Sol­che un­sin­ni­gen Ver­glei­che soll­te man nicht zie­hen

Bersenbrucker Kreisblatt - - DIALOG -

Zur Re­gie­rungs­kri­se in Ös­ter­reich, u. a. zum Kom­men­tar von Burk­hard Ewert „Stra­che ist nicht al­lein“(Aus­ga­be vom 22. Mai) und dem Kom­men­tar „Die Wäh­ler sind ge­warnt“von Uwe West­dörp (Aus­ga­be vom 21. Mai).

„[…] Quint­es­senz: Herr Stra­che von der FPÖ ist un­be­darft, aber man soll­te ihn ver­ste­hen, viel­leicht so­gar ver­zei­hen. Ja geht es denn noch? Da plant ein füh­ren­des Mit­glied der ös­ter­rei­chi­schen Re­gie­rung ei­ne kri­mi­nel­le Ak­ti­on grö­ße­ren Aus­ma­ßes, und für den Kom­men­ta­tor ist er Op­fer, nicht Tä­ter! Man ha­be ihm ei­ne per­fi­de Fal­le ge­stellt, und er ste­he nun auf der­sel­ben Stu­fe wie Hil­la­ry Cl­in­ton und Jür­gen Möl­le­mann, die eben­so be­han­delt wor­den sei­en. Sol­che un­sin­ni­gen Ver­glei­che soll­te man nicht zie­hen. […]“

Klaus Hu­ber Lin­gen

„Da die bun­des­deut­schen und die eu­ro­päi­schen Spit­zen­po­li­ti­ker so we­nig Ver­trau­en ge­nie­ßen, sind – wie nicht an­ders zu er­war­ten – die Wäh­ler in Eu­ro­pa zu rechts­kon­ser­va­ti­ven Par­tei­en ge­wan­dert. Die AfD, FPÖ etc. sind doch nicht vom Him­mel ge­fal­len. Im­mer­hin cir­ca zwölf Pro­zent der AfDWäh­ler wa­ren einst­mals so­ge­nann­ten ,Spit­zen­po­li­ti­kern‘ der CDU/CSU, der FDP, der SPD etc. ver­bun­den. Fest steht für die­sen Teil der Wäh­ler, dass mit den eta­blier­ten Par­tei­en im Bun­des­tag in Über­grö­ße (700 Ab­ge­ord­ne­te!) an­schei­nend auch kein Staat zu ma­chen ist.

Mit der Pres­se­frei­heit ist eben­falls kein Staat mehr zu Ein Bild aus bes­se­ren Ta­gen: Heinz-Chris­ti­an Stra­che. ma­chen. Zwei an­geb­lich se­riö­se Zei­tun­gen ,Der Spie­gel‘ und die ,Süd­deut­sche Zei­tung‘ be­nut­zen ein du­bio­ses zwei Jah­re al­tes Vi­deo für den Sturz der Re­gie­rung in Wi­en 2019, an­statt es der ös­ter­rei­chi­schen Jus­tiz zu über­ge­ben. Ist die Not bei der Auf­la­ge der Zei­tun­gen in­zwi­schen so groß, dass man im Na­men der Pres­se­frei­heit zu sol­chen schmut­zi­gen Mit­teln grei­fen muss nach dem Mot­to ,der Zweck hei­ligt die Mit­tel‘?“

Rü­di­ger und Frau­ke Dier­ke

Lin­gen

Fo­to: dpa/Wer­ner Kersch­baum

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