Die „Black Box“hat ge­lie­fert

Bersenbrucker Kreisblatt - - SPORSAMSTA­G,T - Von Jo­han­nes Kapitza [email protected]

Deutsch­land bei der Eis­ho­ckey-WM 2019 – das war vor­ab wie bei ei­ner „Black Box“: Man wirft Zu­ta­ten hin­ein und muss sich über­ra­schen las­sen, was am En­de her­aus­kommt.

Es gab An­lass zum Zwei­feln: Er­fah­re­ne Spie­ler aus dem 2018er-Er­folgs­team hat­ten ih­re Kar­rie­re im Na­tio­nal­tri­kot be­en­det. Als Trai­ner ging To­ni Sö­der­holm in sein ers­tes gro­ßes Tur­nier – und po­ker­te auch noch auf der Tor­hü­ter­po­si­ti­on, als er die Kee­per der bei­den bes

ten deut­schen Teams zu Hau­se ließ. Im Nach­hin­ein ist klar: Sö­der­holms Plä­ne sind auf­ge­gan­gen.

Un­über­seh­bar war, wie sehr die in­di­vi­du­el­le Qua­li­tät ei­nes Le­on Drai­saitl das Team nach vor­ne ge­bracht hat. Un­über­seh­bar war aber auch, dass es um ihn her­um ge­nü­gend Spie­ler gibt, mit de­nen Deutsch­land in den kom­men­den Jah­ren kon­kur­renz­fä­hig sein kann – auch wenn es nicht für je­den zum NHL-Su­per­star rei­chen wird.

Ge­gen die Slo­wa­kei und Finn­land ge­lan­gen Ach­tungs­er­fol­ge in der Vor­run­de. Das Aus im Vier­tel­fi­na­le ge­gen Tsche­chi­en fiel zwei To­re zu hoch aus, aber man darf eben nicht ver­ges­sen: Es gibt mehr als ei­ne Hand­voll Na­tio­nen, in de­nen Eis­ho­ckey­Fä­hig­kei­ten schon mit der Mut­ter­milch auf­ge­so­gen wer­den. Deutsch­land ge­hört nicht da­zu. Ein Platz un­ter den bes­ten acht der Welt ist für das DEB-Team da­her je­des Mal wie­der ein Er­folg.

Wenn al­les passt, kann so­gar Gro­ßes ge­lin­gen wie Olym­pia-Sil­ber 2018. Die­se WM reich­te zwar nicht, um bei den Ge­le­gen­heits­fans die glei­che Eu­pho­rie wie im Vor­jahr zu we­cken. Aber wer sich in­ten­si­ver mit Eis­ho­ckey be­schäf­tigt, wird zuf­rie­den sein: Die deut­sche „Black Box“hat ge­lie­fert.

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