Ärz­te at­men sie auch schon wie­der ei­gen­stän­dig.

Den Ärz­ten ge­lang es, die ge­mein­sa­me Le­ber der bei­den Mäd­chen zu tren­nen. Zu­dem konn­te der Darm­trakt eben­falls aus­ein­an­der­ge­bracht wer­den. Zum Glück ha­be es wäh­rend der Ope­ra­ti­on kei­ne bö­se Über­ra­schung ge­ge­ben, sag­te Chef­arzt Crame­ri. „Wie nach je­der Ope­ra­ti­on wer­den die nächs­ten 24 bis 48 St­un­den ei­ne Her­aus­for­de­rung sein. Aber wir sind zu­ver­sicht­lich, dass wir ein gu­tes Er­geb­nis ha­ben.“

Die Kin­der müs­sen jetzt noch ei­ni­ge Zeit im Kran­ken­haus ver­brin­gen. Be­glei­tet wer­den sie von ih­rer Mut­ter, Bhum­chu Zang­mo. Die Kos­ten in Hö­he von mehr als 200 000 Eu­ro über­nimmt der aus­tra­li­sche Bun­des­staat Vic­to­ria, in dem Mel­bourne liegt. Die Fa­mi­lie selbst hät­te das Geld nicht auf­brin­gen kön­nen. Im sel­ben Kran­ken­haus wa­ren vor neun Jah­ren be­reits sia­me­si­sche Zwil­lin­ge aus Ban­gla­desch er­folg­reich ge­trennt wor­den. Die Ope­ra­ti­on dau­er­te da­mals ins­ge­samt 38 St­un­den. Die Kin­der na­mens Trish­na und Krish­na le­ben heu­te in Aus­tra­li­en.

Als sia­me­si­sche Zwil­lin­ge be­zeich­net die Me­di­zin ei­ne Fehl­ent­wick­lung, die sich schon in sehr frü­hen Ent­wick­lungs­sta­di­en im Mut­ter­leib aus­bil­det. Ei­ni­ge Ba­bys wach­sen nur ober­fläch­lich zu­sam­men, an­de­re tei­len Or­ga­ne oder Glied­ma­ßen.

Fo­to: dpa

Vor der OP: Ni­ma und Da­wa wa­ren am Ober­kör­per mit­ein­an­der ver­wach­sen.

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