Der HSV dreht mal wie­der das Ka­rus­sell

Bersenbrucker Kreisblatt - - SPORT -

HAM­BURG Der Ham­bur­ger SV ist wie­der ganz der Al­te: heu­ern, feu­ern, vo­gel­wild. Am Frei­tag wur­de Sport­vor­stand Ralf Be­cker nach nur ein­jäh­ri­ger Amts­zeit vom HSV-Auf­sichts­rat vor die Tür ge­setzt. Ex­akt ei­ne Wo­che zu­vor hat­te Be­cker das En­de von HSV-Trai­ner Han­nes Wolf zum letz­ten Spiel­tag ver­kün­det. Vor­stands­vor­sit­zen­der Bernd Hoff­mann, so heißt es, wird blei­ben. Aber wer will das schon be­schwö­ren im Ham­bur­ger Volks­park? Das Ver­spre­chen, ein se­riö­ser Ver­ein mit Kon­ti­nui­tät in den Füh­rungs­gre­mi­en sein zu wol­len und den Kreis­lauf des Schre­ckens zu durch­bre­chen, hielt nach dem Ab­stieg des eins­ti­gen Bun­des­li­ga-Di­nos nicht mal ein Jahr.

Nur we­ni­ge St­un­den nach dem Raus­wurf des al­ten Sport­vor­stands saß der neue auf dem Po­di­um des Pres­se­raums im Volks­park­sta­di­on: Jo­nas Boldt. Ihn scheint der Per­so­nal-Ver­schleiß-Ver­ein HSV nicht zu scho­cken. „Ich spü­re ei­ne rie­si­ge Vor­freu­de auf die­se Her­aus­for­de­rung“, sag­te der Be­cker-Nach­fol­ger, der ei­nen Zwei­jah­res­ver­trag er­hielt.

Der 37-Jäh­ri­ge war 16 Jah­re bei Bay­er Le­ver­ku­sen, zu­letzt als Sport­di­rek­tor. „Es könn­te kon­trä­rer kaum sein als zum Club in Le­ver­ku­sen“, be­kann­te Boldt und nann­te den HSV ei­nen „Ver­ein, der po­la­ri­siert“. Jetzt wol­le er in Ham­burg „die gan­ze Ener­gie bün­deln und in die rich­ti­ge Rich­tung“lei­ten. Punkt eins: ei­nen neu­en Trai­ner be­sor­gen. Der Neue: nas Boldt. Sport­vor­stand Jo

Und ge­nau in die­ser Fra­ge lief der HSV zu ge­wohnt gro­ßer Form auf und lie­fer­te ei­ne bei­spiel­haf­te Gro­tes­ke: Nach In­for­ma­tio­nen des „Ki­cker“soll Be­cker am Vor­tag mit Mön­chen­glad­bachs ExTrai­ner Die­ter He­cking De­tails ge­spro­chen und un­mit­tel­bar vor des­sen Ver­pflich­tung ge­stan­den ha­ben, da grätsch­te ihm der HSV-Auf­sichts­rat da­zwi­schen. „In die Trai­ner­su­che ist der Auf­sichts­rat nicht in­vol­viert. Es gibt ei­ne kla­re Tren­nung zum ope­ra­ti­ven Ge­schäft“, sag­te Max-Ar­nold Kött­gen, Vor­sit­zen­der des Kon­troll­gre­mi­ums.

Hoff­mann und Be­cker wa­ren sich in den ver­gan­ge­nen Wo­chen nicht mehr grün. „Im Win­ter ist das gan­ze Sport­sys­tem kol­la­biert“, hat­te Hoff­mann nach dem ver­pass­ten Auf­stieg ge­grollt. „Die letz­ten zwei Mo­na­te wa­ren ei­ne ein­zi­ge Ka­ta­stro­phe“, gab Be­cker zu. Der vor ei­nem Jahr von Hol­stein Kiel zum HSV ge­wech­sel­te Schwa­be hat­te mit ei­ni­gen Ver­pflich­tun­gen Pech und schaff­te es nicht, Füh­rungs­spie­ler beim Zweit­li­gis­ten zu in­stal­lie­ren.

Die Rück­kehr in die Bun­des­li­ga woll­te Boldt nicht aus­drück­lich als Ziel for­mu­lie­ren, mein­te aber, er sei „ge­kom­men mit Am­bi­tio­nen“. Ihm schwebt vor, mit dem neu­en Trai­ner end­lich Ru­he, Kon­ti­nui­tät und Sta­bi­li­tät in die neue Mann­schaft zu brin­gen.

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