Neu­er Päch­ter für Gast­haus Klaus

CDU-Vor­sit­zen­de aus dem Alt­kreis Ber­sen­brück se­hen Kramp-Kar­ren­bau­er und Merz vor­ne

Bersenbrucker Kreisblatt - - VORDERSEITE - Ms/Sei­te 15

KETTENKAMP Uwe Hil­de­brands über­nimmt die Gast­stät­te Klaus in Kettenkamp, die Be­sit­zer Da­ni­el Klaus an die Ge­mein­de Kettenkamp ver­kauft hat­te. Nach ei­ner klei­nen Um­bau­pau­se will er sie am 5. Ja­nu­ar wie­der er­öff­nen.

Wer wird Nach­fol­ger von An­ge­la Mer­kel als Vor­sit­zen­de der CDU? Die­se Fra­ge be­wegt auch die Christ­de­mo­kra­ten im Nord­kreis. Ei­ni­ge Orts­ver­bän­de ha­ben vor­ab so­gar Pro­be­ab­stim­mun­gen durch­ge­führt, um zu er­fah­ren, wie ih­re Ba­sis so tickt und wo­hin die Rei­se po­li­tisch ge­hen könn­te.

ALT­KREIS BER­SEN­BRÜCK Fried­helm Spree, Vor­sit­zen­der des CDU-Ge­mein­de­ver­ban­des für Fürs­ten­au, Bip­pen und Ber­ge, freut sich über das Wahl­ver­fah­ren mit den acht Re­gio­nal­kon­fe­ren­zen. Das ha­be zu ei­ner Mo­bi­li­sie­rung der CDU ge­führt, die der Par­tei im Sin­ne ei­ner le­ben­di­gen De­mo­kra­tie gut­tue. Er selbst ha­be an der Re­gio­nal­kon­fe­renz in Bre­men teil­ge­nom­men und sei be­ein­druckt von den drei Kan­di­da­ten ge­we­sen. Al­le drei sei­en ge­eig­net, so Spree.

Un­ab­hän­gig da­von hat der CDU-Vor­sit­zen­de be­reits ei­nen Fin­ger­zeig er­hal­ten, wel­chen der drei Kan­di­da­ten die Par­tei­ba­sis in der Samt­ge­mein­de Fürs­ten­au be­vor­zugt. Bei der Mit­glie­der­ver­samm­lung vor ei­ni­gen Wo­chen ha­be die CDU ei­ne ge­hei­me Ab­stim­mung durch­ge­führt. Das Er­geb­nis: Jens Spahn lan­de­te ab­ge­schla­gen auf Platz drei. Fried­rich Merz hin­ge­gen lag nur ganz knapp hin­ter An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er.

Üb­ri­gens: Die CDU in der Re­gi­on wird un­ter an­de­ren vom ehe­ma­li­gen Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Rein­hard von Schor­le­mer aus Lon­ner­be­cke ver­tre­ten. Eben­falls mit von der Par­tie sind Ma­ren von der Hei­de, stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der CDU-Kreis­tags­frak­ti­on aus An­kum, und der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Chris­ti­an Cal­de­ro­ne aus Qua­ken­brück.

Als ei­ner der 1001 De­le­gier­ten, die beim Par­tei­tag in Ham­burg Mer­kels Nach­fol­ger wäh­len, will Cal­de­ro­ne nicht öf­fent­lich über sei­nen Fa­vo­ri­ten spre­chen. Die „Vor-Wah­len“bei den Re­gio­nal­kon­fe­ren­zen hält der Qua­ken­brü­cker für „ein sehr gu­tes For­mat, um in­ner­par­tei­lich neu­en Mut zu in­halt­li­chen und per­so­nel­len Dis­kus­sio­nen zu ent­wi­ckeln“. Nach dem Vo­tum müs­se die Par­tei aber auch wei­ter ge­schlos­sen auf­tre­ten, wes­we­gen die In­fla­ti­on der Nen­nung per­sön­li­cher Wah­l­ent­schei­dun­gen in den ver­gan­ge­nen Ta­gen aus sei­ner Sicht nicht ganz hilf­reich sei.

Dirk Kop­mey­er, Vor­sit­zen­der der CDU Art­land, hält mit sei­ner Mei­nung nicht hin­ter dem Berg: „Ich wür­de für Fried­rich Merz stim­men.“Merz ha­be ei­ne aus­ge­präg­te wirt­schaft­li­che Kom­pe­tenz, „die wir mei­nes Erach­tens in den nächs­ten Jah­ren zwin­gend be­nö­ti­gen“, so Kop­mey­er, der Merz zu­traut, die CDU neu zu kon­tu­rie­ren und zu po­si­tio­nie­ren. Die bes­ten Chan­cen bei der Wahl am Frei­tag räumt der Mens­la­ger auch An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er ein. „Merz oder Kramp-Kar­ren­bau­er wer­den das Ren­nen ma­chen. Ich tip­pe auf Fried­rich Merz.“

Das sieht auch Hei­ko Brink­mann, Vor­sit­zen­der des CDU-Samt­ge­mein­de­ver­ban­des Neu­en­kir­chen, so. Er tippt eben­falls dar­auf, dass Fried­rich Merz zum neu­en Vor­sit­zen­den ge­wählt wird. Der Kurs von An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er sei dem von An­ge­la Mer­kel sehr ähn­lich. „Vie­le wün­schen sich aber doch ei­nen Ta­pe­ten­wech­sel“, sagt der Mer­ze­ner, der für sich per­sön­lich kei­nen Fa­vo­ri­ten hat. „Ich glau­be, wir ha­ben drei Kan­di­da­ten, die al­le drei sehr un­ter­schied­lich sind. Und so auch un­ter­schied­li­che Stär­ken mit­brin­gen, die wir al­le ge­brau­chen kön­nen.“Viel­mehr hofft Brink­mann, dass die bei­den Ver­lie­rer sich nach der Wahl nicht ent­mu­ti­gen las­sen und auch ak­tiv im Vor­stand wei­ter ar­bei­ten wer­den.

Spahn chan­cen­los?

„Ich kann nicht in die Köp­fe der 1001 De­le­gier­ten schau­en“, sagt Axel Mey­er zu Dreh­le, Vor­sit­zen­der des CDU-Samt­ge­mein­de­ver­ban­des Ber­sen­brück. Er ver­mu­te al­ler­dings, dass Jens Spahn die schlech­tes­ten Aus­sich­ten ha­be. An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er, Mey­er zu Dreh­le ver­wen­det für sie das po­pu­lä­re Kürzel „AKK“, wer­de wohl im zwei­ten Wahl­gang die Mehr­heit er­rin­gen.

Auf ei­nen per­sön­li­chen Fa­vo­ri­ten mag er sich nicht fest­le­gen. „Ich ken­ne Merz und AKK nicht per­sön­lich und konn­te nicht an ei­ner Re­gio­nal­kon­fe­renz teil­neh­men“, sagt Mey­er zu Dreh­le. Merz sei wie Phö­nix aus der Asche wie­der auf­er­stan­den und ha­be si­cher­lich „1-a-Kon­tak­te zur Wirt­schaft“. An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er ha­be im Saar­land gu­te Ar­beit ge­leis­tet.

Drei Kan­di­da­ten, Vor­stel­lung auf Re­gio­nal­kon­fe­ren­zen, scha­det oder nützt das der Par­tei? „Es wird doch im­mer ge­me­ckert, wenn nur ein Kan­di­dat zur Wahl steht. Jetzt rin­gen drei Be­wer­ber um die Stim­men der De­le­gier­ten. Wann hat es das in den letz­ten Jahr­zehn­ten ge­ge­ben?“, ant­wor­tet der Ver­bands­vor­sit­zen­de. Kei­ner wer­de 100 Pro­zent der Stim­men be­kom­men. Das sei auch nicht wün­schens­wert, wie das Bei­spiel des SPDSpit­zen­kan­di­da­ten Mar­tin Schulz zei­ge.

Die Zu­kunft der CDU:

Al­les zum Par­tei­tag in Ham­burg und der Vor­sit­zen­den-Wahl le­sen Sie un­ter noz.de/po­li­tik

Fo­to: dpa/Fe­de­ri­co Gam­ba­ri­ni

Ei­ner wird ge­win­nen: Am Frei­tag ent­schei­den 1001 De­le­gier­te beim CDU-Par­tei­tag in Ham­burg, wer den Par­tei­vor­sitz über­nimmt: Fried­rich Merz, An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er oder Jens Spahn (von links).

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.