Po­li­tik will ge­fälsch­te On­li­ne-Shops be­kämp­fen

Ver­brau­cher­schutz­mi­nis­ter for­dern Iden­ti­fi­zie­rung bei An­mel­dung / Vo­tum zu Le­bens­mit­tel­kenn­zeich­nung

Bersenbrucker Kreisblatt - - WIRTSCHAFT -

MAINZ/STUTT­GART Die Ver­brau­cher­schutz­mi­nis­te­ri­en der Län­der wol­len ver­stärkt ge­gen so­ge­nann­te Fa­ke-Shops im In­ter­net vor­ge­hen. Die Ma­sche der ge­fälsch­ten On­li­ne-Shops: Wa­re wird nach Vor­kas­se ent­we­der gar nicht oder nur in min­der­wer­ti­ger Qua­li­tät ge­lie­fert.

Nach der drei­tä­gi­gen Kon­fe­renz der Ver­brau­cher­schutz­mi­nis­ter in Mainz spra­chen sie sich da­für aus, dass die An­mel­dung von In­ter­net­sei­ten mit ei­ner de-Do­main künf­tig nur mit ei­ner Iden­ti­täts­prü­fung mög­lich ist. Das Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­ri­um wur­de auf­ge­for­dert zu prü­fen, ob ei­ne Lis­te von Fa­ke-Shops auf ei­ner Web­sei­te ver­öf­fent­licht wer­den kann. Au­ßer­dem soll­ten die Lä­den bei Ver­stö­ßen schnel­ler vom Netz ge­nom­men wer­den kön­nen.

Bis­her kann man ei­ne In­ter­net­sei­te mit ei­ner deAdres­se an­mel­den, oh­ne sei­ne Iden­ti­tät nach­wei­sen zu müs­sen. Die Fol­ge: Vie­le sol­cher Sei­ten wer­den mit fal­schen Na­men und An­schrif­ten an­ge­mel­det. Be­trü­ger nut­zen de-Sei­ten, um Kun­den fal­sche Se­rio­si­tät vor­zu­gau­keln. „Des­halb ist das The­ma der Iden­ti­fi­zie­rung bei der An­mel­dung ei­nes der wich­ti­gen Punk­te“, sag­te Ba­den-Würt­tem­bergs Ver­brau­cher­schutz­mi­nis­ter Pe­ter Hauk (CDU), des­sen Mi­nis­te­ri­um die Vor­schlä­ge ent­wi­ckelt hat.

Die Mi­nis­ter hat­ten noch an­de­re The­men auf der Ta­ges­ord­nung. Nicht bei al­len herrsch­te Ei­nig­keit. Ein Über­blick:

Le­bens­mit­tel­kenn­zeich­nung: Bun­des­er­näh­rungs­mi­nis­te­rin Ju­lia Klöck­ner (CDU) will die Ver­brau­cher im Ju­li/Au­gust dar­über abAu­gen auf beim On­li­ne-Kauf: Hin­ter ver­meint­lich se­riö­sen An­ge­bo­ten ver­ber­gen sich nicht sel­ten Be­trü­ger.

stim­men las­sen, wel­ches das bes­te Mo­dell zur Kenn­zeich­nung von ver­steck­tem Fett, Zu­cker und Salz in Le­bens­mit­teln ist. Im Ju­ni wol­le sie mit den Län­dern und Ver­bän­den ei­ne Hand­voll Mo­del­le da­für aus­su­chen. Mit

da­bei sein sol­len der von meh­re­ren Län­dern fa­vo­ri­sier­te Nu­tri-Sco­re aus Frank­reich so­wie ein un­ter an­de­rem we­gen sei­ner Ein­far­big­keit um­strit­te­nes Mo­dell der Bun­des­be­hör­de Max-Rub­ner-In­sti­tut. Im Spät­som­mer

will Klöck­ner auf der Ba­sis der Um­fra­ge dem Ka­bi­nett ei­ne Emp­feh­lung für ei­ne Kenn­zeich­nung ma­chen und sich an Brüs­sel wen­den: „Ei­ne eu­ro­pa­weit ein­heit­li­che Re­ge­lung wä­re am bes­ten.“Bei Nu­tri-Sco­re wer­den Be­stand­tei­le der Nah­rung – wie Bal­last­stof­fe und Pro­te­ine – ver­rech­net und die Le­bens­mit­tel auf ei­ner fünf­stu­fi­gen far­bi­gen Ska­la be­wer­tet.

Ei­hal­ti­ge Le­bens­mit­tel: Klöck­ner will die Kenn­zeich­nungs­pflicht für un­ver­ar­bei­te­te Eier auf ei­hal­ti­ge Le­bens­mit­tel wie Mayon­nai­se, Ku­chen, Frisch­ei­nu­deln und ge­färb­te Eier aus­wei­ten. Am sinn­volls­ten sei ei­ne EU-Re­ge­lung, sie wol­le sich an die EU-Kom­mis­si­on wen­den. Sonst wer­de sie Mög­lich­kei­ten auf na­tio­na­ler Ebe­ne ver­fol­gen. Die Um­welt­or­ga­ni­sa­ti­on BUND for­dert dar­über hin­aus, ein ver­pflich­ten­des, staat­li­ches Tier­wohl-La­bel auch bei Fleisch­pro­duk­ten ein­zu­füh­ren.

Zu­cker­zu­satz in Ba­bytees will Klöck­ner ver­bie­ten. Die Ver­brau­cher­schutz­mi­nis­ter drän­gen dar­über hin­aus bei der Re­duk­ti­on von Zu­cker auf mehr Tem­po. Sie for­dern die Bun­des­re­gie­rung auf, kon­kre­te Re­duk­ti­ons­zie­le für Pro­dukt­ka­te­go­ri­en fest­zu­le­gen, wenn es in den nächs­ten Mo­na­ten zu kei­nen bran­chen­be­zo­ge­nen Ziel­ver­ein­ba­run­gen im Sin­ne der Ge­sund­heit kom­me. Sie wol­len zu­dem, dass steu­er­li­che An­rei­ze zur Re­du­zie­rung von Zu­cker in ge­süß­ten Ge­trän­ken er­wo­gen wer­den.

Le­bens­mit­tel­ver­schwen­dung und Plas­tik­müll: Nur die Hälf­te der Bun­des­län­der will den Groß- und Ein­zel­han­del bei der Le­bens­mit­tel­ver­schwen­dung in die Pflicht neh­men, wie der Ber­li­ner Jus­tiz­se­na­tor Dirk Beh­rendt (Grü­ne) sag­te. Ei­nen Be­schluss gab es da­her nicht. Die VSMK for­dert aber die Her­stel­ler und Ver­trei­ber auf, den Ein­satz von Kunst­stoff­ver­pa­ckun­gen zu re­du­zie­ren. Die Bun­des­re­gie­rung wer­de auch auf­ge­for­dert, For­schung und Ent­wick­lung von nach­hal­ti­gen Al­ter­na­ti­ven zu Kunst­stoff­ver­pa­ckun­gen vor­an­zu­trei­ben.

Fo­to: dpa/Jens Schie­ren­beck

We­ni­ger Zu­cker in Le­bens­mit­teln und Ge­trän­ken:

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