Bun­des­re­gie­rung hat die Vor­aus­set­zun­gen ge­schaf­fen

Bersenbrucker Kreisblatt - - DIALOG -

Zum Kom­men­tar „Wind­kraft­aus­bau rasch be­en­den“von Ma­nu­el Glas­fort mit Be­zug auf den Ar­ti­kel „Re­kord bei Weg­werf­strom“(Aus­ga­be vom 14. Mai).

„Der Kom­men­tar folgt [...] der Meinung der Pro­du­zen­ten der fos­si­len Ener­gi­en. Aber in Wahr­heit sind nicht die er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en das Grund­pro­blem, son­dern die Tat­sa­che, dass das jet­zi­ge Markt­de­sign ei­ne Ein­spei­se­ga­ran­tie von 100 Pro­zent für fos­si­len Strom vor­sieht, und zwar auch in Zei­ten ho­her Über­ka­pa­zi­tä­ten. Die Ein­spei­se­ga­ran­tie für Er­neu­er­ba­re hin­ge­gen wird ab ei­nem be­stimm­ten An­teil am Strom­mix ge­kappt, wie Frau Prof. Clau­dia Kem­fert, die auch die Bun­des­re­gie­rung be­rät, in ih­rem Buch ,Das fos­si­le Im­pe­ri­um schlägt zu­rück‘ aus­führ­lich dar­legt. So er­klärt sie auch, dass an son­ni­gen und/oder win­di­gen Ta­gen, an de­nen in Deutsch­land schon jetzt mehr als aus­rei­chen­de er­neu­er­ba­re Ener­gie für das gan­ze Land (!) vor­han­den ist, die al­ten um­welt­schäd­li­chen Koh­le­kraft­wer­ke und Atom­mei­ler wei­ter­lau­fen, ih­ren Strom zu 100 Pro­zent ein­spei­sen dür­fen und da­mit die Net­ze für die er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en blo­ckie­ren.

Die Ent­schä­di­gungs­an­sprü­che der Pro­du­zen­ten der er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en wä­ren al­so so­fort ver­meid­bar, wenn die über­hol­ten CO2und Ra­dio­ak­ti­vi­täts­schleu­dern eher heu­te als mor­gen ab­ge­schal­tet wür­den. Au­ßer­dem ist der an­geb­li­che Zap­pel­strom ei­ne völ­lig un­be­rech­tig­te Dis­kre­di­tie­rung der er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en. Denn es gibt je­de Men­ge Spei­cher­tech­no­lo­gi­en für Über­schüs­se aus den Er­neu­er­ba­ren: elek­tro­che­mi­sche Bat­te­rie­spei­cher, de­zen­tra­le Wär­me­spei­cher, Pump­spei­cher, Aqui­fer­tech­no­lo­gie oder Po­wer-to- Gas Tech­no­lo­gi­en.

Wir könn­ten in kür­zes­ter Zeit fast voll­stän­dig und vor al­lem auch zu­ver­läs­sig von er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en ver­sorgt sein, un­se­ren CO2-Aus­stoß so weit sen­ken, dass wir die Kli­ma­zie­le der Bun­des­re­gie­rung bis 2030 doch noch ein­hal­ten, und die Strom­prei­se für die Ver­brau­cher spür­bar sen­ken, wenn wir uns nicht mehr je­den Tag von den Ener­gie­kon­zer­nen mit ih­ren über­hol­ten und gest­ri­gen Tech­no­lo­gi­en über den Tisch zie­hen las­sen müss­ten. Wo­zu die Bun­des­re­gie­rung auch noch die Vor­aus­set­zun­gen ge­schaf­fen hat.“Chris­ti­an Gross­mann Os­na­brück

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.