Vom Schnäpp­chen­trieb ver­führt

Bersenbrucker Kreisblatt - - WIRTSCHAFT - Von Ma­nu­el Glas­fort m.glas­[email protected]

Ar­g­lo­se

Ver­brau­cher übers Ohr zu hau­en ist in Zei­ten der Di­gi­ta­li­sie­rung ver­mut­lich so ein­fach wie nie zu­vor. Die Be­trü­ger hin­ter ge­fälsch­ten On­li­ne-Shops, so­ge­nann­ten Fa­ke-Shops, ge­hen im­mer raf­fi­nier­ter vor und rich­ten im­men­sen fi­nan­zi­el­len Scha­den an. Es wird da­her höchs­te Zeit, dass die Po­li­tik sich der Sa­che an­nimmt und Maß­nah­men ge­gen die­se Ma­sche auf den Weg bringt.

Fa­ke-Shops sind in Zei­ten des boo­men­den On­li­ne-Han­dels längst kein Ni­schen­phä­no­men mehr. Mehr als ei­ne Mil­li­on soll es ge­ben, schon 4,4 Mil­lio­nen Ver­brau­cher in Deutsch­land sol­len den Be­trü­gern auf­ge­ses­sen sein. Hö­he­re Hür­den für die Er­öff­nung ei­nes On­li­ne-Shops und schnel­le­res Re­agie­ren auf Be­trugs­fäl­le kön­nen hel­fen, das Pro­blem we­nigs­tens ein­zu­däm­men.

Al­ler­dings sagt der Er­folg von Fa­ke-Shops we­ni­ger über die Schwä­chen von Po­li­tik und Er­mitt­lungs­be­hör­den aus als über die Schwä­chen der Ver­brau­cher. Es ist der Schnäpp­chen­trieb, der zu vie­le führt und ver­führt. Im Netz ist der nächs­te Händ­ler nur ei­nen Maus­klick ent­fernt, es herrscht fast to­ta­le Preis­trans­pa­renz. Mit un­schlag­bar, ei­gent­lich ver­däch­tig nied­ri­gen Prei­sen kö­dern vie­le Fa­ke-Shops ih­re Op­fer, um sie dann ab­zu­zo­cken. Im Hei­mat­land der Dis­coun­ter zählt nun mal zu­al­ler­erst der Preis. Geiz ist geil, sagt ein er­folg­rei­cher Wer­be­slo­gan. Manch­mal ist er aber ein­fach nur ei­nes – teu­er.

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